„Ich und mein Garten“ – August

Samen aus dem eigenen Garten - da weiß man, was man hat!

Die Wunderblume und ihre Samen.

Werder (Havel), 26. August 2016 – Ob nun Balkon, kleiner Vorgarten, Terrasse oder großer Garten – in diesen Tagen mit den tropischen Temperaturen tragen wir viel Wasser zu unseren blühenden Schätzchen. Aber mit dem wachen Blick des Gärtners erspähen wir den Stand der Dinge: Wo können jetzt schon Samen gewonnen werden? Ich bin immer stolz wie Bolle, wenn ich sagen kann: Diese Blume habe ich selbst gezogen. Und bei Samen aus dem eigenen Garten weiß man einfach, was man hat. Das ist außerdem preiswerter, als sich jedes Jahr neu aus dem Fachhandel mit Samen einzudecken.

Fast nichts falsch machen kann man dabei bei der „Wunderblume“. Deren Samen sammle ich jetzt schon fleißig ab, während ich wie seit Wochen schon die erschlafften, verwelkten Blüten abzupfe, um Platz für neue zu machen.
Die Wunderblume gibt es in vielen Farben, sogar zweifarbig. Die zarten, zauberhaften Blüten öffnen sich erst gegen Abend, dann duften sie sogar lieblich. Dünger braucht die Wunderblume kaum, wenn sie in einem mittelmäßig nährstoffreichen Boden sitzt, reicht das schon aus. Ich hatte schon prächtige Ergebnisse im blanken märkischen Sand. Sie braucht allerdings – da sie einen sonnigen Standort liebt – regelmäßig Wasser.

Die Samen der Wunderblume bieten sich als Mitbringsel für Gartenfreunde an, denn die Aussaat und auch die Pflege ist so einfach, dass es bestimmt jedem gelingt – ob nun im Topf, Kübel oder als Staude im Boden. Winterhart ist sie in den seltensten Fällen. Man kann aber die Staude überwintern, dazu wird sie Ende Oktober aus der Erde geholt, mit ein bisschen Erde in eine Zeitung gewickelt und dunkel gelagert. Austrocknen sollte sie nicht. Wer mag, kann die Wunderblume im zeitigen Frühjahr in einem Töpfchen auf dem Fensterbrett säen, nach zwei Wochen sieht man schon die Ergebnisse. Aber wenn es frostfrei ist, kann man die Samen direkt aussäen. Sie braucht viel Platz, wird schön buschig und bis zu einem Meter hoch oder noch höher.

Der Samen der Wunderblume - hier in einer Tasse. Eine kleine Papiertüte ist genau so praktisch.
Der Samen der Wunderblume – hier in einer Tasse. Eine kleine Papiertüte ist genau so praktisch.

Ich persönlich finde es fast einfacher, die Wunderblume jedes Jahr neu auszusäen – sie schenkt doch so viele Samen! Aber bitte aufpassen, das kleinere Kinder diese Samen nicht in die Hände bekommen – die sind giftig! Die Wurzel hingegen als Tee genossen, soll hilfreich bei Verdauungsbeschwerden sein.
Die schwarzen Kügelchen sind gut zu sammeln, wenn man eine Zeitung unter die Blume legt, leicht schüttelt, oder einfach wartet, bis die Samen von selbst zu Boden fallen. Den Samen sammle ich in einer Tasse, ein Briefumschlag oder kleine Papiertüten sind genauso praktisch. Beschriften nicht vergessen … obwohl dieser Samen ja sehr einzigartig aussieht und schwer zu verwechseln ist.

Der Samen der Akelei.
Der Samen der Akelei.

Der Samen der Akelei, den man jetzt auch schon sammeln kann, ist sehr viel kleiner. Hier muss man warten, bis die Blüte vollständig vertrocknet ist, um ihn zu gewinnen. Dann am besten über einem weißen Blatt Papier sanft ausschütteln. Trocken lagern, Papiertütchen, beschriften …

 

Sonnenblume
Sonnenblume: Der Blüte muss richtig trocken lagern, sonst schimmelt sie schnell.

Auch Sonnenblumen sind großzügige Spender von Samen. Dazu passe ich den Zeitpunkt kurz vor dem endgültigen Verblühen ab. Zum Trocknen kommen die Blüten dann in den Schuppen. Bis die Sonnenblumen richtig durchgetrocknet ist, dauert es ein, zwei Wochen.  Sie dürfen keinesfalls feucht werden, sie schimmeln wirklich schnell. Lagern sie aber trocken, lösen sich die Kerne leicht und werden ebenso trocken bis zum nächsten Jahr gelagert. Natürlich samen sich Sonnenblumen auch selbst aus – wenn man den Standort nicht ändern möchte, kann man der Natur ihren Lauf lassen. Und so haben auch die Vögel reichlich Futter.

Bei den Ringelblumen schneide ich großzügig den Blütenkopf ab und hänge sie in den Schuppen. Erst beim Durchtrocknen werden die Samen sichelförmig und können abgezupft werden. Ebenso die Tagetes. Erst wenn sie wirklich getrocknet ist, erhält man guten Samen. Lupinen bieten jetzt schon ihre Schoten an – und wie immer gilt auch hier – der Trocknungsprozess ist das Wichtigste beim Samengewinnen. Zinnienblüten, Stockrose, Frauenmantel – viele Blumen und Stauden geben gern ihren Samen her.
Und es macht einfach Freude, ihnen dann im nächsten Jahr wieder beim Wachsen und Blühen zuzusehen. Mit Gärtnerstolz: Die habe ich selbst gezogen … Aber jetzt muss ich in den Garten – gießen. Diese Hitze!