Fünf Unternehmen interessieren sich für Kauf der Blütentherme

Werder (Havel), 30. September 2016 – Im Interessenbekundungsverfahren für die Blütentherme in Werder (Havel) haben fünf Unternehmen angekündigt, Angebote für den Kauf der Blütentherme abgeben zu wollen. Drei dieser Unternehmen wollen sich zugleich um eine Anpachtung der Therme bewerben. Das teilte die Stadt heute mit.

Alle Angebote müssen bis zum 25. Oktober um 14 Uhr eingereicht werden. Bis zum gestrigen 29. September konnten Unternehmen gegenüber der Stadt ihr grundsätzliches Interesse an der Abgabe eines Angebotes anmelden und Verfahrensunterlagen anfordern, informiert der Pressesprecher der Stadt Werder (Havel), Henry Klix.

„Das formlose Interessenerkundungsverfahren ist ein erster Schritt, um zu klären, in welchem Modell – Pacht oder Verkauf – es mit der Blütentherme weitergehen kann“, sagt Bürgermeisterin Manuela Saß. Die Stadt sei auch offen für Anregungen zur Entwicklung des Umfeldes der Therme. Ist entschieden, ob es mit Pacht oder mit Verkauf weitergeht, müsse ein förmliches Ausschreibungsverfahren beginnen.

„Das Interesse zeigt uns, dass ein erfolgreicher Betrieb der Blütentherme offenbar nicht nur in Werder für möglich gehalten wird“, sagt Bürgermeisterin Saß. Besonders erfreut zeigt sich die Bürgermeisterin, dass nicht nur Interesse an einer Anpachtung, sondern vor allem auch am Kauf der Therme besteht. „Das hatten selbst fachkundige Berater für unwahrscheinlich gehalten“.

Die Stadtverordneten hätten mit dem attraktiven Standort am Zernsee-Ufer eine grundsätzlich richtige Entscheidung getroffen, auch wenn die Kooperation mit dem früheren Projektpartner, der Kristall Bäder AG, gescheitert sei.

In das Bad sind bislang 16,2 Millionen Euro städtischer Gelder geflossen. Um es wie in der baugenehmigten Planung beschlossen fertigzustellen, sind nach Aussage von Gutachtern weitere zehn Millionen Euro erforderlich.

Die Fertigstellung mit
· einem 25-Meter Becken für das Sportschwimmen mit günstigen Eintrittspreisen,
· einem Erlebnisbereich mit u.a. zwei Rutschenanlagen, Erlebnisbecken und Massagepools,
· einem Saunabereich u.a. mit Innensaunen, Duschvariationen, Ruhezonen und Außenschwimmbecken,
· einem Saunadorf und Außenschwimmbecken

ist eine Mindestanforderung für Interessenten im Interessenbekundungsverfahren. Soweit genehmigungsfähig, soll auch eine Panorama-Seesauna mit Badesteg entstehen. Die Gestaltung soll Bezug auf die Landschaft, Regionalität und Historie nehmen und es sollen natürliche Baumaterialien verwendet werden.

Für den Kauf der Therme sollte laut Beschluss der Stadtverordneten ein Kaufpreis von mindestens sieben Millionen Euro geboten werden. Dieses Geld soll als Sicherheit dienen und ein Anreiz sein, die Blütentherme schnell fertigzustellen. So kann der Kaufpreis oder ein Teil davon laut Verfahrensunterlagen als Fertigstellungsprämie komplett zurückgezahlt werden, wenn der Käufer die Therme in 24 Monaten ab dem Tag des Erwerbs zu Ende baut.

Im Pachtmodell hängt die Höhe der Pacht u.a. davon ab, in welchem betriebsfertigen Ausbauzustand der Pächter die Therme übernehmen will und welche Zusätze gegenüber den Mindestanforderungen noch durch die Stadt erfolgen sollen. In beiden Modellen soll die Stadt einen Rechtsanspruch für den Schul- und Vereinssport erhalten.

Auch am heutigen Freitag hat noch ein potenzieller Interessent in der Stadtverwaltung angerufen. Laut Bürgermeisterin Manuela Saß ist es Unternehmen auch in den nächsten Wochen noch möglich, ihr Interesse bei der Stadt anzumelden. „Es handelt sich in dieser Phase noch um ein formloses Verfahren“. Einzuhalten sei aber unbedingt die Frist zur Abgabe von Angeboten am 25. Oktober um 14 Uhr.

Unterdessen gab es kleinere Bauarbeiten am Standort der Blütentherme. Die vergangenen Monate wurden genutzt, um die Baustelle der Therme zu sichern und das Gebäude winterfest zu machen. Seit einigen Wochen sind Bauarbeiter dabei, Restarbeiten am Dach durchzuführen. Die Dacharbeiten sollen im Oktober abgeschlossen sein. „Wir wollen, dass das, was die Stadt bereits in die Blütentherme investiert hat, erhalten bleibt“, so Manuela Saß.

Und so geht es weiter: Haben die Stadtverordneten auf Basis der eingereichten Angebote entschieden, ob die Blütentherme verkauft oder verpachtet wird, muss eine förmliche Ausschreibung erfolgen.