Baumblütenfest: Positive Bilanz der Bürgermeisterin

Der Abbau geht zügig voran - das war das 139. Baumblütenfest. Foto: wsw
Werder (Havel), 7. Mai 2018 – Das 139. Baumblütenfest ist Geschichte. Wem es gelungen ist, das Fest in den Anlagen zu genießen, die Innenstadt zu meiden oder nur außerhalb der beiden Festwochenenden oder des Maifeiertages mal einen Gang über den Rummel zu absolvieren, der hatte ein wunderbar sonniges und entspanntes Fest. Und auch wenn die „Aggressivität“ gefühlt gestiegen ist, wie in den sozialen Netzwerken beklagt wird, so bezeichnet die Polizei das als „volksfesttypisches“ Verhalten von meist „erheblich alkoholisierten“ Gästen.
Bürgermeisterin Manuela Saß hat eine positive Bilanz des 139. Baumblütenfestes in Werder (Havel) gezogen. „Bei wunderschönem  Wetter hatten wir an allen Festtagen eine sehr gut besuchte Festmeile und volle Obshöfe“, so die Bürgermeisterin. Gefragte Obstweinsorten seien an manchen Ständen schnell ausverkauft gewesen. „Besonders beliebt waren auch in diesem Jahr unsere Preissträger der Goldenen Obstweinkruke“, so die Bürgermeisterin.
Höhepunkt war das Konzert mit der Ostrockband City am Donnerstagabend.  Baumblütenkönigin Peggy Sinning habe dabei Entertainerqualitäten gezeigt und tanzte vor applaudierendem Publikum mit der Band auf der Bühne. Insgesamt absolvierte sie an den Festtagen rund 100 Stationen und besuchte Standbettreiber, Bühnen, Obstbauern und auch die Sicherheitspartner des Festes.
Obwohl am ersten Samstag viele Sonderzüge der Bahn ausgefallen waren, ließen sich die Gäste vom Besuch der Baumblüte nicht abhalten. Bis zum heutigen Sonntagnachmittag (Stand 15 Uhr) registrierte die Bundespolizei rund 82.000 Bahnanreisende für die Festwoche. Am zweiten Festsamstag seien so viele Besucher beim Baumblütenfest gewesen wie schon lange nicht mehr, so Manuela Saß.
Nach dem schlechten Erntejahr 2017 habe sie sich besonders über die gut besuchten Obsthöfe am Obstpanoramaweg und in den Ortsteilen gefreut, sagte die Bürgermeisterin. „Die Höfe der Obstbauern sind eine immer gefragtere Alternative zum Trubel auf der Festmeile.“ Die Obstbauern hätten ihre Angebote weiter ausgebaut. Auf dem Obstpanomaramweg seien regelrechte Fahrradkarawanen zu beobachten gewesen.
Manuela Saß dankte den Einsatzkräften des Veranstaltungspartners Wohlthat, der Bundes- und Landespolizei, der DLRG und des Landkreises für die hervorragende Zusammenarbeit. „Es gibt auch bei diesem Baumblütenfest kaum einen Ort auf der Festmeile, von dem aus man keine Sicherheits- oder Hilfskräfte in Sichtweite hat.“ Letzlich sei auch die Polizeistatistik ein Zeichen dafür, dass Besucher, die Ärger machen wollen, beim Baumblütenfest nicht willkommen sind und mit Anzeigen und Platzverweisen zu rechnen haben.
Als Beispiel für abgestimmtes Handeln der Sicherheitspartner nannte die Bürgermeisterin den bedauerlichen Fahrgeschäftunfall am gestrigen Samstagnachmittag, bei dem eine 31-jährige Frau verletzt worden ist. Binnen kurzer Zeit seien alle erforderlichen Absperr- und Hilfsmaßnahmen getroffen worden, um die Frau zu versorgen und ins Krankenhaus zu bringen. „Wir wünschen der jungen Frau eine schnelle und vollständige Genesung.“
Das Baumblütenfest endete am Sonntagabend mit einem Konzert von Krähe auf der Bismarckhöhe und einem Höhenfeuerwerk.

Bilanz der Polizei

Auch der Polizeiführer des Einsatzes an diesem Wochenende und stellvertretende Direktionsleiter Polizeidirektor Karsten Schiewe zog eine erste Bilanz des diesjährigen Einsatzgeschehens.

„Die Zusammenarbeit insbesondere mit dem Veranstalter, der Stadt Werder (Havel), den ehrenamtlichen Einsatzkräften, den Kräften der Bundespolizei und der Landespolizei Brandenburg und das insgesamt sehr gute und reibungslos funktionierende Sicherheitsgefüge haben dazu beigetragen, dass das 139. Baumblütenfest ein sicheres und friedliches Volksfest war.

Das erste und das zweite Wochenende lockten bei sommerlichen Temperaturen viele Gäste zum Baumblütenfest. Die Kombination aus Obstwein und Sonnenschein war für manche Besucher eine Herausforderung. In Zusammenarbeit mit den Rettungskräften gelang es den Sicherheitsorganisationen aber während der Festwoche immer sicherzustellen, dass Hilfe wo nötig schnell vor Ort war.“

Von den insgesamt 375 bis zum Sonntag 21.00 Uhr registrierten Straftaten (2017: 270 zur gleichen Meldezeit) waren 168 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Weiterhin mussten die Einsatzkräfte u.a. 67 Körperverletzungsdelikte aufnehmen, 36 Beleidigungen sowie 28 Widerstandshandlungen und einen Raub.

Bis zum letzten Veranstaltungstag 21:00 Uhr wurden auf dem diesjährigen Baumblütenfest insgesamt 257 Platzverweise (2017: 248) ausgesprochen und 80 Personen in Gewahrsam (2017: 27) genommen. Zum überwiegenden Teil sind die Betroffenen erheblich alkoholisiert gewesen.

Zu den bis 21:00 Uhr erfassten Straftaten kommen jedoch erfahrungsgemäß noch weitere Anzeigen hinzu, die sich derzeit in der Erfassung befinden bzw. noch erstattet werden.

Der Anstieg der polizeilich erforderlichen Maßnahmen ist vornehmlich auf das im Verhältnis zum Vorjahr erheblich schönere Wetter zurückzuführen. Dadurch, aber auch durch die Lage des Feiertages und des ‚Brückentages‘ war die Feierlaune doch stärker befördert worden.“, so Polizeidirektor Karsten Schiewe zum Abschluss des polizeilichen Einsatzes Baumblüte 2018. (wsw)