Ich und mein Garten: April

Wenn ich durch Werder fahre oder spaziere, brauche ich im Frühling immer etwas mehr Zeit: Ach, die wunderschöne Magnolie in der Eisenbahnstraße, oder die in der Potsdamer Straße – haach, so schön. Auf dem  Pro Werder-„Frühlingsspaziergang“ vor zwei Wochen habe ich mir endlich auch eine gekauft. Denn die blüht dann bei mir im Garten, wenn die Obstbäume noch „schlafen“. Bei mir hat die Magnolie einen schönen sonnigen Platz bekommen, denn den mag sie. Und so schön sie ist, so anspruchslos ist diese uralte Pflanzengattung. Irgendwann braucht sie viel Platz für die Krone und ihre überreiche Blütenfülle.
An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche – unser Sandboden ist völlig ausreichend. Den kann man mit etwas Laubhumus anreichern, ein wenig Volldünger vielleicht. Beachten muss man, dass das Wurzelwerk flach durch den Oberboden verläuft, rund um die Magnolie können Bodendecker wachsen. Ich werde wohl eine Schicht Rindenmulch aufbringen. Die hält den Boden schön feucht.

Vom „Tulpenbaum“ zu den Tulpen, die ja jetzt auch überall blühen. Mit verschiedenen Sorten versuche ich, die Blütenpracht im Garten zu verlängern, es gibt da ausreichend Angebote an früh- und spätblühenden Tulpen. Auch Tulpen stellen nicht so große Ansprüche an Standort und Boden. Und wie bei der Magnolie ist unser sandiger Grund schön durchlässig. Das verhindert die Fäule bei zu viel Nässe. Und auch sonnige Standorte sind beliebt, ebenso regelmäßiges Gießen und hin und wieder eine Volldüngergabe. Den bekommen Tulpen, bis sie verblüht sind. Ein bisschen Arbeit hat man erst nach der Blüte.

Tulpen
Tulpen

Ich schneide die Blätter erst ab, wenn sie richtig gelb-gammelig aussehen. Dann soll die Zwiebel genug Kraft und Nährstoffe für das nächste Frühjahr gesammelt haben. Wem das zu „unordentlich“ aussieht, der sollte seine Tulpen zwischen Stauden und Sträucher setzen. Da, wo ich noch weitere Pläne mit der Sommerbepflanzung habe, grabe ich die Tulpen aus. In einer Kiste trocknen die dann ein paar Wochen, dann werden die Zwiebeln geputzt und im Herbst kommen sie wieder in den Boden. Ohnehin sollte man die Zwiebeln alle paar Jahre aus dem Boden holen.

Die Felsenbirne blüht bereits prächtig, die Erdbeeren, der Pflaumenbaum blüht, die Kassinsche Frühe legt gerade los, die Pfirsiche blühen. Die Süßkirschen fangen gerade an, die Äpfel- und Birnbäume lassen sich hier und da noch ein wenig Zeit. Wer jetzt schon mal durch die Anlagen fährt, bekommt gute Laune!

In meinem Hochbeet wächst bereits der Spinat, den ich mutig gesät hatte, als es noch recht kühl war. Glück gehabt! Auch die ersten Steckzwiebeln haben gut Fuß gefasst, die zweite Runde für eine etwas spätere Ernte folgt in diesen Tagen. Die ersten Zwiebeln werden von mir als Frühlingszwiebeln geerntet, die anderen dann viel später im Sommer.
Protipp: Steckzwiebeln kann man ein paar Stunden in handwarmes Wasser einweichen, das soll ihnen beim wurzeln helfen. Und bitte die Zwiebeln nicht zu tief im Boden versenken. Es gibt jetzt sogar schon die ersten Ernten: der erste junge Rhabarber ist immer am leckersten und sehr aromatisch. Mit den Tomaten warte ich noch ein paar Tage – vielleicht gibt es doch noch mal Frost. Aber spätestens in zwei Wochen werden die ins Freiland gepflanzt.

Möhren, Mangold, Petersilie – gesät wird jetzt, was die Beete an Platz hergeben. Ich habe in meinem Hochbeet auch schon ein paar Buschbohnen gelegt, ich denke, dass war ein bisschen zu früh. Auch hier werde ich in einer Woche nochmal „nachlegen“. Neben die Möhren säe ich auch Porree – jetzt schon an den Winter denken! Zudem hilft der Porree mit seinen Duftstoffen, die Möhrenfliege fern zu halten. Das gilt auch für Tomate, Sellerie oder Rote Beete. Überhaupt sind Mischkulturen wieder im Kommen – die Pflanzen helfen sich gegenseitig und halten Schädlinge fern. Da muss man aber genau wissen, wer neben wem wachsen darf. Da gibt es hier ein paar gute Tipps.

Seit einigen Jahren gehören sie zu den Lieblingen der Gärtnerinnen und Gärtner. Und ob nun im Boden, im Topf auf der Terrasse oder auf dem Balkon: Alle lieben Hortensien.

Zweifarbige Hortensien in Rot-Weiß und Pink-Weiß sind ein Hingucker. Foto: Pflanzenfreude.de/akz-o
Zweifarbige Hortensien in Rot-Weiß und Pink-Weiß sind ein Hingucker. Foto: Pflanzenfreude.de/akz-o

„Und jedem Anfang wohnt eine Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“ – Mit dem berühmten Vers von Schriftsteller Hermann Hesse lässt sich das beginnende Frühjahr jedes Jahr aufs Neue beschreiben. Dunkel wird hell, Kälte weicht Wärme und graue Melancholie verwandelt sich in farbenfrohe Leichtigkeit. Nirgendwo ist der Übergang vom Winter zum Frühling so schön anzusehen wie draußen in der Natur, wo es langsam überall beginnt zu sprießen, zu blühen und zu knospen (www.pflanzenfreude.de). Dies ist auch genau die richtige Zeit, um auf Balkon und Terrasse mit der Gartenhortensie für Frühlingsflair zu sorgen. Die Hortensie blüht drinnen, bevor der Frühling richtig angefangen hat, und sorgt ab Mitte Mai auch draußen für ein warmes und farbenfrohes Willkommen an die neue Gartensaison. Die voluminösen, runden Blütendolden der beliebten Pflanze leuchten schon von Weitem in Schneeweiß, Tiefblau, Zartrosa, Knallpink oder sogar mehrfarbig.

Damit sie immer schön blühen, brauchen Hortensien einen stickstoffbetonten Volldünger. Den kann man als speziellen Hortensiendünger kaufen, ich habe mit Dünger für Rhododendron aber auch gute Erfahrungen gemacht. Bitte immer Vorsicht beim Düngen – nie zu viel in den Boden geben. Und nie Dünger benutzen, den nicht die Bodenlebewesen verkraften können. Immer daran denken – die Regenwürmer sind unserer besten Freunde im Garten!

Ihre zarten grünen Spitzen zeigt jetzt auch die Hosta. Die Funkien gehören als Stauden, die auch im Halbschatten und Schatten wachsen, zu den beliebten Schmuckstücken im Garten. Und noch dazu gibt es sie in sehr vielen Variationen. Und auch wenn das nicht von allen Gärtnern empfohlen wird, habe ich die Hosta im Herbst abgeschnitten. Dafür habe ich sie mit Laub zum Schutz abgedeckt. Und da ist sie nun wieder! Jetzt bekommt sie ein bisschen Dünger, viel mehr braucht sie nicht. Funkien sehen übrigens auch im Kübel schön aus und sind unproblematisch in der Pflege. Pflanzen kann man sie ganzjährig, wenn der Boden offen ist, durch Teilung werden sie vermehrt.

Schöne Tage im Garten!

Ellen Fehlow