Café für Menschen mit Demenz

Treffpunkt Werder am Plantagenplatz 11

In jungen Jahren scherzt man noch über seine Vergesslichkeit, das Unvermögen, sich Namen oder Telefonnummern merken zu können. In mittleren Jahren dann verzweifelt man manchmal, wenn die Worte fehlen, wenn man für den Moment nicht in der Lage ist, einfachste Dinge beim Namen zu nennen. Und bei einigen Menschen – beileibe nicht bei allen – wird irgendwann die Diagnose ‚Demenz‘ gestellt. Nicht jeder, der zerstreut oder vergesslich ist, ist gleich an Demenz erkrankt. Nicht jede Wesensveränderung im Alter führt zwangsläufig zu dieser Diagnose. Aber die Warnsignale dafür sollten ernst genommen werden.

Einfache Hilfe für die Alltagskompetenz.
Einfache Hilfe für die Alltagskompetenz.

Typischerweise im Alter tritt sie auf, die Demenz. Das Gedächtnis lässt nach, Denken fällt schwer, die Sprache wird holperig, Alltagsaufgaben werden zur Hürde, Verhalten und Persönlichkeit ändern sich. Und wer das als normale Alterserscheinung verharmlost, will oftmals nicht wahrnehmen, dass es sich um eine Erkrankung handelt. Demenz ist nur der Überbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen. Allein in Deutschland leben über eine Million Menschen mit einer Demenzerkrankung, 700 000 davon sind an Alzheimer Demenz erkrankt. Die Ursachen der Krankheit sind noch weitestgehend unbekannt.
Angehörige von Erkrankten müssen mit großen Herausforderungen beim Umgang und bei der Pflege der Erkrankten klar kommen. Keine leichte Aufgabe – das ist klar.

Um Betroffenen und Angehörigen eine Plattform zu bieten, eröffnet am Donnerstag, dem 28. Januar 2016, ein offenes Café im Werderaner Begegnungszentrum „Treffpunkt“ am Plantagenplatz. Der „Treffpunkt“, seit 2014 in Trägerschaft des Klinikums Ernst von Bergmann, hält bereits zahlreiche Angebote für Jung und Alt bereit. Nun wird das Angebot um das Projekt „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ erweitert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert dieses Projekt für zwei Jahre.
Im Rahmen des Projektes entsteht ein offenes Café, um für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen einen Ort zum gemeinsamen Austausch und Miteinander zu bereiten. Auch gibt es in diesem Rahmen die Möglichkeit für Gespräche mit Experten. „Nur dann, wenn man umeinander weiß und miteinander in Kontakt ist, können lebendige Strukturen entstehen, die es Betroffenen und Angehörigen leicht machen, ein passendes Angebot zu finden.“, sagt Sigrid Hilburg vom „Treffpunkt“.

Ein weiteres Ziel des Cafés ist es, mehr über die Bedürfnisse von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu erfahren. Diese will die Projektkoordinatorin Frau Nicol Bremer im Gespräch erfahren und auswerten. In das Angebot eingebunden werden ehrenamtlich Mitarbeitende sowie verschiedene professionelle Akteure aus dem Gebiet der Stadt Werder.
Diese Akteure sollen aber nicht nur im Café zusammen kommen, sondern sich zu einem lokalen Bündnis zusammen finden, in dem die Bedarfe erfasst und verschiedene Angebote gemeinsam entwickelt und angestoßen werden. So ist z.B. der Aufbau einer Selbsthilfegruppe für Angehörige geplant oder auch der Aufbau eines Gesprächskreises für Betroffene – immer im Hinblick auf die Bedürfnisse der demenziell Erkrankten und deren Familien.

Termine:
Das „Café für Menschen mit Demenz“ findet regelmäßig statt an jedem 4. Donnerstag im Monat, 15 bis 16.30 Uhr, im „Treffpunkt“, Plantagenplatz 11, 14542 Werder (Havel). Das Café öffnet zum ersten Mal seine Türen am 28. Januar 2016. Nächste Termine sind: 25. Februar, 24. März, 28. April, 26. Mai und 23. Juni 2016.

Hintergrund:
Der „Treffpunkt“  Werder ist eine Einrichtung der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH, in Werder am Plantagenplatz gelegen. Mit Unterstützung der Stadt Werder und des Landkreises Potsdam-Mittelmark bietet das Haus ein vielfältiges Angebot aus den Bereichen Begegnung, Erwachsenenbildung und Beratung.
Lokale Allianz für Menschen mit Demenz
Bis zum Jahr 2016 sollen in ganz Deutschland bis zu 500 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ entstehen. Ziel des Bundesmodellprogramms ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert Projekte für jeweils zwei Jahre. Mehr unter www.lokale-allianzen.de

Ernst von Bergmann Sozial gGmbH
Die Ernst von Bergmann Sozial gGmbH ist eine 100%ige Tochter der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH. Sie umfasst die bisher als Psychosoziale Dienst im Klinikum Ernst von Bergmann gekannten Angebote: Tageszentrum mittendrin mit der Tagesstätte und der Kontakt- und Beratungsstelle i-Punkt (Potsdam), die Ambulante Wohnhilfe/ Projekt 72 (Potsdam), die Tee- und Wärmestube (Werder), die Wohn- und Eingliederungshilfe (Werder) sowie der „Treffpunkt“  Werder.