Handball: Drei Neuzugänge für Werders Erste Männermannschaft

Die Neuzugänge. Foto: Maria Ulrich

Werder (Havel), 4. Februar 2017 – Der Verein ist sich einig: Die Pleitenserie muss schnellstens beendet werden. Grün-Weiß hat sich aus diesem Grund die Dienste von  drei „Neuen“: Hendrik Retschlag, Laszlo Ujvari und Ranko Dzolic gesichert. Am heutigen Samstag ab 19 Uhr in der Sporthalle des Ernst-Haeckel-Gymnasiums wollen es die drei Novizen an der Seite der Werderaner Mannen gegen den SG VTB Altjührden schon richten und dabei helfen, die drohende Abstiegsmisere abzuwenden.

Der hochgewachsene 20-jährige Laszlo, zuletzt als Rückraum-Akteur in der Oberliga bei HSG Augustdorf/Hövelhof in NRW aktiv, stammt aus Ungarn und gibt seinen Einstand am Samstag. Der Torjäger hat mittlerweile einige Trainingseinheiten mit den Aufsteigern absolviert und freut sich auf seinen ersten Einsatz in der Rückspielrunde. Der Ungar, der in seiner Heimat sogar in Liga 2 spielte, hofft, einen beachtlichen Beitrag zum Klassenerhalt leisten zu können.

Hendrik Retschlag (23), ehemaliger Schüler der Sportschule in Potsdam, A-Jugendlicher der Adler des 1. Vfl und Spieler des Ludwigsfelder HC, hat sich Werders Mission „Dritte Liga – wir bleiben!“ ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Er wechselte noch während der laufenden Saison vom Grünheider SV in die Havelstadt und hat sich schon gegen Schwerin und Potsdam von einer vielversprechenden Seite gezeigt.

Ranko Dzolic, gebürtiger Serbe, durchlief mit seinen 28 Jahren schon sämtliche Ligen Serbiens, Ungarns, Tunesiens und der Türkei. Seine letzte Station in Tschechien (Extraliga) verließ er, um sein Hobby in der kleinen Stadt Werder an der Havel weiter zu verfolgen. Er nimmt schon seit geraumer Zeit am Training der Ersten teil und möchte mitsamt langjähriger Erfahrung am Samstag gegen den SG VTB Altjührden sein Debüt im deutschen Handball geben.

Im persönlichen Gespräch hat Maria Ulrich, Pressebeauftragte des HV, den drei „Frischlingen“ auf den Zahn gefühlt:

Was hat dich in die schöne Havelstadt verschlagen?

Retschlag: „Ich wohne in Spandau und der Fahrtweg nach Grünheide war irgendwann einfach zu lang. Befreundete Spieler haben mich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, Werder zu verstärken. Im Dezember habe ich angefangen, mit zu trainieren und festgestellt, dass es mit den Jungs echt Spaß macht. Da ich die meisten von früher kenne, gab es keine große Eingewöhnungsphase. Spielerisch ist noch Luft nach oben, aber ich finde mich immer besser ein.“

Ujvari: „Augustdorf ist eine gute Mannschaft in einer starken Liga. Trotzdem wollte ich schon immer in höheren Ligen spielen. Die 3. Liga und Werder sind daher genau das Richtige für mich! Die Umgebung und die Leute sind super. Ich kann mich hier optimal weiterentwickeln!“

Dzolic: „Mein großer Traum war schon immer, in Deutschland Handball zu spielen. Jetzt habe ich endlich die Chance, hier mein Können zu zeigen. Mal sehen, wie es weitergeht.“

Die Integration in die bestehende Mannschaft dauere noch an, beobachtet auch Trainer Silvio Krause. „Diese drei Spieler können uns hoffentlich etwas entlasten und sich gut in die Mannschaft einfügen.“

Wie ist dein erster Eindruck von der Mannschaft, fühlst du dich hier gut aufgehoben? 

Ujvari: „Ich habe mich gleich wohl gefühlt. Jeder ist sehr freundlich und hilfsbereit. Ich mag die Art, wie Werder spielt. Für mich ist das die Zukunft des Handballs. Für mich war schnell klar, dass ich nach Werder ziehe. Sie ermöglichen mir zusammen mit Ranko sogar einen Sprachkurs, worüber wir uns echt freuen. Ich bin ja erst vor weniger als einem Jahr nach Deutschland gekommen und muss noch viel lernen.“ 

Dzolic: „Der Team-Spirit ist echt toll. Die Jungs sind alle sehr positiv. Allesamt junge Spieler mit einer guten Perspektive. Mir gefällt vor allem ihr Denkvermögen und ihre Ideen auf dem Spielfeld. Die Trainer gestalten die Einheiten sehr innovativ und super interessant.“

Und was ist deine handballerische „Spezialität“? 

Retschlag:Schwierig, das selbst einzuschätzen (lacht). Ich würde behaupten, dass ich ein gutes Auge beim Wurf habe. Generell ist der Schlagwurf meine Stärke. Momentan muss ich mich mit Werder noch richtig abstimmen, damit das bald einwandfrei klappt. Da muss man sich und der Truppe etwas Zeit geben.“

Ujvari: „Ich bin sehr flink und spiele intelligenten Handball. Meine Stärke ist ganz klar das Dribbling. Außerdem würde ich mich als selbstlosen und guten Team-Player bezeichnen.“

Dzolic: „Das kann ich hier in Deutschland nur schwer beurteilen. Ich werde mein Bestes geben, um noch mehr Spielpraxis zu bekommen. Grundsätzlich möchte ich die Truppe mit meiner Erfahrung erst einmal unterstützen und nach und nach lernen, mit ihnen zusammen zu spielen.“ 

Wo siehst du dich in 2-3 Jahren und welches sind deine persönlichen Ziele?  

Retschlag:In 2 Jahren schließe ich mein duales Studium ab, sehe mich also in nächster Zeit weiter in der Region. Ich spiele schon seit 13 Jahren Handball und habe mit Werder in Liga 3 natürlich Blut geleckt. Es wäre deshalb toll, wenn ich noch etwas in der Liga bleiben könnte.“ 

Dzolic: „Ich sehe mich langfristig im deutschen Handball. Es wäre großartig, hier weiter Fuß zu fassen.“

Was bedeutet Handball für dich?

Retschlag: „Handball ist alles für mich. Für ein paar Jahre wurde der Sport schon irgendwie selbstverständlich. Leider fiel ich 2 ½ Jahre verletzungsbedingt auch aus. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass es ohne Handball nicht geht. Ich möchte diesem Sport so lang wie möglich treu bleiben!“

Ujvari: „Ich spiele auch schon seit mehr als 12 Jahren Handball. Dieser Sport ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. In meiner Freizeit spiele ich liebend gern Basketball. Eigentlich fühle ich mich in jeder Ballsportart zu Hause.“ 

Dzolic: „Der Handball gibt mir die Möglichkeit, mich sportlich und menschlich weiterzuentwickeln, Adrenalin auf dem Spielfeld zu spüren, fremde Länder und Städte zu bereisen, neue Leute kennenzulernen und meinen Horizont zu erweitern.“

Schaffen wir den Klassenerhalt?

Retschlag: „Das wird eine ganz schwere Kiste, klar! Am Samstag gegen Altjührden ist auf jeden Fall etwas drin. Die Rechnung ist eigentlich ganz leicht: Wir schlugen Magdeburg, die besiegten Hamburg. Auch wir können einmal so ein Ding landen! Wir müssen einfach noch geiler auf den Sieg sein. Uns fehlt es in entscheidenden Situation manchmal an der gewissen Cleverness, lassen uns zu leicht ablenken! Unsere große Stärke ist natürlich unser immenser Kampfgeist. Wir sind weiterhin total heiß auf den nächsten Sieg und wissen, dass es da auch endlich mal scheppern muss, um Punkte einfahren zu können.“ 

Dzolic: „Das wird alles andere als leicht. Aber dieses Team hat Potenzial und ist absolut fähig, es zu packen.“

„Mit Hendrik auf Rückraum-Rechts, Laszlo auf Links und Ranko auf Halb-Rechts decken wir genau die Positionen ab, die wir uns auch gewünscht haben“, freut sich Krause.

Aus Sicht der Blütenstädter kann also theoretisch nichts mehr schiefgehen. Wir freuen uns auf ein Spiel mit neuen Gesichtern, Ideen und interessanten Kombinationen. Wir heißen unsere drei Neulinge herzlich willkommen und begrüßen euch mit einem kräftigen „Werder Feuer!“.