700 Jahre Werder: Der KCW ist beim Umzug dabei

Wolfgang Doßmann und sein Modell des Wagens, mit dem der KCW am Umzug teilnimmt. Foto: wsw

Werder (Havel), 24. April 2017 – Wenn Wolfgang Doßmann etwas anpackt, dann richtig. Halbherzige Arbeiten sind seine Sache nicht. Und wenn er die Arbeitsgruppe „Umzug 700 Jahre Werder“ leitet, dann darf man sicher sein, dass das Projekt läuft. Besser gesagt – fährt. Denn der Karnevalsclub Werder e.V. (KCW) wird am großen Umzug anlässlich des 700. Jubiläums von Werders Ersterwähnung mit einem großen Wagen teilnehmen. Dargestellt wird das bunte Treiben im Biergarten der Bismarckhöhe um 1900, also zur Kaiserzeit.

„Wir werden ein lebhaftes Bild präsentieren“, verspricht Doßmann bei einem „Kick-Off“-Treffen der Karnevalisten in Vorbereitung auf den Umzug. „Wir gehen mit den Vorbereitungen in die finale Phase. Das wird eine große Nummer. Der Präsident kann stolz auf sein“, kündigt er an.
KCW-Präsident Karsten Möwes – mit Gehrock und Zylinder auch Bestandteil des Bildes, glaubt das gern und betont: „Wir haben ja Erfahrungen mit Umzügen“. Schließlich nehme man jährlich nicht nur am Blütenumzug der Stadt Werder, sondern auch an den großen Karnevalsumzügen in Berlin oder Cottbus teil. Die Vorbereitungen der Arbeitsgruppe begannen bereits im November des vergangenen Jahres. „Nebenbei“ wurde noch die aktuelle Saison der Karnevalisten gefeiert.

Bild 39 des von unserem Stadtchronisten Baldur Martin und vielen Helfern akribisch vorbereiteten und durchgeplanten Umzuges also wird der Wagen vom KCW sein. „Damit sind wir recht weit vorn – da passen die Leute noch auf und merken sich alle Details. Am Ende gucken sie nur noch hin“, scherzt Doßmann und meint es doch ernst. Immerhin dreißig Leute des Vereins sind auf und am Wagen beschäftigt, als Darsteller, Begleiter oder Vorbereiter. Denn auch Outfits für Damen und Herren, das Make up, die Frisuren, die Musik und die Choreografie müssen stimmen. „Denkt daran, zu Kaisers Zeiten gab es Eure modernen Brillen noch nicht – entweder Ihr besorgt Euch eine Nickelbrille oder Ihr macht den Maulwurf“, lautet denn auch der gutgemeinte Hinweis an alle Brillenträger. Ein alter, liebevoll restaurierter Biergartenstuhl, diverse Kleidungsstücke und nicht zuletzt die Fußhalterungen, die für die Sicherheit der Fahrgäste geplant sind, wurden von Doßmann gut gelaunt dem aufmerksamen KCW-Publikum präsentiert.

Die Kostüme sitzen - das sieht schon nach Kaiserzeiten aus. Foto: wsw
Der Schuh ist nicht wirklich aus Kaisers Zeiten - so werden die Wagenfahrer gesichert. Foto: wsw
Skizze und Modell des Wagens des KCW zum historischen Festumzug am 16. Juli 2017. Foto: wsw
Noch unter der schützenden Plastikfolie - im Juli zum Umzug wird die Kaiserzeit dargestellt. Foto: wsw

Stargast des Wagens ist natürlich Gustav Altenkirch. Der ambitionierte Gastwirt, der der Bismarckhöhe den Namen gab und später auch durch seinen Sohn Gustav jun. viele Jahrzehnte lang für den legendären Ruf der Höhengaststätte am Galgenberg sorgte, wird mit Tischdame auf dem Wagen sitzen, während Kellner die Gäste bedienen und Paare um den Wagen tanzen – geschützt von einer Truppe „schlagkräftiger Wagenengel“ als Berliner Kerle. Gustav Altenkirch wird dargestellt von Karsten Radke. Er gehört dem Karnevalsclub Werder e.V. nicht an, bislang …

„Ich habe zum Casting geladen, rund 25 Männer haben vorgesprochen. Aber Karsten Radke hat sich klar durchgesetzt“, informiert Wolfgang Doßmann. Auf die Frage, wie er das schwere Casting geschafft hätte, antwortet Radke: „Ich bin eingetreten und habe nichts gesagt. Das war’s. Reine Präsenz“. Eine sooo schöne Anekdote – sie stimmt aber leider nicht. Wie Gabi Seiler lachend aufklärt, ist Karsten Radke ihr Kunde in dem Friseursalon, in dem sie arbeitet. „Ich habe ihn einfach gefragt!“ Präsenz aber, die hat der Radke auf jeden Fall.

Wolfgang Doßmann präsentierte auch das Modell des Wagens, das er selbst gebaut hat. Zehn Meter lang wird der Wagen dann im Original sein – während der aufwendigen Umbauarbeiten wird er einen geschützten Platz auf dem Gelände von Udo Geiseler finden. Inklusive Tanzgruppe braucht der Wagen beim Umzug dann 24 Meter Platz, der Aufbau des Turmes der Bismarckhöhe wird beachtliche vier Meter hoch sein.

Wir sind gespannt auf den Wagen und – das Bild 39, das gucken wir uns ganz genau an, beim Umzug zum 700. Jubiläum der Ersterwähnung Werders am 16. Juli 2017.


Über die Planungen zum historischen Festumzug haben wir hier berichtet.

Karsten Radke alias Gustav Altenkirch mit seiner „Entdeckerin“ Gabi Seiler (re) sowie ihrer Kollegin. Foto: wsw
Wolfgang Doßmann ist Chef der „AG 700“. Er präsentiert das selbstgebaute Modell. Foto: wsw