Heute ist Safer Internet Day

Für 97 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland ist Sicherheit bei der Nutzung des Internets von hoher Bedeutung. Diese Ansicht führt jedoch nicht zwangsläufig zu einem sicherheitsbewussten Verhalten der User. Nur rund jeder Dritte (30 Prozent) informiert sich gezielt zum Thema IT-Sicherheit. Das hat eine repräsentative Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ergeben, die die Kooperationspartner anlässlich des Safer Internet Days vorstellen. Grafik (2): Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Potsdam, 6. Februar 2018 – Derzeit häufen sich bei der Verbraucherzentrale die Beschwerden von Verbrauchern, die Rechnungen für Waren bekommen, die sie weder bestellt noch erhalten haben. Anlässlich des Safer Internet Days am heutigen 6. Februar klären Polizei und Verbraucherzentrale Brandenburg auf: Wie können sich Bürger vor Identitätsklau schützen und was ist zu tun, wenn man Opfer geworden ist?

Kriminelle nutzen gestohlene Daten im Netz für Einkäufe und Verträge auf Kosten ihrer Opfer. Zum Beispiel bestellen sie kostenpflichtige Abo-Dienste auf fremde Rechnung oder kaufen digitale Spielewährung per Abbuchung über fremde Handyrechnungen.

So verzeichnet die Verbraucherzentrale Brandenburg derzeit vermehrt Beschwerden von Verbrauchern, die Rechnungen und Mahnungen über Internetbestellungen zugeschickt bekommen für Waren, die sie weder bestellt noch erhalten haben. Auch bei der Polizei Brandenburg ist Identitätsdiebstahl ein bekanntes Problem. „Wir erhalten regelmäßig Anzeigen von Bürgern, die durch den Diebstahl persönlicher Daten geschädigt worden sind“, berichtet Peter Urban, Leiter Prävention bei der Polizei Brandenburg.

Phishing per E-Mail

„Meistens kann man später nicht mehr nachvollziehen, wie die Betrüger an die Daten gekommen sind. Ein Einfallstor ist zum Beispiel das Phishing per E-Mail“, so Michèle Scherer, Expertin Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Grundsätzlich ist es immer ratsam, im Internet so wenige persönliche Daten wie möglich anzugeben. Werden sensible Daten wie Passwörter, Pins, Bankverbindung oder Kreditkartennummern in E-Mails abgefragt, sollten die Alarmglocken läuten“, so die Verbraucherschützerin. Wie man eine betrügerische E-Mail erkennt, haben wir hier zusammengestellt.

Sicheres Passwort

„Besonderen wichtig ist es, ein sicheres Passwort zu verwenden“, ergänzt Urban. „Wir empfehlen, für jedes Nutzerkonto ein eigenes Passwort einzurichten. Außerdem sollten die Passwörter möglichst lang sein und Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.“ Wie man sich solche Passwörter besser merken kann, zeigt die Verbraucherzentrale in einem Video.

Wer Opfer geworden ist, sollte schnell handeln. Wenn bereits Geld abgebucht worden ist, sollten Verbraucher schnellstmöglich ihre Bank informieren sowie alle betroffenen Konten und Karten sperren lassen. „Je nach Diebstahl müssen Verbraucher umgehend die Passwörter der betroffen Accounts ändern und gegebenenfalls sperren lassen sowie die jeweiligen Anbieter sowie Verkäufer informieren“, so Scherer.

Strafanzeige erstatten

„Auf jeden Fall sollten Betroffene Strafanzeige bei der Polizei erstatten“, ergänzt Urban. Welche Angeben dazu benötigt werden, sind hier aufgeführt, zudem bietet die Polizei auch ein Video in Gebärdensprache mit allen Informationen rund um den Identitätsdiebstahl.

Individuelle Beratung

Wer Opfer von Identitätsklau geworden ist, kann sich für eine individuelle Beratung auch an die Verbraucherzentrale Brandenburg wenden:

–       persönliche Verbraucherberatung, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/termine,

–       telefonische Beratung unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr,
1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie

–       E-Mailberatung auf www.meine-verbraucherzentrale.de/DE-BB/emailberatung

IT-Sicherheit in die Tat umsetzen

Für 97 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland ist Sicherheit bei der Nutzung des Internets von hoher Bedeutung. Diese Ansicht führt jedoch nicht zwangsläufig zu einem sicherheitsbewussten Verhalten der User. Nur rund jeder Dritte (30 Prozent) informiert sich gezielt zum Thema IT-Sicherheit. Das hat eine repräsentative Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ergeben, die die Kooperationspartner anlässlich des Safer Internet Days vorstellen. Die Befragten beantworteten zudem, ob und wie sie sich vor Gefahren im Internet schützen und ob sie schon einmal Opfer von Kriminalität im Internet geworden sind.

Sicherheit beim Online-Banking

Sicheres Surfen interessiert die Bürger vor allem dann, wenn es ums Geld geht: Für 71 Prozent aller Befragten ist speziell beim Online-Banking die Sicherheit besonders wichtig, schon nur noch fast jeder zweite (45 Prozent) ist beim Online-Shopping auf eine sichere Abwicklung bedacht. Sicheres Nutzen von sozialen Netzwerken (11 Prozent), Cloud-Diensten (8 Prozent) und vernetzten Heimgeräten zur Haussteuerung (4 Prozent) ist den Befragten dagegen kaum bis gar nicht wichtig.

Nur 37 Prozent installieren Updates bei Verfügbarkeit

Das Informationsverhalten und die tatsächlich genutzten Schutzmaßnahmen stehen jedoch teils in Kontrast zu der Einschätzung gegenüber Sicherheit im Internet: Über die Hälfte der Befragten informieren sich nur im Problemfall zum Thema IT-Sicherheit. Während zwei Drittel der Befragten Antivirenprogramme und eine Firewall nutzen, werden andere essentielle Schutzmaßnahmen von deutlich weniger Nutzerinnen und Nutzern in die Tat umgesetzt. So achten weniger als die Hälfte auf eine sichere Übertragung persönlicher Daten (45 Prozent), lediglich 37 Prozent installieren verfügbare Updates sofort. Nur etwa jeder fünfte Nutzer (21 Prozent) legt regelmäßig Sicherheitskopien seiner Daten an.

Sicheres Verhalten im Internet

„Sicherheit bei der Internetnutzung kann nicht durch eine einzelne Schutzmaßnahme erreicht werden. Als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde sehen wir es gemeinsam mit der Polizei als unsere Aufgabe an, Bürgerinnen und Bürger für die Herausforderungen der Digitalisierung zu sensibilisieren“, sagt BSI-Präsident Arne Schönbohm. „Sicheres Verhalten im Internet muss so selbstverständlich werden wie im Straßenverkehr. Schon mit einigen einfachen Maßnahmen kann man das Schutzniveau deutlich erhöhen. Welche das sind, zeigen wir auf unserer Webseite www.bsi-fuer-buerger.de.“

Nach eigenen Aussagen waren 59 Prozent der Befragten noch nie Opfer von Kriminalität im Internet. 19 Prozent geben an, Opfer von Schadsoftware geworden zu sein, acht Prozent von Betrug beim Online-Shopping und sechs Prozent von Phishing. Von den 823 Befragten, die Opfer von Kriminalität im Internet geworden sind, hat sich über die Hälfte (52 Prozent) selbst geholfen, rund ein Viertel (24 Prozent) bat Familie, Freunde oder Bekannte um Hilfe und nur rund jeder Fünfte (19 Prozent) erstattete Anzeige bei der Polizei.

„Wenn Sie Opfer von Cyber-Kriminalität geworden sind, erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei“, rät deshalb Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. „Mit Ihrer Anzeige geben Sie der Polizei wichtige Hinweise über das Vorgehen der Täter und ermöglichen neben der Auswertung die Einleitung von Ermittlungsmaßnahmen.“ (red/wsw)