Der Protest hört nicht auf!

Werder (Havel), OT Bliesdorf, 16. Mai 2017 – Mit großem Erfolg wurde am vergangenen Wochenende der 6. Aktions-Familienwandertag mit Waldfest in Bliesendorf gefeiert. Eveline Kroll, die Ortsvorsteherin, schildert den Tag:

Wie auch in der Vergangenheit war  „Petrus“ mal wieder auf unserer Seite, so dass der 6. Aktions-Familienwandertag mit Waldfest in Bliesendorf am 13. Mai mit zahlreichen Gästen und Wanderern bei interessanten Gesprächen ohne Regen stattfinden konnte. Die Ortsvorsteherin Eveline Kroll begrüßte die Gäste, klärte über den derzeitigen Sachstand zur Windkraft in Werder (Havel) auf und stellte Forderungen an die Landesregierung zum Schutz von Mensch und Natur.

Der stellvertretene Bürgermeister von Werder (Havel) , Christian Große, sagte uns seine weitere Unterstützung im Kampf gegen die „Windindustriegiganten“ mit mittlerweile einer Gesamthöhe von 220 Metern zu. Er sagte, dass eine Zerstörung der Natur gerade für einen staatlich anerkannten Erholungsort nicht zumutbar sei.

Die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig übergab der Bürgerinitiative Bliesendorf zum fünfjährigen Bestehen eine schokoladige „Nervennahrung“ mit dem Zusatz „Durchhalten“. Frau Dr. Ludwig wanderte, genauso wie Sigmar Wilhelm Ortsvorsteher Glindow, bereits das 5. Mal mit uns durch den Wald.

Beim Vorprogramm wurde zwischen den Reden kräftig gesungen mit Unterstützung der beiden Sängerinnen Rebecca Ley und Anja Spiegel. Bei dem Gedicht von Erika Otto “ Was wir wollen“ gab es mittendrin spontanen Beifall. Neben den Bliesendorfern waren Kreistagsabgeordnete, Stadtverordnete, Vertreter aus der Stadtverwaltung, Mitstreiter vom regionalen Waldkleeblatt-Natürlich Zauche e.V,  auch viele neue Gesichter aus Werder und insbesondere aus Glindow dabei. Durch die Unterstützung von Sigmar Wilhelm und dem Heimatverein Glindow gibt es eine wachsende Solidarität der beiden Ortsteile Glindow und Bliesendorf im Kampf gegen den Windpark Werder.

Nachdem der „Hoffnungsbaum“ mit von den Kindern bemalten Holzplättchen geschmückt worden ist, ging die Wanderung bei guter Stimmung angeführt von den Wanderführern und den beiden Clowns „Hella Propeller“ sowie „Tute Caruso“ los. Viele Familien mit Kindern gingen auf die „Schatzsuche“ in den Wald, um die Schätze der Natur mit dem Naturschutzhelfer Karsten Bathe zu finden. Die Wandergruppe mit Eva Bogda befasste sich auch mit der Historie des Waldes und einer Geschichte von dem Franzosen, der ganz alleine ein Waldgebiet angepflanzt hat.

Nach der Wanderung wurde der Hunger durch den selbstgebackenen Kuchen der Landfrauen, frisch Gegrilltem vom Sportverein und einer leckeren Wildspuppe der Jäger gestillt. Viele Informationen „Rund um den Wald“ gab es bei den Jägern und beim Infostand der Bürgerinitiative. Wärend des Waldfestes sorgte Christoph Wein & Band für gute Stimmung, so dass bis zum Abend der Wald mit viel Publikum gefeiert wurde, aber auch viele informative Gespräche zum Thema Windkraft stattfinden konnten. Die Bilderausstellung der „Bliesendorfer Waldspatzen“ zu den Gefahren für den Wald, rundete den 6. Aktionstag „Rettet unseren Wald“ ab. (Alle Fotos: Dietger Spiegel)


Einen Beitrag des Kulturradios des RBB  gibt es am heutigen Dienstag, 16.5.2017 in der Zeit von 22:04 Uhr bis 23 Uhr.

In der Reihe “Märkische Wandlungen” hat sich die Journalistin Ulrike Lückermann dem Thema „Energiewende in Brandenburg“ gewidmet. Intervievt wurden hierfür u.a. auch unsere Mitstreiter-/innen Waltraud Plarre, Eveline Kroll und der Unterzeichner … HÖREN SIE DOCH BITTE REIN.

Aus der Programmankündigung zitiert:
„Zwischen Fluch und Segen – Energiewende in Brandenburg“ / Mehr als 3500 Windräder stehen mittlerweile in Brandenburg
Viele Menschen begrüßen zwar die Energiewende, aber es gibt auch Proteste gegen konkrete Projekte. Vor allem dann, wenn Windräder in der Nähe von Häusern stehen und Krach machen oder wenn dafür Waldflächen gerodet werden. Die Landesregierung will bis 2030 ein Drittel des Primärenergieverbrauchs mit Erneuerbaren Ener-gien decken. Über Pro und Contra der Energiewende berichtet Ulrike Lückermann.“