Husch, husch in den Stall!

Bad Belzig / Werder (Havel), 11. November 2017 – Die Geflügelpest in Deutschland insbesondere bei Wildwasservögeln verbreitet sich weiter und führt zur Gefährdung der Nutzgeflügelbestände. Das Land Brandenburg hat mit sofortiger Wirkung eine Stallpflicht für Geflügel erlassen. Das teilte Verbraucherschutz-Minister Stefan Ludwig (Die Linke) am Freitag mit. Die Stallpflicht soll allerdings nicht in ganz Brandenburg gelten, sondern nur in bestimmten Risikogebieten. Wie jetzt der Pressesprecher des Landkreises Potsdam-Mittelmark jetzt mitteilte, wurde für das Stadtgebiet Beelitz bereits die Aufstallung von Geflügel angeordnet. Panik ist aber nicht angebracht: Das Infektionsrisiko für Menschen wird als „äußerst gering“ beschrieben.

Grundsätzlich gilt nach der Pressemitteilung des Landkreises Potsdam-Mittelmark: Alle Geflügelhalter müssen jährlich eine Meldung ihres Bestandes beim Veterinäramt abgeben. Sofern das noch nicht geschehen ist, muss mit Name, Anschrift, Anzahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Tiere und Nutzungsart im Fachdienst Veterinärwesen eine Meldung erfolgen (Tel. 03381 533 271, Fax –269, E-Mail FB3@potsdam-mittelmark.de. Ein Formular dazu befindet sich dazu auch auf der Internetseite des Landkreises (Meldung Nutztierhaltung).

Treten in einem Geflügelbestand Verluste von mehr als zwei vom Hundert (zwei Prozent) der Tiere des Bestandes innerhalb von 24 Stunden auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, so ist der Tierhalter verpflichtet, unverzüglich eine Anzeige beim Amtstierarzt zu machen.

Merkblatt des Landkreises PM für Geflügelhalter

Allgemeine Schutzmaßregeln

  • Jeder Halter von Geflügel (Hühner, Gänse, Enten, Puten, Fasane, Wachteln, Tauben u.a.m.) hat unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Tiere seine Geflügelhaltung anzumelden.
  • Die Anmeldung hat zu erfolgen im:
    Landkreis Potsdam-Mittelmark
    Fachbereich Landwirtschaft und Veterinärwesen Fachdienst Veterinärwesen
    Niemöllerstr. 1
    14806 Bad Belzig oderunter E-Mail: FB3@potsdam-mittelmark.deEin entsprechendes Anmeldeformular ist auch auf der Internetseite des Landkreises Potsdam- Mittelmark, Fachdienst Veterinärwesen – Formulare- „Anzeige einer Tierhaltung“ zu finden.Weiterhin ist die Anmeldung per Fax unter der Nummer 03381 533-269 oder telefonisch unter der Nummer 03381 533-287/271 möglich.

    • Jeder Geflügelhalter hat ein Register mit den Zu- und Abgängen zu führen.
    • Die Fütterung von Geflügel muss so erfolgen, dass Wildvögel keinen Zugang zu den Futter-und Tränkstellen haben. Eine Überdachung der Futterplätze wird empfohlen.
    • Geflügel darf nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zuganghaben; d.h. Enten und Gänse dürfen nicht auf freien Teichen oder anderen Gewässernschwimmen oder davon trinken können.
    • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände sind so aufzubewahren, dass Wildvögel damitnicht in Berührung kommen können.
    • Plötzliche Erkrankungen oder Verendungen mehrerer Tiere sind unverzüglich einemTierarzt zu melden. Tot aufgefundene Greifvögel oder Wasserwild (Wildenten und -gänse) sind dem FD Veterinärwesen zu melden.
      Was sonst noch getan werden kann:

      • Freiwillige Haltung des Geflügels im Stall oder
      • Haltung in Ausläufen (Volieren), die durch entsprechende Abdeckung nach oben gegenKoteintragung durch Wildvögel gesichert sind und in der seitlichen Begrenzung einEindringen von Wildvögeln verhindern;
      • Allgemeine Hygiene-Maßnahmen wie regelmäßiges Ausmisten des Stalles,Schadnagerbekämpfung, Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte sinddurchzuführen:
      • Es wird empfohlen, Personenverkehr zu den Stallungen auf ein Mindestmaß zureduzieren;
      • Ein- und Ausgänge der Geflügelställe sollten gegen unbefugtes Betreten gesichert sein;
      • Das Einrichten von Desinfektionsmatten vor den Geflügelställen;
      • Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild in Berührung gekommen sind, zu Geflügel.

Wer Geflügel hält, hat ein Register zu führen. In das Register sind unverzüglich einzutragen:

  1. im Falle des Zugangs von Geflügel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des bisherigen Besitzers, Datum des Zugangs sowie Art des Geflügels,
  2. im Falle des Abgangs von Geflügel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des Erwerbers, Datum des Abgangs sowie die Art des Geflügels sowie
  3. für den Fall, dass eine betriebsfremde Person die Geflügelhaltung betritt, Name und Anschrift dieser Person sowie das Datum des Betretens.

Verstöße können mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.

Entscheidend für die Biosicherheit der Geflügelbestände ist neben der Beschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs auf das unbedingt notwendige Mindestmaß auch die sichere Lagerung von Einstreu. Futter sollte immer so verabreicht werden, dass Wildvögel keinen Zugang haben. Auf das Verfütterungsverbot geflügelhaltiger Abfälle in Geflügelbeständen wird eindringlich hingewiesen. Jäger, die Kontakt mit Wildvögeln hatten, dürfen keine Geflügelhaltungen betreten. Geflügel in Freilandhaltung darf keinen Kontakt zu natürlichen Wasserflächen haben.

Vermehrte Totfunde von Wildvögeln insbesondere Wasservögel sind unverzüglich der Veterinärbehörde zu melden.

Es wird auf die Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit bei Hühnergeflügel hingewiesen. Alle Geflügelhalter sollten mit der sorgfältigen Umsetzung dieser Maßnahmen dafür sorgen, dass die Geflügelpest sich nicht in unseren Hausgeflügelbeständen verbreiten kann und zu weiteren Maßnahmen wie dem Töten befallener Bestände führen.