Familien- und Jugendzentrum entsteht in der „Alten Weberei“

Die Alte Weberei soll neuer Standort für Werders Jugend- und Familienzentrum werden. Foto (3): Werder

Werder (Havel), 5. Juli 2017 – Die frühere Gaststätte „Zur Alten Weberei“ in der Adolf-Damaschke-Straße soll zum neuen Familien- und Jugendzentrum von Werder (Havel) werden. Dazu hatte der 1. Beigeordnete Christian Große bereits in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung informiert. Das Familienzentrum ist provisorisch im Seniorenpflegeheim Casa Reha untergebracht, seitdem der alte Standort nicht mehr zur Verfügung stand. Aus demselben Grund ist auch der Jugendklub derzeit nur provisorisch im Internat des Oberstufenzentrums tätig. Am neuen Standort soll nun die Kinder- und Jugendarbeit in Werder zusammengeführt werden, wie die Stadt heute informierte.

Die Ausgangsbedingungen für die Entstehung eines neuen soziales Zentrum seien hervorragend, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große, das werde nicht nur in der Stadtverwaltung so gesehen.  „Wir sind bei allen Beteiligten auf offene Ohren für diese Standortidee gestoßen.“ Das Objekt am Havelufer wurde zunächst für zehn Jahre angemietet, es bestehe eine Verlängerungsoption, so Christian Große. Vor dem Einzug sollen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten stattfinden. Im Haushalt stehen dazu rund 200.000 Euro zur Verfügung. „Sobald klar ist, wie die Funktionen in den Räumen verteilt sind, können wir die Aufträge auslösen“, so Christian Große. Zwei Gasträume, ein Versammlungsraum und die Küche können genutzt werden.

Familienzentrum und Jugendklub sind beide in Trägerschaft des JOB e.V., der jetzt mit der Stadt an einem gemeinsamen Konzept für das neue Familien- und Jugendzentrum arbeitet. Auch nach einem passenden Namen wird noch gesucht. „Ich freue  mich sehr, dass nach dieser langen Übergangszeit und der Provisorien nunmehr ein so schönes und gut geeignetes Objekt als dauerhafter Standort gefunden werden konnte“, so Thomas Lettow. Geschäftsführender Vorstand vom JOB e.V.. „Der neue Ort bietet beste Voraussetzungen für die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit in der Stadt Werder (Havel) sowie den Ausbau dieser Angebote in enger Kooperation mit den ansässigen Sportvereinen und den weiteren Partnern in der Stadt.“

Die Stadt hat das Objekt vom Stadtsportbund ab 1. Juli gemietet, die dort befindliche Gaststätte hatte keine Perspektive. Es handele sich um ein tolles Grundstück mit einer schönen und zentralen Lage, die aus den neuen und alten Stadtquartieren und auch aus den Ortseilen gut erreichbar sei, so Christian Große weiter. „Es ist perfekt, um erfolgreiche soziale Angebote in unserer wachsenden Stadt weiter zu etablieren.“ Auch er erwartet Synergien mit den benachbarten Vereinen. Die Anlage vom Kegelverein Werder soll erhalten bleiben, außerdem sind in unmittelbarer Nachbarschaft der Tennisclub Havelblick und der Ortsangelverein aktiv. Zudem wird zum Jahresende ein paar Häuser weiter eine Kita eröffnen und auch das Evangelische Gemeindezentrum ist nicht weit entfernt.

Dort trafen sich unlängst mehr als 30 Vertreter von Schulen, Kitas, Sozialtreffs, Vereinen, der Kirche und Sozialbehörden des Landkreises zu einer Sozialraumkonferenz und erfuhren als Erste vom neuen Familien- und Jugendzentrum. Der Jugendamtsleiter von Potsdam-Mittelmark, Bodo Rudolph, beglückwünschte die Stadt zur Standortentscheidung. Von der Ungewissheit gerate Werder in eine Luxusposition, ergänzte der Teamleiter Jugendförderung des Landratsamtes, Bernd Kreissl. „Einen so schönen Standort gibt es im ganzen Landkreis nicht.“

Die Entscheidung sei ein guter Anlass, die Familien- und Jugendarbeit in Werder weiter zu vernetzen und bestehende und neue Angebote besser bekannt zu machen, wie es hieß. „Junge Menschen haben viele Fragen, Fachkräfte der Jugend- und Sozialarbeit können ihnen auch in Werder (Havel) zur Seite stehen“, so Amtschef Bodo Rudolph. In der Sozialraumkonferenz wurde nun vereinbart, ein Gesamtkonzept für die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt mit ihren Ortsteilen zu entwickeln. Der Werderaner Raum ist einer von 19 Sozialräumen, die das Jugendamt des Landkreises in Potsdam-Mittelmark fördert.

Als gute Praxisbeispiele der Jugendarbeit im Landkreis wurden die Kita-Olympiade in Wusterwitz, das Kreativ-Sommercamp „Hast Du Töne“ in Stahnsdorf, die Kooperation zwischen der Schneiderwerkstatt und der schulischen Näh-AG in Niemegk oder die Straßenaktion „Freispieltag“ in Bad Belzig, wo Freispieltrainer in der Plattenbausiedlung Klinkengrund einmal wöchentlich Mitspielaktionen für Kinder anbieten.

In dem neuen Gesamtkonzept für Werder soll es um die Vernetzung und inhaltliche Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit gehen aber auch darum, wie man die Vielzahl bereits vorhandener Angebote und Projekte der Öffentlichkeit besser vermittelt. Ein dreiköpfiges Organisationsteam wurde zunächst beauftragt, ein Grobkonzept zu erstellen, über das im Oktober erneut beraten werden soll.