Die „Goldene Kruke“: Begehrte Auszeichnungen werden am 20. April übergeben

Noch stehen die Sieger nicht fest, denn erst am kommenden Sonntag werden die Bewerber ihre Weinproben für den Wettbewerb um die Auszeichnungen mit der "Goldenen Kruke" einreichen. Foto: wsw

Werder (Havel), 4. April 2017 – „Natürlich bin ich wieder dabei“,  sagt Thomas Herzog. Der Inhaber vom „BrandenBurger“ auf der Insel nahm im vergangenen Jahr gleich vier der begehrten Auszeichnungen mit nach Hause: vier silberne Kruken bekam Thomas Herzog für seinen Himbeer-, Pfirsich-, rote Johanna- und für seinen Erdbeerwein. Er ist in diesem Jahr mit 12 Weinen im Rennen.

Und bestimmt ist auch unser Himbeer-Toni schon ganz gespannt auf die Prämierung in diesem Jahr.  Als einziger nahm der immer noch als „jüngster Obstweinhersteller Werders“ geltende Auszubildende Toni Geißhirt im vergangenen Jahr zweimal die „Goldene Kruke“ entgegen. Natürlich eine für seinen lieblichen Himbeerwein und eine für seinen Mehrfruchtwein. Alle Teilnehmer – ob nun seit Jahren dabei oder neu dazu gekommen – müssen sich bis zum 20.  April gedulden.

Der Werderaner Tannenhof wird dann nämlich – eine gute Woche vor der Eröffnung des 138. Baumblütenfestes – Ausrichter für die feierliche Obstweinprämierung „Goldene Kruke“ sein. 1998 gab es erstmals eine Verkostung und Prämierung Werderaner Obstweine. Damals wurden 36 Proben abgeben und der beste Wein mit einer „Goldenen Kruke“ prämiert, für die Platzierten gab es damals lediglich Urkunden. 2009 wurden erstmals 100 Proben von 22 Erzeugern eingereicht – in vergangenen Jahr waren es sogar 226 Proben von 29 Erzeugern. Eine schöne Entwicklung, eine gute Tradition.

Vier silberne Kruken gab es im vergangenen Jahr für Andreas Herzog. Foto: wsw
Am werdertypischen Bändchen: So sehen die Orden für die Kruken aus. Foto: wsw
Auch Obstbauer Heiko Wels gehörte im vergangenen Jahr zu den Gewinnern. Foto: wsw
Erstmals wird die Verkostung der Obstweine in diesem Jahr in einer neuen Form durchgeführt. Um größtmögliche Neutralität zu wahren, werden die Proben der Weine an diesem Sonntag ausschließlich in Plastikflaschen ohne Namen und ohne Anschrift entgegen genommen. Wie Walter Kassin, der Vorsitzende des Werderschen Obst- und Gartenbauvereines, versicherte, sei damit gesichert, dass bei der Verkostung wirklich kein Hersteller erkannt werden kann. Wer noch kurzentschlossen seinen Wein einreichen möchte: Die Proben werden am Sonntag, dem 9. April 2017, in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr bei Weinbau Dr. Lindicke, Büro Am Plessower Eck 2 (Abfahrt Lehniner Chaussee) entgegen genommen. Pro Probe sind acht Euro zu entrichten.

Im vergangenen Jahr stieß man tatsächlich an die Grenzen der bisherigen Verkostungspraxis, berichtet Kassin. Neue Wege mussten gefunden werden.
„Die bisherige Verkostung wurde in Gruppen durchgeführt. Jedes Jurymitglied hatte dabei 35 bis 40 Proben zu verkosten und zu beurteilen. Dies geschah auf Grund der Menge und der Gruppentätigkeit doch ziemlich unter Zeitdruck“, so seine Erfahrung. „Deshalb“, kündigt Walter Kassin an, „werden wir eine neue Form der Verkostung einführen, ähnlich der, die in Weinbaugebieten üblich ist“.
Alle eingereichten Proben werden dabei –  mit einer Nummer versehen – einzeln in Reihen auf lange Tische gestellt und jedes Jurymitglied erhält eine eigene Liste mit den Nummern der Weine, die zu verkosten und zu bewerten sind. Verkostet und bewertet wird allein, in Ruhe und ohne Ablenkung. „Bei Bedarf hat das Jurymitglied die Möglichkeit,  zum Vergleich auch andere Proben der jeweiligen Kategorie zu kosten – das natürlich ohne Bewertung“. „Selbstverständlich werden alle Proben nach wie vor durch mehrere Jurymitglieder und unter Ausschluss der Öffentlichkeit verkostet und beurteilt“, so Kassin.

Für die Obstweinhersteller sind die Auszeichnungen ein tolles Aushängeschild – viele Besucher des Blütenfestes fragen inzwischen gezielt nach den Gewinnerweinen.