Großer Andrang bei den Feuerwehren

Spende für die Werderaner Feuerwehr: Der Geschäftsführer der Haveltrans, Thomas Budde, übergibt dem stellvertretenden Ortswehrführer Heiko Zemlin einen Defibrilator. Alle Fotos: wsw

Werder (Havel), 23. September 2017 – So richtig befreit feiern können die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr noch nicht. Zu nah sind noch die erschütternden Ereignisse des schweren Unfalls auf der Autobahn, bei dem zwei Lehniner Kameraden ums Leben kamen. Dennoch freuten sich die Freiwilligen Feuerwehren von Werder (Havel) und dem Ortsteil Glindow über das große Interesse an ihrem Tag der offenen Türen.

Stephan Kranig, stellvertretender Ortswehrführer der Stadt Werder (Havel) und Moderator des Tages, verwies auf 248 Einsätze in diesem Jahr – der „Rekord“ von 1997 mit 267 dürfte am Ende des Jahres gebrochen werden. Eine starke Leistung für 33 aktive Kameraden, insgesamt mit den Ortsfeuerwehren sind es 120 Aktive – aber weiterer Nachwuchs wird gebraucht. „Die Jugend ist unsere Zukunft“, so Kranig, der sich bei Florian Kuplin und Andy Krause für den Einsatz bei der Ausbildung des Nachwuchses bedankte. Seinen Dank für die großzügige finanzielle Unterstützung sprach er der Bürgermeisterin aus und richtete seinen Dank auch an die Arbeitgeber der Kameradinnen und Kameraden, die mit der Freistellung im Ernstfall ihren Teil leisteten, um den Feuerwehrleuten die wichtige Erfüllung des Ehrenamtes zu ermöglichen.

Bürgermeisterin Manuela Saß würdigte bei der Eröffnung – bei der während einer Schweigeminute der verstorbenen Lehniner Kameraden gedacht wurde – nicht nur die Feuerwehrleute, sondern auch ihre Frauen, Männer und Familien, die die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Männer oder Frauen unterstützen.

„Ich verneige mich vor Ihrer Arbeit“, so die Bürgermeisterin in Richtung der Feuerwehrleute. „Sie sind der Grund, warum wir nachts ruhig schlafen können. Wir werden als Stadt auch weiterhin alles versuchen, um Sie mit der nötigen Technik auszurüsten“.  Sie stellte in Aussicht, eine weitere Million Euro bereitzustellen, um weitere moderne Technik für die Feuerwehr anzuschaffen. „Das ist unsere Verpflichtung“. Erst im Sommer erhielt die Feuerwehr einen neuen Rüstwagen und einen neues Löschgruppenfahrzeug im Gesamtwert von mehr als  eine Million Euro. Um dem aktuellen Problem mit der Bildung von Rettungsgassen entgegenzuwirken, verfügen beide Fahrzeuge über sogenannte Doppel-Bullhörner.

Und die beeindruckende Technik stand dann auch im Mittelpunkt: Einzeln und mit ordentlich Blaulicht und Sirenengeheul fuhren die Wagen auf den Hof. Stephan Kranig stellte den Fuhrpark inklusive eines Bootes vor und erläuterte jeweils die Technik und die Einsatzmöglichkeiten. Während es zur Schauübung der Jugendfeuerwehr kommen sollte, piepte es überall auf dem Hof – die Kameraden mussten los, kein Fake – ein echter Notfall. Dennoch lief das umfangreiche Programm weiter.

Zuvor gab es auch die Übergabe eines Defibrilators. Haveltrans-Geschäftsführer Thomas Budde überreichte das Gerät als Spende. Zudem wurden die Kameraden Riehn, Bensch und Kühne mit einem Blumenstrauß ausgezeichnet – sie haben sich besonders um den Nachwuchs bemüht – indem sie Familien gründeten.

In Glindow eröffnete der 1. Beigeordnete Christian Große den Tag der offenen Tür in Anwesenheit des Ortsvorstehers Sigmar Wilhelm und der Kirschkönigin Isabel Kaufmann. Auch hier gedachten alle Anwesenden der getöteten Lehniner Kameraden. Auch hier gingen die Pieper los, auch hier mussten die Kameraden vom Fest zu dem Einsatz, zu dem auch ihre Kameraden aus Werder gerufen wurden.

Eine schöne und gelungene Überraschung gab es für die Feuerwehrleute und die Gäste in Glindow: Der Spielmannszug Werder e.V. überbrachte musikalische Grüße der Werderaner Feuerwehr! Der Spielmannszug, der hier besonders flotte Musik spielte – u.a. das Titelthema aus „Star Wars“ – hatte zuvor in Werder bereits musikalisch auf sich aufmerksam gemacht. Glindows Feuerwehr, so berichtete Ortswehrführer Bodo Nickel, hat 27 Einsatzkräfte, 13 in der Altersabteilung, 13 in der Jugendfeuerwehr. 75 Einsätze gab es bis heute, auch Glindows Kameradinnen und Kameraden haben immer mehr zu tun. „Wir sind jederzeit für Euch einsatzbereit – aber wir brauchen Verstärkung“, wirbt auch Bodo Nickel um den Nachwuchs.

Kaffee, Kuchen, Gegrilltes gab es in vielfältigsten Varianten an beiden Standorten – in Glindow lockte zudem die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. (low)