„Herz mit Sprung“ bald im Scala in Werder?

Die Potsdamer Schauspielerin Isabell Gerschke begleitete gestern Schauspieler Thomas Arnold zur Live-Übertragung des „Tatort“ aus Dortmund „Tollwut“. Foto: wsw

Werder (Havel), 5. Februar 2018 – So wie einige Leute lieber nicht zu Public Viewing Veranstaltungen gehen, bei denen Fußballspiele übertragen werden – weil sie sich dann nicht fortwährend schreiend und wild gestikulierend als bester Trainer der Welt präsentieren können, gibt es in unserer Blütenstadt offenbar sehr viele Kommissare. Und die saßen also gestern Abend lieber auf der heimischen Couch vor dem Großbildfernseher und kommentierten das Geschehen beim „Tatort“ aus ihrer jahrelangen Erfahrung als TV-Ermittler. Das geht natürlich alles im Kino nicht.

So saßen in den Reihen des Scala-Kinos gerade mal 20, 25 Leute, als gestern der Dortmunder Film „Tollwut“ aus der „Tatort“-Reihe gezeigt wurde. Der Clou: Zu Gast im Werderaner Kino war Thomas Arnold. Der Schauspieler gab im „Tatort“ einen Gefängnisarzt,  der sich mit Tollwut angesteckt hat. Er wird sterben, das weiß er, dennoch nutzt er die verbleibende Zeit, seinen ehemaligen Kollegen – er war früher Rechtsmediziner – bei den Ermittlungen zu helfen. Den ganzen Plot wollen wir an dieser Stelle weder erzählen noch bewerten, vielleicht will der eine oder andere den „Tatort“ noch in der Mediathek nachschauen.

Thomas Arnold, der in Wildpark-West wohnt, sich aber durchaus wohlwollend auch als Werderaner bezeichnet – „Sind wir nicht alle Werder?“ -, erinnert sich noch gern an seine Kindheit, in der er im damaligen „Fontane Lichtspiele“-Kino Indianerfilme sah. „Mein Lieblingsfilm war ‚Chingachgook, die große Schlange‚“, erzählt er. Mit einigen Freunden war er gestern ins Scala gekommen, um mit ihnen und dem Werderaner Publikum den „Tatort“ auf großer Leinwand zu sehen.

Mit dabei war auch Isabell Gerschke. Mit der Potsdamer Schauspielerin stand Thomas Arnold schon des Öfteren vor der Kamera. Sie verbindet neben der Freundschaft aber auch ein gemeinsames Tucholsky-Programm.
„Herz mit Sprung“ entstand 2015 zum 125. Geburtstag und 80. Todestag Tucholskys und bietet, wie Thomas Arnold berichtet, nicht nur Gedichte des Schriftstellers und Journalisten. „Isabell singt auch zehn eigene Lieder. Das ist großartig!“, lobt er das Multitalent, die außer Schauspielerin auch Tänzerin ist. In ihrer Heimatstadt Potsdam setzt sie sich als Schirmherrin und Botschafterin des „Kultür“-Projektes dafür ein, dass Menschen mit einem geringen Einkommen der Besuch von Kultur- und Sportveranstaltungen ermöglicht wird.  „Kultür“ vermittelt dafür kostenfrei nicht verkaufte Kulturplätze.

„Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit unserem Tucholsky-Programm hier in Werder aufzutreten“, sagt Thomas Arnold. Das Scala wäre doch genau der Rahmen für das Programm. Wir können uns das auch sehr gut vorstellen und hoffen, das dann demnächst hier ankündigen zu können. Und dann ist das Kino voll – bestimmt! (wsw)