Doppelt so viele Einsätze durch Sturm und Starkregen

Werder (Havel), 29. Januar 2018 – Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Werder (Havel) mussten im vergangenen Jahr fast doppelt so oft ausrücken wie im Jahr 2016. Die Kameradinnen und Kameraden fuhren insgesamt zu 456 Einsätzen, im Vorjahr gab es 241 Einsätze. Das teilte Henry Klix, der Stadtsprecher von Werder (Havel) heute mit. Demnach schlug sich das Sturmtief Xavier Anfang Oktober besonders in der Statistik 2017 nieder: Mit 140 Einsätzen an drei Tagen seien die Freiwilligen Feuerwehren extrem gefordert gewesen, wie der Pressemitteilung zufolge der stellvertretende Stadtwehrführer Stephan Kranig am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr sagte. Auch die beiden Unwetter im Juni mit Sturm und Starkregen  sowie der Starkregen im August hätten sich in den Einsatzzahlen niedergeschlagen. So summierten sich allein die natur-bedingten Einsätze im vergangenen Jahr auf 204.

„Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass die Feuerwehren in Werder (Havel) auch in schwierigen Einsatzlagen und Situationen fest zusammenstehen“, sagte Stephan Kranig. Freud und Leid seien oft nah beieinander gewesen. So hatten die Werderaner nach dem tragischen Unfalltod zweier Feuerwehrkameraden aus Lehnin bei einem Autobahneinsatz auf der A2 vorübergehend den Autobahnabschnitt der Lehniner übernommen, um die Feuerwehrleute der Nachbarkommune zu entlasten. Für die Verstorbenen wurde am Freitag eine Schweigeminute eingelegt. Erste Feuerwehrfahrzeuge in Werder wurden als Konsequenz aus dem Unfall mit einer Heckwarnbeklebung versehen, weitere sollen folgen.

Knapp 40 mal sind die Werderaner den Angaben zufolge im vergangenen Jahr zu Autobahneinsätzen ausgerückt. Häufig mussten nach Zusammenstößen eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen befreit werden. Es gab auch eine Reihe von Brandeinsätzen: So war im Februar am Autohof Neu Plötzin eine Gaskartusche von einem Campingkocher in einem Lkw explodiert. Im April brannte ein Haus in der Brandenburger Straße, im Mai ein Auto in der Adolf-Damaschke-Straße, im Juni ein Keller in der Kemnitzer Chaussee und im August ein Dachstuhl in der Bergstraße. Im November schließlich gab es zwei Verletzte, als in einem Musterhaus in den Havelauen ein Ofen explodierte. Die Feuerwehr konnte jeweils ein Ausbreiten der Flammen verhindern – und häufig auch Personenschäden. Einen exotischen Einsatz gab es im Oktober in Rädel, bei dem ein Pferd aus einem Brunnenschacht befreit werden musste.

Zu den schönsten Momenten des Jahres zählte der Ehrenamtstag am 15. Juli: Für eine Million Euro bekam die Werderaner Feuerwehr zwei neue Fahrzeuge – einen Rüstwagen und ein Löschgruppenfahrzeug. Um für alle Situationen gewappnet zu sein, haben die Feuerwehrleute auch wieder an zahllosen Weiterbildungen teilgenommen, wie der stellvertretende Stadtwehrführer Sebastian Schenk erklärte. 26 Kameradinnen und Kameraden nahmen an Truppmannausbildungen teilt. Insgesamt 34 Feuerwehrleute absolvierten Lehrgänge in der Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz oder im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises in Beelitz-Heilstätten.

Die Vielzahl und die Qualität der Einsätze und die Bereitschaft, sich weiterzubilden, seien eine eindrucksvolle Leistung der 154 Kameraden und Kameradinnen der Einsatzabteilung, sagte der 1. Beigeordnete Christian Große. „Dieser Dienst am Nächsten kann nicht hoch genug gewürdigt werden.“ Er brachte zudem gute Nachrichten zur Jahreshauptversammlung mit: Eine Bauvoranfrage für ein neues Feuerwehrdepot im Ortsteil Plessow sei am 18. Januar positiv beschieden worden. Im Entwurf des Doppelhaushalts sind Mittel für den Baustart 2019 eingestellt. Außerdem sind eine Reihe von Instandsetzungen an den Gerätehäusern in Werder (Havel), Glindow, Plötzin und Phöben  geplant. Die Wehr in Glindow soll 2018 ein neues Tanklöschfahrzeug und 2019 ein neues Löschfahrzeug bekommen. (wsw)