Gemeinsam für die Region

Die Bürgermeister Bernhard Knuth, Manuela Saß und Andreas Kreibich, hinten Eveline Kroll und Winfried Ludwig. Foto: Lähns

Werder (Havel)/Beelitz, 28. Dezember 2016 – Vor neun Jahren haben Werder (Havel) und Beelitz vom Land den Status eines „Mittelzentrums in Funktionsteilung“ bekommen und sind damit nicht nur für ihre Einwohner, sondern auch jene in Groß Kreutz, Seddiner See und Schwielowsee mitverantwortlich. Die beiden Städte haben daraufhin einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und sich zur Zusammenarbeit verpflichtet.

„Gerade die Gemeinsamkeiten in der Landwirtschaft, der Ernährungswirtschaft und bei der touristischen Vermarktung spielen für die Region Werder-Beelitz eine immer größere Rolle“, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela Saß. Dreimal pro Jahr erscheint ein gemeinsamer Veranstaltungskalender. Zwischen den Tourismusbereichen der Verwaltung und den Kämmereien bestand auch im Jahr 2016 ein reger Austausch zu neuen Rechtsfragen der Verwaltungsstruktur.

Gegenseitig bewirbt man sich bereits seit Jahren auf Messen in ganz Deutschland, beide Kommunen werden mit Unternehmen der Ernährungswirtschaft auch wieder bei der Grünen Woche 2017 in Berlin präsent sein. Werder und Beelitz werden das Bühnenprogramm in der Brandenburghalle am 21. Januar komplett selbst mit ihren Schulen und Vereinen bestreiten: Werder am Vormittag, Beelitz dann am Nachmittag. Ein starkes Zeichen, wie die beiden Bürgermeister finden. Dazu werden nicht nur Manuela Saß und der Bernhard Knuth, sondern auch die Gemeindeoberhäupter von Schwielowsee und Seddiner See erwartet.

Parallel gehen beide Gemeinden gegen Windkraftanlagen in ihren Gemarkungen vor. „In Beelitz wie in Werder geht es darum, unsere Wälder und Erholungsräume zu schützen und die touristische Zukunft nicht zu verbauen“, sagt der Beelitzer Bürgermeister Knuth. Am 13. Dezember sind den beiden Bürgermeistern für ihr Engagement gegen überdimensionierte Windräder in den Wäldern die Ehrenmitgliedschaften im Waldkleeblatt-Verein überreicht worden. Neben Manuela Saß (CDU) aus der Blüten-, Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) aus der Spargelstadt erhielt auch Andreas Kreibich (SPD) aus der Waldgemeinde Borkheide die Ehrenmitgliedschaft. Sie würden sich für eine vernünftige Energiepolitik und den Erhalt von Wäldern stark machen und damit das Anliegen des Vereins unterstützen, würdigte Vorsitzender Winfried Ludwig deren Arbeit.

„Wir nehmen die Auszeichnung als Verpflichtung, uns auch künftig aktiv gegen die Errichtung von Windkraftanlagen vor unseren Haustüren zu wehren“, betonte Werders Stadtoberhaupt Manuela Saß. Als Mitglied in der Regionalen Planungsgemeinschaft hatte die Blütenstadt als eine von wenigen gegen den Regionalplan gestimmt und ein umfangreiches Artenschutzgutachten für das Windeignungsgebiet bei Bliesendorf in Auftrag gegeben, um sich auf dieser Grundlage juristisch wehren zu können. Zudem unterstütze die Bürgermeisterin viele Aktionen der Bürgerinitiative vor Ort und versage – wie auch Beelitz – den Investoren das kommunale Einvernehmen zur Errichtung der Anlagen.

Die beiden Städte nehmen auch jede für sich ihre Ankerfunktionen zu anderen Mittelzentrumspartnern wahr: Vom neuen powerbus-Konzept in Werder werden ab 2017 zum Beispiel auch Schwielowsee und Groß Kreutz profitieren. Werder und Schwielowsee gaben auch im Jahr 2016 wieder ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis mit Reisejournal heraus. Die gemeinsame Kulturbuslinie war erneut ein Erfolg. Auch zu den Themen Brandschutz und Sicherheit tauscht man sich aus. In Beelitz ist unter dem Dach des Mittelzentrums im Jahr 2016 unterdessen ein gemeinsames Rechnungsprüfungsamt Seddiner See und Kloster Lehnin gebildet worden.

Weitere Projekte und Themen im Mittelbereich waren 2016 die Neuerstellung eines Wanderflyers für Bliesendorf und umliegende Gemeinden, die Aktualisierung von gemeinsamen Radflyern,  die gegenseitige Teilnahme an wichtigen Veranstaltung wie  Denkmal des Monats in Beelitz, die Aufnahme von Kindern aus den Mittelbereichsgemeinden in die Tagesbetreuung, Kitas und Schulen, Treffen der Gewerbeämter von  Mittelbereichsgemeinden und die die gegenseitige Information über die Personalsituation in den Rathäusern und Personalaustausch. (red)