Blitzumfrage der IHK Potsdam: Radtourismus spielt tragende Rolle

Foto: Tourismusverband Ruppiner Seenland e.V.

Potsdam, 9. Juni 2017 – Das Fahrrad hat am 12. Juni seinen 200. Geburtstag: Das ursprünglich reine Transportmittel ist eine wichtige Angebotskomponente vor allem im ländlichen Raum Brandenburgs. Anlässlich des Jubiläums hat die Industrie- und Handelskammer Potsdam eine Blitzumfrage bei Unternehmern und Akteuren aus der Tourismusbranche durchgeführt. Die Antworten von 70 Gastronomen, Beherbergungsunternehmen und Touristikern wurden dabei ausgewertet.

„Für unsere Gastgeber ist der Radtourismus ein klarer Erfolgsfaktor.“ Das sagt Beate Fernengel, Präsidentin der IHK Potsdam. „Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen hat durch den Radtourismus die Übernachtungszahlen gesteigert.“ Das liege auf der Hand, so die Präsidentin, denn das Reiseland Brandenburg sei eine der Top-Raddestinationen Deutschlands mit mehr als 11.000 Kilometern ausgeschilderten Radwegen und mehr als 30 regionalen Routen. „Allein das bietet einen perfekten Reiseanlass, der Brandenburg gerade für die Hauptstädter attraktiv macht. Radfahren wird offenbar auch als Ausgleich zur digitalisierten und immer komplexeren Arbeitswelt gesehen“, betont Beate Fernengel.

Das merkt auch die Tourismusbranche zwischen Dosse und Nuthe: Radfahren liegt hoch im Kurs bei den Gästen und ist für die touristischen Anbieter ein wichtiger Angebotsbaustein. Für rund 92 Prozent aller Befragten spielt der Radtourismus eine größere bzw. gleichbleibende Rolle. Immer beliebter wird auch das E-Bike, was fast 60 Prozent der Befragten bestätigen. Im Hinblick auf den demografischen Wandel und die älter werdende Bevölkerung eröffnet das Elektrofahrrad (auch Pedelec: Pedal Electric Cycle) nicht nur mehr Mobilität am Urlaubsort, sondern auch eine größere Reichweite. Jeder Fünfte unter den Befragten hat bereits eine E-Bike-Ladestation eingerichtet und jeder Vierte plant die Errichtung einer solchen.

Eine größere Reichweite erfordere jedoch auch ein gutes Netz an gastronomischen Einrichtungen auch abseits der Hauptstrecken, guter Beschilderung sowie lückenloser gepflegter und vernetzter Wege. Dazu wünschen sich die Befragten mehr Unterstützung durch die Politik sowie unkompliziertere Fördermöglichkeiten vom Land. Investitionen in Infrastruktur sollten weiter getätigt werden: So gaben 40 Prozent der Befragten an, dass der Zustand der Radwege nur befriedigend sei. Dies bezieht sich sowohl auf Lückenschlüsse, Abschnitte mit Kopfsteinpflaster, unzureichende Anbindungen an Betriebe und die mangelhafte Qualität einiger Radwegeabschnitte. Ein vernetztes und integrierendes Radwegemonitoring könne zur Besserung beitragen. (IHK)