Die neue Kirschkönigin heißt Anika Wolf

Werder (Havel) – In der Kirschanlage von Obstbauer Heiko Wels wurde heute die Kirschkönigin 2016/17 vorgestellt. Anika Wolf heißt sie, 26 Jahre alt, ist in Glindow aufgewachsen und mit dem Ort eng verbunden. Werders Bürgermeisterin Manuela Saß beglückwünschte Anika zur Wahl und kündigte ihre Teilnahme zum Umzug beim Kirsch- und Ziegelfest an. Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm dankte der Bürgermeisterin für die Unterstützung des Festes. Der stellvertretende Ortsvorstand Fred Witschel kündigte die Krönung der neuen Kirschkönigin für 15 Uhr am 2. Juli 2016 auf der Festwiese am Jahnufer an. Eröffnet wird das Fest bereits um 9 Uhr auf dem Sportplatz – noch mit der amtierenden Kirschkönigin Maria Kneiphoff und dem Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm. 

Ihr Großvater arbeitete schon als junger Mann in der Ziegelei, bei einem Besuch jüngst in der Ausstellung habe sie sogar ein Bild von ihm gefunden, erzählte Anika. Auch ihr Vater war dort als Brennmeister beschäftigt. „Als Kind habe ich auf dem Ringofen gespielt, später auch Kohlen geschleppt“, erinnert sie sich. Anika arbeitet in Potsdam als Sachbearbeiterin. Das Kleid der Kirschkönigin – diesmal im traditionellen Dirndl-Stil aus Baumwolle und Seide – wurde erneut und damit zum vierten Mal von der Glindowerin Manuela Giese entworfen und genäht.

Das Projekt der Kirschkönigin

Traditionell setzt sich Glindows Kirschkönigin für ein spezielles Projekt ein. Anika Wolf wird sich gemeinsam mit dem Zuckerbaum e.V. für die Potsdamer Klinikclowns engagieren. Der Zuckerbaum e.V. schenkt Kindern aus Familien, die durch Krankheit oder Tod eines Familienangehörigen oder durch traumatische Erlebnisse wie Flucht oder Vertreibung betroffen sind, eine unbeschwerte Zeit, in der sie für ein paar Stunden die Krisensituation vergessen können.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Fürsorge der betroffenen Familien. Und nun gibt es auch diese geplante Zusammenarbeit mit den Klinikclowns. Anika Wolf freut sich schon auf ihre künftige Aufgabe, bei der sie die Klinikclowns auch in Krankenhäuser begleiten wird, die klar machen soll, dass das Amt der Kirschkönigin nicht ausschließlich ein repräsentatives ist. Dennoch blickt sie auch mit Spannung und Vorfreude auf diese Zeit: „Ich hoffe, viel Neues zu lernen, viele Menschen kennen zu lernen, Glindow neu zu entdecken, Kontakte zu knüpfen“. Eine „nachhaltige Wirkung der Arbeit“ der Kirschkönigin kündigt Fred Witschel mit dieser Zusammenarbeit an.

Wie witzig, an- und aufregend die Klinikclowns sind, bewies Hella Propella. Sie begleitete mit viel Frohsinn und Scherzen die neue Kirschkönigin und zeigte mit ihrem charmanten Spiel Einblicke in die Arbeit des Potsdamer Klinikclowns e.V., die besondere Augenblicke im Alltag der Menschen in Medizin und Pflege schaffen.

Walter Kassin, Chef des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins, zeigte sich erfreut über die Zusammenarbeit: „Der Zuckerbaum e.V. ist unser Mitglied unseres Vereins. Die Streuobstwiese dort wird von uns begleitet. Die Pflanzungen und Pflegemaßnahmen werden mit uns abgestimmt. Schön, dass wir hier ein so wichtiges soziales Projekt auch begleiten dürfen“, sagte er.

Das Kirsch- und Ziegelfest

Während Fred Witschel die neue Hoheit vorstellte, gab es in der Kirschanlage gleich mal einige der Wetterkapriolen, für die das Kirsch- und Ziegelfest schon berühmt wurde: erst war es bewölkt, dann schien die Sonne, dann wurde es windig bevor es schließlich einen kräftigen Regenschauer gab. Anschließend schien die Sonne erneut. Und so beschrieb Fred Witschel das Fest denn auch als „Fest der Wetterkapriolen“ und stellte – ohne sich vom Wetter aus der Ruhe bringen zu lassen – das Programm vor. „Ein Fest der Vereine, ein Fest der Bürger des Dorfes“ soll es wieder werden, ganz im Sinne der Bewohner des Werderaner Ortsteiles. Von vielen Verkaufsständen habe man sich verabschiedet. Natürlich gibt es mit dem „Scharfrichter“ einen zuverlässigen Caterer, sagte Witschel, zudem einen Eiswagen – niemand müsse sich sorgen, dass es nicht genug zu essen und zu trinken gäbe. Das große Festzelt habe sich bewährt, mit dem Fokus auf die Kinder soll das Programm am Nachmittag ein besonders buntes werden. Fußballturnier, Festumzug, Programm, Schlagershow und Kirschtanz gibt es am ersten Tag des Festes. Am Sonntag wird nach dem Frühgottesdienst am Kahnufer ab 11 Uhr ein Frühschoppen mit dem Polizeiorchester angeboten bevor zum Ausklang ab 17 Uhr der Gemischte Chor Glindow e.V. in der Dorfkirche singt. Bereits am 1. Juli, dem Vorabend des Festes, gibt es im Festzelt am Kahnufer ab 19.30 Uhr wieder eine Show mit der Potsdamer Kabarettistin Andrea Meissner. Karten gibt es noch im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Wettbewerbe zum Kirsch- und Ziegelfest

Auch in diesem Jahr werden unter Federführung des Heimatvereins Glindow e.V. wieder der Fotowettbewerb und der Kirsch-Rezepte-Wettbewerb durchgeführt.
Der Fotowettbewerb steht unter dem Motto „Unser schönes Glindow“. Fotos in der Größe 13 x 18 bis 18 x 24 cm können bis noch zum 26. Juni 2016 jeweils samstags und sonntags von 11-17 Uhr im Heimatmuseum Glindow, Kietz 3, abgegeben bzw. direkt dort jederzeit in den Briefkasten gesteckt werden.
Die besten drei Fotos erhalten einen Preis. Die Auswahl übernimmt eine Jury. Bitte auf der Rückseite des Fotos vermerken: Name und Anschrift bzw Telefonnummer zwecks Benachrichtigung eines Gewinnes

Am Samstag, dem 2. Juli 2016, gibt es den traditionellen Kirsch-Rezepte-Wettbewerb. Kreativität ist gefragt – ob Kuchen, Muffin oder eine herzhafte Kreation – Hauptsache, es stecken Kirschen im frisch Zubereiteten. Der Ablauf: Das fertige Produkt wird zusammen mit dem Rezept (welches aber auch nachgeliefert werden darf!) am Samstag zwischen 8.30 bis 10 Uhr im Heimatmuseum Glindow, Kietz 3, abgegeben. Mitglieder des Heimatvereines nehmen diese Produkte entgegen und vermerken die Kontaktdaten für den Fall eines Gewinns. Eine Jury, die aus der Kirschkönigin, Spargelkönigin und Baumblütenkönigin sowie Vertretern des Festkomitees besteht, nimmt die Bewertung vor. Die besten drei Produkte werden ausgezeichnet.

Der Ortsbeirat sucht Glindows kleines Gartenparadies. Bis 17. Juni können die Vorschläge noch in „Tante Uschis Laden“ und in der „Obstland Apotheke“ abgegeben werden. Eine Jury, gebildet aus den Mitgliedern des Ortsbeirates und Glindower Bürgerinnen und Bürger, entscheidet über die diesjährige Platzierung. Die Preisverleihung erfolgt am Samstagnachmittag auf der Festbühne.

Der Kirschenkönig

Obstbauer Heiko Wels ist der „Kirschenkönig“. Das ist natürlich kein offizielles Amt, aber genannt wird der Glindower Obstbauer so. Seine Kirschen stehen auf rund 2,5 Hektar – frühe, mittlere und späte Sorten. Insgesamt bewirtschaftet er 18 Hektar. Gerade wurden 1200 neue Apfelbäume gepflanzt.
„Alle fragen immer nach den traditionellen Sorten, den großen Knupperkirschen“, weiß Heiko Wels, der auch in der Spandauer Obstallee seinen Stand hat, an dem dienstags und freitags die frische Ware verkauft wird. In Glindow in der Dr.-Külz-Straße, in Werder Unter den Linden und natürlich auf dem Frischmarkt am Werderpark gibt es jetzt seine Kirschen, die jetzt und über einen Zeitraum von rund acht Wochen geerntet werden. Im Angebot sind die frühe „Earlise“ und „Bellise“, die robuste Standardsorte „Kordia“ sowie die späte Sorte „Regina“. Zudem die helle Knupperkirsche „Büttners“ – „eine alte Sorte, die gehört einfach nach Werder“ – sagt Wels. Auch Bürgermeisterin Manuela Saß war begeistert von der Qualität und der Quantität: „Der hat doch hier Tag und Nacht gesessen und Kirschen an die Bäume gehängt“, scherzte sie. Die Bäume hängen voll – auf eine Prognose will sich Heiko Wels dennoch nicht einlassen. „Abgerechnet wird am Schluss“, lächelt er. Das Blühwetter war auch nicht ideal, etwas zu kühl. Jetzt hofft er, dass es nicht zu viel regnet. Aber es wird „wohl eine gute Ernte werden“.

Seit Januar 2016 hat sich Heiko Wels Verstärkung in den traditionsreichen Familienbetrieb in sechster Generation geholt. „Mein Sohn, warum soll ich jemand das Geld geben, wenn es in der Familie bleiben kann?“, lächelt Heiko Wels. Sohn Hendrik hat auf Vaters Geheiß erst einen ‚richtigen‘ Beruf gelernt und kann sich jetzt als Obstbauer beweisen. Der 23Jährige hat selbst bereits einen kleinen Sohn – Marian ist anderthalb Jahre alt. Die Hochzeit mit seiner Bianca wurde im Mai gefeiert, sie ist noch nicht in den Obstbau involviert – sie ist Erzieherin.

Hendrik, der heute auch bei der Vorstellung der neuen Kirschkönigin dabei war, packt an und ist sich für keine Arbeit zu fein. „Ich mache alles, was anfällt“, lächelt er. „Bäume schneiden, Trecker fahren, mulchen, Erdbeeren oder Kirschen pflücken, Märkte beliefern …“, zählt er auf und noch weitere Aufgaben kämen dazu. Aber es macht ihm viel Spaß – der Eintritt in die Familienfirma war „die richtige Entscheidung“ zur Stärkung und zur Fortführung der Tradition. Und eigentlich wollte sich Opa Heinz ja auch im kommenden Jahr zur Ruhe setzen. „Aber wer weiß, die Entscheidung steht wohl noch nicht fest“, relativiert er. Echte Obstmucker setzen sich ja auch eigentlich nie zur Ruhe, oder?

Die Bildergalerie zur Vorstellung der neuen Kirschkönigin Anika Wolf heute in der Kirschanlage von Heiko Wels: