Gedenken an früheren Bürgermeister

Werder (Havel), 20. Juni 2017 – Zum 100. Todestag von Franz Dümichen hat kürzlich auf dem Alten Friedhof in Werder (Havel) eine kleine Gedenkveranstaltung mit Stadtverordneten stattgefunden. Bürgermeisterin Manuela Saß erinnerte in einer Ansprache an Franz Dümichen, der von 1884 bis zu seinem überraschenden Tod im Jahr 1917 Bürgermeister von Werder (Havel) war. Er führte die Stadt in einer Zeit, in der sie im wahrsten Sinne des Wortes erblühte. Franz Dümichen veranlasste unter anderem den Ausbau der Straßen, so wurde aus einem Knüppeldamm zum Beispiel die gepflasterte Straße Unter den Linden. Die Pferdebahn wurde in Betrieb genommen und verkürzte den langen Weg von der Innenstadt zum Bahnhof.

 

Außerdem veranlasste er den Bau des für die Bewässerung der Obstanbauflächen so wichtigen Wasserwerkes am Plessower See. Gemeinsam mit dem Obstbauverein hat er die Baumblüte zu einer Werbeveranstaltung und das Baumblütenfest zum wirklichen Großereignis für Berliner Gäste gemacht. Werder (Havel) wurde zum Ausflugsziel der Hauptstädter, die an Wochenenden in Scharen aus den neuen grauen Mietskasernen „ins Jrüne“ reisten.

Schon allein durch die Dauer seiner Amtszeit prägte der sehr jung pensionierte Rittmeister die Blütenstadt – kein Bürgermeister war länger in Werder in Amt und Würden. Neben der Dümichen-Grundschule trägt auch ein Platz in Werder mit Denkmal den Namen des parteilosen Bürgermeisters. Der Platz wurde schon kurz nach Dümichens tragischem Tod nach ihm benannt, zu DDR-Zeiten wurde er wie Dutzende Plätze der Republik in „Platz der Opfer des Faschismus“ umbenannt. Nach der Wende kamen der alte Name und Dümichens Denkmal zurück.

Franz Dümichen war 62-jährig im Ersten Weltkrieg nach einem Truppenbesuch in Frankreich gestorben, bei dem er sich eine Infektion zugezogen hatte. (red)