Filmorchester gastiert zum zweiten Mal in Werder (Havel)

Konzert des Filmorchesters 2017 auf der Bismarckhöhe. Foto: Tom Klement

Werder (Havel), 21. März 2018 – Der Walzer „An der schönen blauen Donau“ wurde von Johann Strauss (Sohn) 1867 uraufgeführt, gilt als erster Schlager der Musikgeschichte und als heimliche Hymne von Österreich. Er wird als Kennmelodie für den Verkehrsfunk in Neuseeland gespielt und für den Küstenfunk in Uruguay verwendet. Innerchinesische Fluglinien spielten ihn als beruhigende Melodie beim Landeanflug. Für eingefleischte Filmfans wird der „Donauwalzer“ aber vor allem mit einer Science-Fiction-Szene verbunden sein: Stanley Kubrick lässt in „2001: Odyssee im Weltraum“ zu dessen Klängen das von der Erde gestartete Raumschiff an die im Orbit rotierende Raumstation andocken.

„Klassik im Film“ ist der Titel eines Konzertabends am Samstag, dem 24. März, ab 18 Uhr auf der Bismarckhöhe in Werder (Havel), Hoher Weg 150, zu der auch der Donauwalzer zu hören sein wird. Das Konzert soll daran erinnern, dass viele Filmemacher zur Untermalung ihrer Bilder aus dem unerschöpflichen Repertoire der klassischen Musik geschöpft haben und schöpfen. So wird auch der zweite Satz des Klarinettenkonzerts von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören sein. Es gehört zu Mozarts bekanntesten Stücken und ist 1791 zwei Monate vor seinem Tod entstanden. In Filmen taucht die Musik immer wieder auf, so auch in Sydney Pollack Filmklassiker „Jenseits von Afrika“ aus dem Jahr 1985 mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen.

Robert Schumanns „Frühlingssinfonie“ ist sogar zum Filmtitel geworden. 1983 ist der gleichnamige Streifen von Peter Schamonie mit Herbert Grönemeyer, Nastassja Kinski und Rolf Hoppe entstanden. Es geht um die Liebe des jungen Schumann zur Pianistin Clara Wieck, der sich dessen Vater vergeblich in den Weg zu stellen versucht. Der Film ist die erste westdeutsche Produktion, die in der DDR an Originalschauplätzen gedreht werden konnte. Für Schumann war „Frühlingssinfonie“ seine erste B-Dur-Sinfonie, er hat sie in nur vier Tagen 1841 zu Papier gebracht. Nun ist es in Werder zu hören.

Auch  Actionfilme bedienen sich im klassischen Musikrepertoire: In der Filmmusik zu „Stirb langsam 2“ von 1990 bezog sich Komponist Michael Kamen  deutlich auf die Musik von „Finlandia“, einer sinfonischen Dichtung des finnischen Komponisten Jean Sibelius aus den Jahren 1899/1900. Die Musik entstand in einer Zeit des nationalen Erwachens des russisch besetzten Finnlands, das 1917 schließlich zur Unabhängigkeit führen sollte. Im zweiten Film der Stirb-langsam-Reihe mit Bruce Willis verleiht die  dynamische Wucht der Musik und deren scharfe Akzente dem filmischen Geschehen eine zusätzliche Spannung. (wh/hkx)


Das Filmorchester Babelsberg unter Leitung von Christian Köhler gastiert am Samstag zum zweiten Mal in Werder. Christian Köhler hat schon das erfolgreiche Jubiläumskonzert des Filmorchesters auf der Bismarckhöhe im vergangenen Jahr dirigiert. Karten gibt es in der Tourist Information, Buchhandlung Hellmich oder Das Kartenhaus im Vorverkauf für 25 Euro / 22,50 ermäßigt oder an der Abendkasse für 30 Euro. Einlass ist ab 17 Uhr.