Bundesverdienstkreuz-Träger Schuke geht die Familien-Nachfolge an

Zwei Generationen: Matthias Schuke mit seinen Söhnen Johannes (r.) und Michael (l.). Alle Fotos: hkx/Stadt Werder (Havel)

Werder (Havel), 2. November 2017 – Insolvenzverfahren erfolgreich beendet, Nachfolge gesichert, Digitalisierung auf den Weg gebracht: So lässt sich die jüngste Entwicklung bei der Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH in Werder (Havel) zusammenfassen, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Alexander Schuke Orgelbau GmbH und der Stadt Werder (Havel) heißt. Demnach haben laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung die Russland-Sanktionen die EU‑Länder 30 Milliarden Euro gekostet. Manch Unternehmen hatte unter den Sanktionen zu leiden und auch Schuke blieb von Problemen nicht verschont.

Doch der bekannte Orgelbauer (Magdeburger Dom, Dom zu Königsberg, Leipzig Gewandhaus) konnte dank der sehr guten Beziehungen zu seinen deutschen und internationalen Kunden allen Widrigkeiten trotzend die vergangenen Jahre auf einen kontinuierlichen und stabilen Umsatz zurückblicken. Mit dem Vertrauen der Kunden im Rücken haben Familienmitglieder und Mitarbeiter in dieser Zeit wesentlich zur Konsolidierung des Unternehmens beigetragen. Firmeninhaber Matthias Schuke kann wieder optimistisch in die Zukunft schauen.

Der Tradition folgend wird Unternehmen die Firmen-Nachfolge in vierter Generation fortsetzen. Die Söhne des Seniors Matthias Schuke sind zu Beginn dieses Jahres in die Führung des Traditionsbetriebes eingestiegen. Michael Schuke (28)arbeitet schon seit elf Jahren als Orgelbauer und hat im Jahr 2016 erfolgreich die Prüfung zum Orgelbaumeister abgelegt. Sein Fachwissen wird er in Kombination mit den Erfahrungen des Vaters und der wertvollen spezialisierten Mitarbeiter, in die fachliche Ausrichtung des Unternehmens einbringen.

Sein Bruder, Johannes Schuke (32), war die vergangenen Jahre als Wirtschaftsingenieur bei einem großen überregionalen Ingenieurbüro tätig. Er wird sich in Zukunft sowohl um die strategische Ausrichtung des Unternehmens wie auch die kaufmännischen Belange kümmern. Ein besonderes Zukunftsprojekt ist die Entwicklung eines Medienkonzeptes (Facebook, Google etc.), um die Fachwelt und Musikliebhaber über den Orgelbau und die verschiedenen Instrumente zu informieren.

Das Unternehmen wird in Zukunft also von zwei sich fachlich ergänzenden Familienmitgliedern gestaltet. Der 62-jährige Senior, Matthias Schuke wird die beiden Söhne noch für eine Übergangszeit von circa drei Jahren begleiten. „So positiv und mit solchen Rahmenbedingungen in die Zukunft des Familienunternehmens zu blicken, ist nicht selbstverständlich und macht mich überaus glücklich“, sagt der Senior begeistert.

Für die Stadt Werder (Havel) sei es ein Glücksfall gewesen, als sich das Unternehmen vor mittlerweile 13 Jahren in den Havelauen angesiedelt hat. „Werder (Havel) war in seiner Geschichte immer ein sehr guter Standort für Unternehmen, die Handwerkstraditionen pflegen und weiterdenken“, so Bürgermeisterin Manuela Saß. Sie sei stolz, dass der Name des bekannten Orgelbaumeisters mit der Blütenstadt verbunden ist. „Matthias Schuke ist ein sehr gutes Beispiel für einen Unternehmer, der auch in schwierigen Phasen nicht das Handtuch wirft sondern nach vorn denkt und neue Ideen entwickelt“, sagt die Bürgermeisterin. Auch seinen Söhnen wünscht sie Erfolg bei der Nachfolge.

Das Unternehmen hat eine fast 200-jährige Tradition. Der Orgelbaumeister Gottlieb Heise hatte es 1820 in Potsdam gegründet. 1894 kaufte Alexander Schuke den Betrieb und begründete damit das Familienunternehmen, das sich schnell zu einer bekannten Orgelbaufirma in Deutschland entwickelte. 1972 wurde die Firma verstaatlicht. Matthias Schuke, seit 1974 Mitarbeiter, reprivatisierte 1990 das Unternehmen und ist seit dieser Zeit Inhaber und Geschäftsführer.

Der Orgelbaumeister erhielt 1998 als engagierte Persönlichkeit im Orgelbau das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Zweimal, 2001 und 2011 erhielt Matthias Schuke den Seifriz-Preis, mit dem Projekte von Handwerk und Wissenschaft gewürdigt werden. Er hatte 2011 mit dem zweiten Preisträger, Markus Abel vom Physikinstitut der Universität Potsdam, eine Regeleinrichtung für die Druckluftversorgung einer Orgel entwickelt. Seitdem gab es verstärkte Anfragen zu Neubauten von Kirchen- und Konzertorgeln aus dem In- und Ausland. (red)