CDU Werder (Havel): Kreisverwaltung muss in Werder bleiben

Im Gutshof in Werder (Havel) befindet sich u.a. die KFZ-Zulassungsstelle des Landkreises. Foto: wsw

Werder (Havel), 4. Juni 2017 – Zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 29. Juni 2017 will die CDU-Fraktion einen Beschlussantrag einbringen, nach dem die Bürgermeisterin beauftragt werden soll, „beim Landrat des Landkreises Potsdam- Mittelmark die Anforderungen an einen neuen, im Eigentum des Landkreises stehenden Verwaltungsstandort in Werder (Havel) zu erfragen“.

Hintergrund sind die Pläne des Landkreises Potsdam Mittelmark, sich von gemieteten Liegenschaften in Werder (Havel) – immerhin der zweitgrößten Stadt im Landkreis und Zahler eines großen Anteils der Finanzierung des Kreises – zu trennen. Wegfallen würden demnach die Standorte „Am Gutshof“ und „Unter den Linden“. Neu sind diese Überlegungen nicht – bereits vor zwei Jahren hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) verkündet, die hohen Mietzahlungen würden rechtfertigen, eigene Immobilien zu bauen oder vorhandene in anderen Orten zu nutzen. Schon damals kündigte er an, sich von den teuren Mietobjekten in Werder trennen zu wollen. Aktuell ist als neuer Standort Beelitz-Heilstätten im Gespräch.

In dem Beschlussantrag an die SVV fordert die CDU Werder deshalb die Bürgermeisterin auf, offiziell beim Kreis die Kriterien für einen Standort im Eigentum des Kreises anzufragen, an dem die bisherigen Werderaner Amtsstellen erhalten bleiben und dann geeignete Grundstück zu identifizieren und anbieten bzw. vorzuschlagen. „Der Erhalt des Verwaltungssitzes des Landkreises in Werder (Havel) ist mit allem Nachdruck zu verfolgen“.

Die zu erwartenden Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Werder (Havel) wären erheblich, so die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung. Auch die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die vielfach ihre Wohnsitzentscheidung am Arbeitsort ausgerichtet haben, seien negativ betroffen. Der Landkreis wäre in der Pflicht gewesen, vor Veröffentlichung seines Konzeptes zur Entwicklung der Verwaltungsstandorte, seine Entscheidung in Gesprächen mit der Stadt Werder (Havel) darzulegen.

„Ein Abzug der Kreisverwaltung aus der zweitgrößten Stadt im Landkreis, die zudem verkehrlich für breite Teile des Landkreises bestens erreichbar ist, wäre geradezu absurd und vollkommen inakzeptabel“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Kreilinger. „Nicht nur die Bürger Werders, auch die Bürger vieler Nachbarkommunen schätzen den Standort entlang von RE-1 und B-1 wegen seiner guten Erreichbarkeit.

Überlegungen, von Mietobjekten in eigene Objekte wechseln zu wollen, seien angesichts der aktuellen Finanzierungskonditionen für den Landkreis legitim. Selbstverständlich könne und müsse das aber unter Erhalt des Standorts Werder geschehen. „Es gibt in der täglichen Arbeit keinen relevanten Zusammenhang zwischen den in Werder ansässigen Fachdiensten und anderen Bereichen, die eine Zentralisierung in Beelitz rechtfertigen würden. Im Übrigen ist es schon ziemlich dreist von den Verfassern des Konzeptes zu den künftigen Standorten der Kreisverwaltung, wenn dort vom Standort „Beelitz-Heilstätten/Werder“ die Rede ist, in Wahrheit aber ausschließlich in Beelitz-Heilstätten Verwaltungseinrichtungen bestehen sollen.“

„Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wieso der Landkreis nicht auf die Stadt Werder zugeht und seinen konkreten Wunsch-Bedarf  mitteilt, damit wir ihm ein geeignetes Grundstück anbieten bzw. empfehlen können“, so Hermann Bobka, Fraktionsvorsitzender der CDU Werder und Kreisrat. „Im Vergleich zu dem, was der Landkreis aktuell in Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf für Standorte ausgeben muss, können wir hier sicher bessere Konditionen bieten“.  (low)