Fahrten zu KZ-Gedenkstätten sind „nachhaltiger als das beste Geschichtsbuch“

Werder (Havel) / Potsdam, 24. Oktober 2016 – Fahrten von Schulklassen und Jugendgruppen zu KZ-Gedenkstätten in Polen werden ab sofort zusätzlich finanziell unterstützt. Bildungs- und Jugendminister Günter Baaske und der Gründer der Bethe-Stiftung, Erich Bethe, haben in der vergangenen Woche in Potsdam dazu eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Gemeinsames Anliegen sei es, heißt es in einer Pressemitteilung, dass sich junge Menschen an historischen Orten mit dem Nationalsozialismus und den Folgen des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzen.

Die Bethe-Stiftung fördert Fahrten von Schülerinnen und Schülern aller weiterführenden Schulen sowie von Jugendgruppen zu Gedenkstätten in Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Belzec, Sobibor und Kulmhof mit bis zu 220 000 Euro pro Jahr. Das Land Brandenburg stockt diese Summe um insgesamt 40 000 Euro auf. Damit kann der Eigenbeitrag für die mehrtägigen Fahrten auf bis zu 30 Euro je Teilnehmer gesenkt werden. Die Kooperation ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Minister Günter Baaske: „Es ist wichtig, dass sich junge Menschen mit dem nationalsozialistischen Terror und dem Holocaust auseinandersetzen, besonders an Gedenkorten in unserem Nachbarland Polen. Ich bin der Bethe-Stiftung unendlich dankbar für ihr Engagement in dieser Sache, die uns gemeinsam am Herzen liegt.“

Ansprechpartner für alle interessierten Schulen und Jugendeinrichtungen ist das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB), das von der Bethe-Stiftung mit der konkreten Förderung der Gedenkstättenfahrten beauftragt wurde. IBB-Geschäftsführer Peter Junge-Wentrup: „Wir freuen uns, mit Brandenburg das elfte Bundesland als Kooperationspartner begrüßen zu können. Die Reise an einen ehemaligen Vernichtungsort im heutigen Polen bewegt Jugendliche nachhaltiger als es das beste Geschichtsbuch jemals könnte.“ (red)