BlütenTherme: Berater für die Stadt

Das Interesse der Werderaner an der Arbeit des Badausschusses ist wohl doch geringer als bisher angenommen. In teilweise bissigen Kommentaren in den sozialen Medien gab es die Forderung nach mehr Transparenz und öffentliche Teilhabe – gestern Abend bei der Sitzung des Badausschusses im Alten Rathaus auf der Insel waren nicht mal eine Handvoll interessierter Bürger zugegen. Die Einwohnerfragestunde fiel entsprechend kurz aus, Bürgermeisterin Manuela Saß und die Ausschussvorsitzende Anja Spiegel bedauerten das.

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Diese Vision des Bades findet man noch immer auf der Internetseite der Kristall Bäder AG.

Und während die Kristall Bäder AG auf ihrer Internetseite dem aktuellen Sachstand hinterher hinkt und noch immer mit Baufortschritten und künftigem Badespaß in Werder wirbt, wie hier zu lesen ist, gab es in der vergangenen Woche den finalen Schritt zur Trennung der beiden Partner. Wirsindwerder.de berichtete ja, dass die Stadt den Vertrag mit dem bisherigen Investor aus Bayern einvernehmlich aufgehoben hat und seit dem 1. April für Bau und Baustelle allein verantwortlich ist. Über den Inhalt der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart, wie die Bürgermeisterin noch einmal betonte.

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Die Stadt hat sich mit der Trennung von der Kristall AG gegen einen mit Sicherheit jahrelang dauernden Rechtsstreit entschieden, der die Bautätigkeit über vier, fünf Jahre lahm gelegt hätte. „Danach wäre der Bau nicht mehr zu gebrauchen. Dann lieber die Therme für die Bürger jetzt fertig bauen“, begründete Saß den Schritt. Und ja, ein Vergleich sei immer ein Kompromiss, bei dem beide Seiten aufeinander zu gehen müssen“. Nun steht aber die Aussicht, in zwei Jahren doch baden gehen zu können.

Gestern Abend informierte die Bürgermeisterin im öffentlichen Teil der Sitzung zunächst zum Sachstand. Nachdem die Verträge zur „Scheidung“ von der Kristall AG abgeschlossen wurden, dauere die Abwicklung noch an. Das behindere aber in keiner Weise, so Manuela Saß. Wurde das Gelände jetzt zügig aufgeräumt und hat die Kristall Bäder AG ihre Bauschilder abgeholt und die Container beräumt,  steht auch die Sicherung des Baukörpers an. Die Bauzäune stehen, Zugänge werden zugemauert. „Das ist kostengünstig und am sichersten“, sagte die Bürgermeisterin. Zur Promenade steht bereits ein bleibender Zaun. Das Betreten der Baustelle ist selbstverständlich verboten. Es gibt tägliche mehrere Sichtkontrollen vor Ort. Das Baumaterial, das noch am Hotel lagert, muss gesichert werden. Darum wird sich eine Fachfirma kümmern. In den nächsten sechs Monaten wird es keine Bautätigkeit geben, sagte die Bürgermeisterin.
Sie sei sich im Klaren darüber, dass die Bürger wissen wollen, wie es weiter geht. „Fakt ist, dass bislang 17,2 Millionen Euro in die Therme geflossen sind. Fakt ist auch, dass bis zur Fertigstellung noch mehr Geld fließen wird. Aber wir haben jetzt die Fäden in der Hand, die Zukunft des Areals zu gestalten. Das ist eine schöne Aufgabe, die wir aber ohne Hektik angehen werden“. 942 000 Euro investiert die Stadt in den Kauf von Grundstücken am Bad – die Energiezentrale, die Parkplatzerweiterung und den so genannten Bademantelweg. Entgegen der verbreiteten Meinung, dass die Stadt diese Grundstück von der Kristall AG zurückkauft, handele es sich um Grundstücke, die einem Dritten gehörten, stellte die Bürgermeisterin klar.

Entschieden werden muss, ob die Therme von der Stadt gebaut und dann verpachtet oder selbst betrieben wird, oder ob der Bau erneut in andere Hände gegeben wird und die Therme verkauft wird. Zur Entscheidungsfindung werden kompetente beratende Gutachter hinzugezogen, die Kompetenzen in Planung und Bäderbau haben. Die Berater werden die genannten Varianten auf die Wirtschaftlichkeit hin prüfen, aber auch, ob der 2010 geplante Bau mit Blick auf die Bäder-Konkurrenz jetzt noch den Anforderungen an ein modernes Bad genügt oder ob es hier Änderungen geben muss.  „Wir erwarten in dieser genauen Analyse Daten, Fakten und Zahlen. Die Berater und erste Ergebnisse dazu werden wir im nächsten Badausschuss präsentieren“. Die nächsten Termine der Sitzung des Gremiums sind am 18. Mai und am 24. Juni. „Diese Termine der Sitzungen sind wiederum mit einem öffentlichen Teil geplant“, informierte Manuela Saß.