Erneut Geflügelpestvirus im Raum Werder (Havel)

Werder (Havel), 9. Februar 2017 – Wie das Landratsamt Potsdam-Mittelmark mitteilte, wurde der Geflügelpestvirus gestern bei einem weiteren Wildvogel im Raum Werder (Havel) nachgewiesen. Auch in Wiesenburg (Mark) gab es einen weiteren Fall.

Nach der Feststellung des Geflügelpesterregers H5N8 bei dem verendeten Bussard in Werder (Havel) wurden die in der Geflügelpest-Verordnung vorgesehenen Maßnahmen unverzüglich eingeleitet. Dazu gehört die Einrichtung des Sperrbezirkes und des Beobachtungsgebietes um den Fundort des infizierten Wildvogels. In diesen Gebieten gelten Beschränkungen für Geflügelhaltungen.

Daraus folgt aber wieder das bekannte Procedere: Geflügel darf für die Dauer von 21 Tagen im Sperrbezirk und 15 Tagen im Beobachtungsgebiet nicht verbracht werden. Gewerbsmäßige Geflügelbestände im Sperrbezirk werden regelmäßig klinisch untersucht. Falls notwendig werden auch Proben für weitergehende Laboruntersuchungen entnommen.

Die genauen Grenzen der genannten Restriktionsgebiete und die Tierseuchenrechtlichen Verfügungen sind auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht. Die betroffenen Geflügelhalter werden über die erforderlichen Maßnahmen informiert.

Im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet haben Halter von Hunden und Katzen sicherzustellen, dass diese nicht frei herumlaufen. In den ausgewiesenen Restriktionsgebieten ist darüber hinaus die Jagd auf Federwild verboten.

Sperr- und Beobachtungsgebiet Stadt Werder/Havel und Gemeinde Schwielowsee

Örtlicher Geltungsbereich des Sperrgebietes Stadt Werder/Havel
Das Sperrgebiet umfasst das folgende Gebiet:
Im Norden beginnend an der südlichen Spitze des Naturschutzgebietes „Wolfsbruch“

  •  von dort in westliche Richtung über die Havel bis zur „Marina Zernsee“;
  •  entlang der Straße „Zur Uferaue“ bis „Phöbener Chausee“ (L 90);
  •  in südlicher Richtung der „Phöbener Chausee“ (L 90) folgend bis „Hans-Sachs-Straße“;
  •  „Hans-Sachs-Straße“ in südliche Richtung folgend bis „Kemnitzer Chaussee“;
  •  „Kemnitzer Chaussee“ in östliche Richtung bis „Hagenstraße“;
  •  „Hagenstraße in östliche Richtung bis „Hoher Weg“;
  •  „Hoher Weg“ in südöstliche Richtung bis Ecke/Einmündung „Carmenstraße“
  •  „Carmenstraße“ in gedachter Linie in östlicher Richtung über „Friedrichshöhe“ bisHavelufer in Höhe Tennisclub Werder „Havelblick eV“;
  •  die Havel östlich überquerend bis Ufer „Wildpark West“ in Höhe Straße„Havelplatz“;
  •  von „Havelplatz“ in nördliche Richtung bis Stadtgrenze Potsdam.

Örtlicher Geltungsbereich des Beobachtungsgebietes Stadt Werder/Havel und Gemeinde Schwielowsee
Das Beobachtungsgebiet umfasst das nachfolgende Gebiet:
Im Norden beginnend an der Kreisgrenze PM in Höhe „Nattwerder“

  • von dort in westliche Richtung in gedachter Linie bis Havelufer in Höhe Straße „Havelblick“;
  • weiter in westliche Richtung die Havel überquerend bis „Phöbener Chausseestraße“ (südlich der Poloreitanlage Phöben);
  •  von der Poloreitanlage in südwestliche Richtung bis Autobahnbrücke A 10 (Großer Plessower See);
  • von dort südlich über „Zolchower Weg“, den Ortsteil „Plessow“ ausnehmend, bis südliches Ufer „Großer Plessower See“;
  • von dort in östlicher Richtung über die „B1“ bis Ecke „Grüner Weg“;
  •  „Grüner Weg“ folgend bis zum Ende (Havelufer);
  •  Havel in östliche Richtung überquerend bis Ecke Straße „Am Wasser“ /„Gartenweg“;
  • Von dort in nördliche Richtung, die Kaserne „Henning von Treskow“ ausnehmend,bis Kreisgrenze LK Potsdam-Mittelmark.

Die Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin gebeten, vermehrte Totfunde von Wildvögeln insbesondere Wasser- und Raubvögel dem Veterinäramt zu melden.
Geflügelhalter, die ihre Bestände bisher nicht dem Veterinäramt gemeldet haben, müssen dieses unverzüglich nachholen.

 Am gestrigen 8. Februar 2017 wurde auch in Wiesenburg/Mark erneut bei einem verendeten Schwan der Geflügelpesterreger H5N8 nachgewiesen. Alle dort bereits getroffenen Maßnahmen der Geflügelpest-Verordnung bleiben bestehen, nähere Informationen dazu im Internet hier:  http://www.potsdam-mittelmark.de/de/aktuelles-termine/neues-aus-dem-landkreis/aktuelles/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=362&cHash=196fc65e564dbbfb30aa99d8473571ed .

Die Tierseucheninformation des Landes Brandenburg findet man hier.


Bislang keine Übertragung von H5N8 auf den Menschen bekannt
Bisher sind keine Infektionen des Menschen mit H5N8-Viren bekannt. Eine Übertragung des Virus über infizierte Lebensmittel ist nach Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. Gleichwohl empfiehlt das BfR grundsätzlich die Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten zu beachten. (red)