Die Linke fordert zusätzliche Schule in den Havelauen

Werder (Havel), 24. November 2016 – Eine neue zusätzliche Schule in den Havelauen nördlich der Bahn und den Ausbau der Grundschule in Glindow fordert der Ortsverband Die Linke Werder (Havel). „Es kann nur um eine städtische und keine private konfessionelle Schule mit Schulgeld gehen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Werder 1. Beigeordneter Christian Große zeigte sich verwundert über die Pressemitteilung.

Der Pressemitteilung zufolge lehnt die Linke den Einsatz von kommunalen Geldern für die Schaffung eines privaten Bildungscampus in Glindow ab und wendet sich deshalb gegen die Absicht der Verwaltung, „am Ortsrand in Glindow ein neues überdimensioniertes Großprojekt in die Wege zu leiten, das – ähnlich wie die Blütentherme – am Bedarf vorbei und mit einem privaten Investor und mit enormen Kosten für die Stadt angestrebt wird. Auf mehr als acht Millionen summieren sich die Zusagen für Zuschüsse, die die Stadt an die Hoffbauer-Stiftung geben will“.

„Grundsätzlich hat der Staat in Deutschland die Schulpflicht kostenlos zu sichern. Wenn auf Grund der Einwohnerentwicklung in der Stadt Werder (Havel) zusätzliche Schulplätze benötigt werden, muss dieser Bedarf prinzipiell durch staatliche Schulen gedeckt werden, private Schulen sind ergänzende, alternative Angebote zu dieser Grundversorgung“, argumentiert die Fraktionsvorsitzende der Linken in der Stadtverordnetenversammlung, Renate Vehlow. Im Übrigen, so Renate Vehlow weiter, gäbe es in Werder bereits seit 1990 eine freie Schule, die Waldorfschule Werder in der Elsastraße.

Christian Große dazu: „Einerseits wird eine zusätzliche staatliche Schule in den Havelauen gefordert, die der Stadt sehr teuer zu stehen kommen würde. Auf der anderen Seite ist aber ein prozentualer Zuschuss der Stadt für einen Bildungscampus der Hoffbauerstiftung schon zu viel.“
Statt konkrete eigene Vorschläge zu unterbreiten, werde eine Vorlage des Rathauses, die auf einen Beschlussantrag der Freien Bürger zurückgeht, von den Linken mit abenteuerlichen Argumenten zerpflückt. „Die Stadt hält daran fest, dass ein Bildungscampus in Glindow eine wichtige und notwendige Ergänzung der Werderaner Bildungslandschaft ist und die Hoffbauerstiftung ein geeinter und hochkompetenter Partner für ein solches Projekt wäre“, so Christian Große.

Die Linke fordert, den überarbeiteten Schulentwicklungsplan des Kreises Potsdam-Mittelmark abzuwarten. Erst wenn der vorliegt, könne die Stadt auf dieser Basis und den entsprechenden Schülerzahlen eine qualifizierte Schulplanung vornehmen.

Renate Vehlow weiter: „Das Programm, das die Verwaltung und die CDU mit dem Haushaltsentwurf 2017 vorgelegt haben und das den hochtrabenden Namen „Fit für die Zukunft“ trägt, wird diesem Motto höchstens in Ansätzen gerecht. Mit Ausnahme des Ausbaus der Carl-von-Ossietzky Oberschule enthält es im Wesentlichen nur die dringend erforderlichen Maßnahmen, um den Instandhaltungsrückstau der letzten Jahre endlich aufzuholen“.

Für die Linke würde aber auch der Ausbau des Ernst-Haeckel-Gymnasiums zur 4-Zügigkeit zu einem echten Zukunftsprogramm gehören, um in Werder optimale Schulangebote zu ermöglichen. (red)