Fröhlich & friedlich – das erste Wochenende des 138. Blütenfestes

Friedliches und fröhliches Feiern - das geht in Werder (Havel) beim 138. Baumblütenfest. Foto: wsw

Werder (Havel), 1. Mai 2017 – Das erste Wochenende des 138. Baumblütenfestes ist geschafft. Es wurde friedlich und fröhlich gefeiert, abgesehen von „volksfesttypischen Straftaten“, die man aber in Relation zu den vielen friedlichen Besuchern sehen muss.

Das wirsindwerder-Team hat den freien Tag am 1. Mai für eine kleine Rundreise durch die Plantagen und Obsthöfe genutzt. Wir haben Krukengewinner besucht, in die Sonne geschaut, mit Gästen geschwatzt und Obstwein verkostet. Die Ergebnisse unserer kleinen Tour lest Ihr weiter unten. Am heutigen Dienstag findet der traditionelle „Werdertag“ statt, bei dem es auf der Bühne auf dem Marktplatz ein von Werderanern für Werderaner gestaltetes buntes Programm gibt. Abends gibt es ab 19 Uhr das letzte Konzert der Rockband Six. Die Band wird in dieser Formation aufgelöst, der Frontmann macht dann solo weiter. Zum Familientag am Mittwoch bieten alle Schaustellergeschäfte ermäßigte Eintrittspreise. Am Donnerstag dann wird Peter Schilling, musikalischer Globalplayer seit den 80er-Jahren, ein Konzert an der Regattastrecke geben.

Anwohner und Besucher haben Verständnis für die Sperrmaßnahmen

Die umfangreichen Sperrmaßnahmen beim 138. Baumblütenfest in Werder (Havel) sind am ersten Festwochenende  auf großes Verständnis bei den Besuchern und den Anwohnern getroffen. „Es gab an den beiden Sperrkreisen alles in allem lösbare Probleme. Die Anwohner waren informiert und zeigten Verständnis. Und auch viele Gäste hatten sich im Vorfeld kundig gemacht und reisten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an“, sagte Werders 1. Beigeordneter Christian Große am Montagnachmittag.

Die Sperrmaßnahmen würden auch für das kommende Festwochenende gelten. Christian Große appellierte deshalb einmal mehr an die Gäste, auch am 6. und 7. Mai mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. „Im Bereich der Festmeile gibt es dann erneut keine Parkplätze.“ Den Anwohnern dankte er für ihre Besonnenheit und ihr Verständnis für die zusätzlichen Maßnahmen, die aufgrund der aktuellen Sicherheitslage in Abstimmung mit den Sicherheitspartnern getroffen werden mussten.

Am ersten Festwochenende und besonders am Sonntag war das Baumblütenfest gut besucht. Nach 11.700 Zuganreisen am Samstag sind am Sonntag von der Bundespolizei insgesamt fast 21.000 Zuganreisen geschätzt worden. Knapp 3.000 weitere Gäste reisen mit Schiffen an, am Samstag waren es 1.600. Am Montag wurde die Zahl der Zuganreisenden bis 13 Uhr auf insgesamt 3.700 geschätzt.

Viele Gäste auf den Obsthöfen

Die Besucherspitze am Sonntag war auch auf den Obsthöfen zu spüren gewesen, so Walter Kassin, Vorsitzender des  Obst- und Gartenbauvereins in Werder (Havel). „Nach den Frösten und den zu erwartenden Ernteverlusten freuen sich die Obstbauern über die Gäste in diesem Jahr ganz besonders.“ Die frisch gekürte Blütenkönigin Christin Schiffner war am Festwochenende neben der Festmeile auch auf den Obsthöfen unterwegs und wurde von den Obstbauern und ihren Gästen willkommen geheißen. Zudem gab sie dem rbb-Journal „Brandenburg aktuell“ am Samstag bereits ein erstes kurzes Fernsehinterview.

157 mal Kikeriki!

Morgendliches Highlight am Montag war das traditionelle Hähnewettkrähen am 1. Mai. Waren die kleinen Hähne in den Vorjahren häufig besser als die großen, so war es in diesem Jahr umgekehrt: Sieger wurde  der Geltower Klaus Klaven mit seinem Vorwerkhahn, der die Bewohner des Hohen Wegs mit 157 Kikerikis auf den Tag einstimmte. Bei den kleinen Hähnen siegte der Antwerpener Bartzwerg von Uwe Heese aus Glindow mit 118 Krähern. Publikumsliebling war ein Bantam-Zwerghahn von Manfred Rachlitz aus Werder, der zwar „nur“ 88-mal krähte, dafür aber der einzige Hahn mit einem Namen war: „Sir Gudrun“.

Dank an die Sicherheitspartner

Bürgermeisterin Manuela Saß dankte am Montagnachmittag den Sicherheitspartnern, den Sanitätern und Ordnern, dem Rettungsdienst, der Feuerwehr und besonders auch der Bundes- und Landespolizei, die durch ihre Präsenz dafür gesorgt hätten, dass sich die Gäste des Blütenfestes sicher fühlen können. Die volksfesttypischen Straftaten müssten ins Verhältnis zum Besucherandrang gesetzt weden. „Die überwiegende Zahl der Gäste kommt nach Werder, um hier friedlich mit Freunden oder mit der Familie den Frühling zu feiern und den Obstwein maßvoll  zu genießen.“ Davon sei auch die familiäre Stimmung auf der Festmeile und den Obsthöfen geprägt.

„Dr. Quitte“ – Obsthof Deutscher

Die Familie und die Mitarbeiter nennen ihn neuerdings hochachtungsvoll „Dr. Quitte“. Obstbauer Jürgen Deutscher lächelt dazu vielsagend und zapft weiter seine hausgemachten Obstweine. Für seinen Quittenwein gab es eine Bronze-Kruke – die Gäste an der Plötziner Chaussee trinken den gern, aber auch die anderen Sorten gehen weg wie warme Semmeln. Wein, Kuchen, Bratwurst und viel gute Laune gibt es hier auch am kommenden Wochenende.

Jürgen Deutscher. Foto: wsw

Gemütlich: Van Dam’s Kirschenhof

Von Deutschers ist es nicht weit zu Van Dam’s – ebenfalls an der Plötziner Chaussee. Gemütlich im Sonnenschein unter den Obstbäumen sitzen, Wein oder Kaffee trinken und mit den freundlichen Niederländern quatschen – wunderbar auf Van Dam’s Kirschenhof. „Der Kuchen ist selbst gebacken von Roswitha aus Plötzin“, lobt der Chef die leckeren Stückchen, an denen man so schwer vorbei kommt. Aber auch Bratwurst gibt es, für alle, die es deftig mögen. Van Dam empfiehlt seinen Holunder- und Rhabarberwein, geöffnet ist übrigens die ganze Woche.

Van Dam’s sind immer gut gelaunte Gastgeber. Foto: wsw

Entspannung pur bei Lindickes

Beim Spaziergang durch die Lindicke-Plantage wird man irgendwie tiefenentspannt. Ebenfalls an der Plötziner Chaussee wird auf einem großen Gelände an den Wochenenden gefeiert oder Ruhe gesucht und gefunden. Essen und Trinken gibt es reichlich, ebenso verschiedene Obstweine. Natürlich wird besonders gern die Schwarze Johanna getrunken – Gewinnerin der Goldenen Kruke. Ebenso häufig geht der Rote Johannisbeerwein über den Tisch, der die Bronze-Kruke gewann. Wie Bettina Lindicke informiert, ist der Stadtgarten der Lindickes in der Nachbarschaft vom „Rauenstein“ auch in der Woche geöffnet.

Gleich zwei Gewinnerweine gibt es bei Lindickes zu kosten. Foto: wsw

Thierschmanns: Paradies für Kinder

Bei Thierschmanns an der Plötziner Chaussee steht die Obstpresse ausnahmsweise mal still. Der Hof ist voller gut gelaunter Menschen. Hier feiern aber nicht nur die Erwachsenen das Baumblütenfest. Während die Großen essen und trinken, können sich auch die Kleinen richtig austoben. Es gibt einen Kicker, eine Rutsche und einen kleinen Spielplatz. Auch am kommenden Wochenende kann man hier die großartige Gastfreundschaft einer fröhlichen Familie genießen, die beim Blütenfest alle mit anpacken. Neben den üblichen Angeboten – verschiedene Obstweine, Kaffee, Pommes, Bratwurst, Kuchen – gibt es hier leckere Cocktails.

Familie Thierschmann hatte am ersten Blütenfestwochenende alle Hände voll zu tun - und trotzdem Zeit für ein Familienfoto. Foto: wsw

Kuschlig im Kirschgarten

An der Lehniner Chaussee, schräg gegenüber vom Tannenhof den Plattenhof rein, finden die Besucher den Kirschgarten. Unter wunderschönen alten Kirschbäumen kann man hier auf Strohballen oder an Tischen sitzen, leckeren selbst gebackenen Kuchen oder eine Bratwurst essen, Kaffee oder verschiedene Obstweine trinken. Gekostet haben wir einen leckeren Kirschwein aus eigener Herstellung. Inge und Stefan Iwanowitsch sind freundliche Gastgeber, die am kommenden Wochenende wieder ab 11 Uhr ihre Gäste erwarten. Kleiner Tipp: Vom 10. Juni bis zum 16. Juli gibt es hier immer sonntags ab 12 Uhr „Barbecue Blues“. Zu diesen Jam-Sessions mit Grill-Spezialitäten sind Gastmusiker willkommen.

Inge und Stefan Iwanowitsch in ihrem schönen Kirschgarten. Foto: wsw

Zwei Kruken-Weine bei Lorenz

In der Gartenstraße in Glindow gibt es neben den verschiedenen hausgemachten Weinen auch weitere Gewinner-Weine zu kosten. Silber für die Sauerkirsche und Gold für Apfel/Quitte gab es für die gastfreundliche Familie Lorenz, die hier zünftig das Blütenfest feiert. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Bei kulinarischer Versorgung durch den Werderaner „Scharfrichter“ Lorentz, Kaffee und Kuchen treffen hier Radfahrer und Spaziergänger auf die Autofahrer, die sich über den Parkplatz direkt an der Apfel-Plantage freuen. Geöffnet ist wieder am kommenden Wochenende, Gruppen können sich aber auch für Wochentage anmelden.

Sieglinde Lorenz - mit ihrem Mann und vielen Helfern seit Jahren in der Gartenstraße beim Blütenfest dabei. Foto: wsw
Bernd Lorenz war in diesem Jahr beim Kruken-Wettbewerb erfolgreich mit Apfel/Quitte- und Sauerkirsch-Wein. Foto: wsw

Fröhliche Stimmung auf Schultzens Siedlerhof

Auf Schultzens Siedlerhof wird die Baumblüte ganz groß gefeiert. Neben dem beliebten Spargel, der unter anderem hier aus der Küche serviert wird, gibt es Kaffee, Kuchen und Gegrilltes sowie natürlich viele Obstweine. Das Fleisch auf dem Grill kommt von Joppe, die Schrippen von Bäcker Zillmann – Regionalität ist hier Trumpf. Auch Günter Schultz ist stolzer Kruken-Gewinner und präsentiert seinen Pflaumenwein, der mit Bronze belohnt wurde. Hier ist die ganze Woche geöffnet und immer volles Haus.

Lecker Pflaumenwein präsentiert Günter Schulz. Auf dem Siedlerhof ist jede Menge los. Foto: wsw

Probierbrettchen auf der „Lapp a Rosa“

Nach dem fröhlichen Gewusel auf dem Siedlerhof ist der gemütliche private Garten in der Poststraße 1 eine schöne Abwechslung. Detlef Lapp hat mit seiner Frau in Bliesendorf eine kleine Blütenfestoase geschaffen, die einen Besuch unbedingt lohnt. Hier gibt es nicht nur den leckeren und Gold-Kruken-prämierten Rhabarberwein zu kosten – auf dem Probierbrettchen stehen weitere Köstlichkeiten, die Detlef Lapp aus eigener Herstellung anbietet. Der Blütenbus hält übrigens direkt vor der Haustür. Den Gold-Wein gibt es nur noch direkt auf dem Hof zu trinken – ansonsten ist er bereits ausverkauft. Natürlich gibt es auch hier Deftiges zu essen.

Bliesendorf - ob nun mit dem Fahrrad oder dem Blütenbus, es lohnt sich, der Lapp a Rosa einen Besuch abzustatten. Foto: wsw