104 Straftaten: Ein „heißes“ Wochenende beim 139. Baumblütenfest

Vor der Carl-von-Ossietzky-Schule sowie im gesamten Festbereich war die Polizei präsent. Alle Fotos: wirsindwerder

Werder (Havel), 30. Mai 2018 – Ein „heißes“ Wochenende liegt hinter uns. Während viele tausend Gäste friedlich das 139. Baumblütenfest in Werder (Havel) feierten, gab es auch einige Gäste, die die Polizei in Gewahrsam nehmen musste. Am Samstag waren es 12, am Sonntag sogar 30 Personen, wie die Polizeidirektion West mitteilte.

Von den 104 bis gestern Abend 21 Uhr registrierten Straftaten waren 50 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Weiterhin mussten die Einsatzkräfte u.a. 22 Körperverletzungsdelikte aufnehmen, acht Beleidigungen sowie zehn Widerstandshandlungen und einen Raub. Bis Sonntag 21 Uhr wurden insgesamt 80 Platzverweise ausgesprochen.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat sich am gestrigen Sonntag bei der Regiobus Potsdam Mittelmark für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung zum ersten Tag des Baumblütenfestes in Werder (Havel) bedankt. Ab 20 Uhr waren am Samstag zusätzliche Verstärkerbusse der Regiobus im Einsatz, um wartende Gäste sicher nach Hause zu bringen.

„Uns ist dank dieser Unterstützung und dank der hervorragenden Abstimmung mit den Sicherheitspartnern, der Bundespolizei und der Landespolizei ein weitgehend ruhiger und friedlicher erster Festtag gelungen“, so Manuela Saß. Zehntausende Gäste hätten in Werder die Baumblüte, den Frühling und den Obstwein auf der Festmeile, an den Havelufern und in den Obstgärten genossen.

Durch ausfallende Sonderzüge hatte sich die Anreise zum Fest bis etwa 18 Uhr verzögert, dementsprechend war die Festmeile noch am späten Abend gut gefüllt. Nach dem Festende kam es am Bahnhof zeitweise zu Stauererscheinungen. Die Bundespolizei sorgte, verstärkt durch die Landespolizei, für eine geordnete Abreise. Ein Bundespolizeisprecher sprach danach von einem „intensiven Einsatz“.

Trotz der ausgefallenen Sonderzüge waren laut einer Information der Bundespolizei auf Twitter am Samstag mehr als 22 000 Menschen allein mit der Deutschen Bahn nach Werder (Havel) gekommen. Abends kam es, wie ein Video auf Twitter zeigt, zu Tumulten. „Ja, wir wissen, es nervt, wenn wir den Bhf. Werder sperren müssen & sich die Abreise verzögert. Aber es ist zu eurer Sicherheit. Wenn’s dann wieder läuft, nehmt bitte Rücksicht, damit alle sicher heimkommen“ – twitterten die Einsatzkräfte. Ebenso, dass sie keinerlei Gewaltbereitschaft hinnehmen, sondern „entschlossen“ dagegen vorgehen würden.

Der Leiter der Polizeidirektion West und Polizeiführer an diesem Wochenende, Peter Meyritz, sagte: „Der zweite Festtag unterstrich noch einmal den Volksfestcharakter und verlief ohne polizeilich hervorhebenswerte Sachverhalte. Auch die reibungslose und gut abgestimmte Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt Werder, den Rettungskräften und der Bundespolizei trug zu dieser überwiegend friedlichen Bilanz bei.“

„Wegen der Probleme, die sich aufgrund der weggefallenen Sonderzüge am gestrigen Tage im Bereich des Bahnhofes ergaben, es sammelten sich dort mehrere tausend Menschen an, mussten wir eine Vielzahl unserer eingesetzten Beamten dorthin verlegen und unterstützen. Hierdurch haben die Beamten erhebliche Mehrarbeit geleistet. Wir wünschen uns in Zukunft eine bessere und schnellere Kommunikation der Bahn, so dass wir entsprechend geplant auf solche Situationen reagieren können“, so Meyritz.

Zu einer weiteren Schrecksekunde kam es, als am Samstag gegen 22.05 Uhr eine Bürgerin einen Brand in einer Kleingartenanlage auf der Inselstadt meldete. Auf der Inselstadt war ein Löschgruppenfahrzeug aus Phöben in Bereitschaft, das augenblicklich am  Einsatzort war. Ein Tanklöschfahrzeug, ein Drehleiterfahrzeug und ein weiteres Löschgruppenfahrzeug aus der Feuerwache Werder trafen, flankiert von Sicherheitskräften des Veranstalters, binnen weniger Minuten zur Verstärkung ein.
Im Dachbereich eines 4 mal 5 Meter großen Bungalows war ein Feuer ausgebrochen. Es konnte binnen 45 Minuten gelöscht werden, der Bungalow ist nicht mehr bewohnbar. Es wurde niemand verletzt. Zur Brandursache ermittelt die Polizei. (wsw)