700 Jahre Werder – und so geht es weiter

700 Jahre Ersterwähnung Werder: Auftaktkonzert in der Bismarckhöhe mit dem Deutschen Filmorchester. Foto: Tom Klement

Werder (Havel), 9. Januar 2018 – Rund 25.000 Besucher hatten die mehr als 40 Veranstaltungen des Jubiläumsjahres 2017 der Blütenstadt, allein am Festwochenende am 15.und 16. Juli wurden 12.000 Menschen gezählt, das Shanty-Chor-Festival besuchten 2000 Musikinteressierte – ein stolze Bilanz, die die Bürgermeisterin Manuela Saß, der 1. Beigeordnete Christian Große und der Chef des Festkomitees, Dr. Baldur Martin heute bei einer Pressekonferenz vorgelegt haben. Für die Organisation dankte sie vor allem dem ehrenamtlichen Festkomitee mit Dr. Baldur Martin, das die Stadtverwaltung im Festjahr massiv unterstützt habe. Mit dem Festkomitee hatte man, so Saß, „die geballte Kompetenz für Werders Historie an der Seite“. Sie wertete das und auch die Mitarbeit der überaus engagierten Werderanerinnen und Werderaner als schönes Zeichen der Heimatliebe. Christian Große lobte: „Das ist Ehrenamt in der ureigensten Form und hat der Stadt und uns allen einen positiven Schub gegeben“. Aber auch der motivierten Arbeit der städtischen Verwaltungsmitarbeiter gebühre Dank und Anerkennung.

Auch Baldur Martin war des Lobes voll, während er an die Aufgeschlossenheit der Bürger der Stadt erinnerte. „Ohne die Werderanerinnen und Werderaner hätte nichts so stattfinden können“. Er verwies auch auf die Tagung der Lenné-Akademie in Werder, bei der die Stadt für den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft und des Stadtgrüns mit der Lenne-Medaille gewürdigt wurde, an die Veranstaltung, bei der Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 vom Ernst-Haeckel-Gymnasium Werder ihre Seminararbeiten bei einem öffentlichen Kolloquium im Schützenhaus verteidigten oder die Modenschau der AWO.

Höhepunkt des Festjahrs sei der Festumzug am 16. Juli 2017 gewesen. Alle 600 Mitwirkenden werden in den kommenden Tagen eine exklusive Bildbroschüre von dem Ereignis bekommen. „Der Nachteil am Mitmachen war ja, dass man selbst nicht zuschauen konnte. Das soll mit der Broschüre ein wenig ausgeglichen werden.“ Als Abschluss der Festivitäten sei dann im Februar eine Dankeschönfeier auf der Bismarckhöhe geplant, kündigte Manuela Saß an. Zudem gibt es einen Bildband mit Fotografien des Werderaner Fotografen Tom Klement, der das Jubiläumsjahr mit der Kamera begleitete. Das Buch gibt es für 20 Euro in der Tourist-Information oder in der Buchhandlung Hellmich. Die DVD vom Festumzug ist bereits ausverkauft – eine Neuauflage wird derzeit geprüft, wird aber wohl kommen.

Kleines Detail am Rande: Die rund 400 Kostüme, die für den Umzug geordert wurden, konnten unbeschädigt zurück gegeben werden – bis auf eine Schwesternhaube. Die steckt ganz sicher in der Tasche eines ebenfalls zurück gebrachten Rockes, wird gemutmaßt.

„Was bleibt“ ist nun die zentrale Frage, denn beispielsweise die 600 Besucher, die das Musikfestival „Werder klingt“ ins Scala lockte, sind Zeichen für die Bedürfnisse, die die Werderaner in Sachen Kultur haben. Und so werden ausgewählte Veranstaltungen des Jubiläumsjahres vielleicht zur schönen Tradition in Werder.

Den Rosenmontagsball, bei dem die drei großen Karnevalsvereine der Stadt gemeinsam zeigten, was sie können und der im Jubiläumsjahr für eine ausverkaufte Bismarckhöhe sorgte, wird es am 12. Februar 2018 erneut geben. Idee und Wunsch für diese Zusammenarbeit der Vereine kam von der Bürgermeisterin – der Erfolg gibt Manuela Saß recht. Der Kartenvorverkauf ist online bereits gestartet, ein Vorverkauf findet am 25. Januar 2018 von 18 bis 20 Uhr in den Bürgerstuben statt.

Der Vorverkauf für das 2. Musikfestival „Werder klingt“ ist bereits gestartet. „Eine unterstützenswerte Initiative und ausgezeichnet organisiert. Hut ab“ – lobte Christian Große die Idee, Initiative und die Umsetzung des Jazz-Festivals von dem Werderaner Jazzmusiker Thomas Walter Maria. Vom 9. bis 11. März 2018 werden nun also im Scala erneut nationale und international etablierte Künstler und Künstlerinnen des Jazz und artverwandter Genres auftreten – zum Kinderjazz am Sonntag ist sogar der Eintritt frei.

Das Auftaktkonzert des Jubiläumsjahres mit dem Deutschen Filmorchester Anfang Januar 2017 lockte 400 am Ende restlos begeisterte Zuhörer auf die Bismarckhöhe. Nach den Klängen „Von Babelsberg bis Hollywood“ werden die Musiker des Filmorchesters Babelsberg nun am 24. März 2018 ab 16 Uhr erneut im schönen Ballsaal der Bismarckhöhe „Klassik im Film“ präsentieren.

Im September wollen die „Werderaner Wirtschaftstage“ unter dem Motto „Wirtschaft trifft Schule“ erneut insbesondere dem Fachkräftemangel begegnen. Im Innovationscenter von Herbstreith & Fox in den Havelauen stellen sich u.a. Werderaner Firmen vor und suchen das Gespräch mit künftigen Auszubildenden. Zudem wird es auch wieder ein „get together“ der Werderaner Wirtschaft geben.

Stolz konnte die Bürgermeisterin bekannt geben, dass die Bismarckhöhe in Werder (Havel) am 15. Juli 2018 erstmals Station der Brandenburgischen Sommerkonzerte sein wird. Seit ihrer Gründung 1990 haben die Brandenburgischen Sommerkonzerte über 600 Konzerte an mehr als 200 verschiedenen Spielstätten in Brandenburg veranstaltet und wurden 2009 und 2016 mit dem Tourismuspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Ebenfalls auf der Bismarckhöhe wird die Stadt am 2. Dezember 2018 ihr traditionelles Weihnachtskonzert mit dem Adventskonzert der Kreismusikschule Engelbert Humperdinck präsentieren. Von der Qualität kann man sich am kommenden 13. Januar 2018 ab 17 Uhr überzeugen, wenn die Kreismusikschule das Neujahrskonzert des Rotary-Club Werder in der Katholische Kirche Maria Meeresstern gestaltet.

Im Veranstaltungskalender der Stadt für das Jahr 2018, der in den nächsten Tagen erhältlich sein wird, finden sich darüber hinaus zahlreiche andere  Termine – Traditionsveranstaltungen wie das Baumblütenfest oder das Kirsch- und Ziegelfest aber auch neuere Veranstaltungen wie das Oldtimertreffen Werder Classics. Christian Große: „Zahlreiche Orte wie das Kunst-Geschoss, die Comédie Soleil, das Scala oder die Petzower Kirche beleben das Kulturleben auch nach dem Festjahr weiter. Gemeinsam wird auch neues Publikum angesprochen.“

Die zehnjährige Erfolgsgeschichte des Kunst-Geschosses wird ab 31. Januar 2018 mit der Ausstellung „pas de deux I“ von Corinna Dahme & Hans-Georg Käberich mit Keramiken und Malerei fortgeschrieben. Kurator Frank W. Weber organisierte und betreute drei Ausstellungen und ein Internationales Pleinair anlässlich des 700. Jubiläum der Stadt Werder. Die letzte und viel beachtete Ausstellung zur Geschichte des Sports in Werder ging am Sonntag zu Ende. (wsw/low)

Bilder des Jubiläumsjahres - wie hier von Konzerten an der Regattastrecke - finden sich in dem Bildband von Tom Klement. Foto: Tom Klement