„Kalte Havel“ – Neuer Krimi von Tim Pieper

Ein würdiger Nachfolger von „Dunkle Havel“ ist jetzt erschienen. Der neue Fall für Toni Sanftleben in „Kalte Havel“ von Tim Pieper.

Werder (Havel), 2. November 2016 – Mit dem zweiten Fall für Hauptkommissar Toni Sanftleben nimmt uns Tim Pieper erneut mit auf eine spannende Krimi-Reise in die Region. Seinen Ermittler, den wir in dem Werder-Krimi „Dunkle Havel“ kennen- und trotz seiner wahrhaftig unkonventionellen Art zu leben, schätzen gelernt haben, lässt der Berliner Autor nicht zur Ruhe kommen. Die  hätte er nach nach dem spurlosen Verschwinden seiner Frau beim Baumblütenfest in Werder und die Aufklärung des Falles wahrlich verdient.

Der Spezialist für spannende Krimis aus der Region: Tim Pieper. Foto: Autorenfoto
Der Spezialist für spannende Krimis aus der Region: Tim Pieper. Foto: Autorenfoto

Ganz im Gegenteil – aus dem langen Urlaub, den Toni Sanftleben dafür nutzen will, seine geliebte Frau nach den langen Jahren ihrer unfreiwilligen Trennung glücklich zu machen, wird er zurück in seinen Job bei der Kriminalpolizei in Potsdam geholt, um einen wichtigen Fall aufzuklären. Toni Sanftleben, der den unbezahlten Urlaub auch genutzt hat, um aus seiner Tabletten- und Alkoholsucht zu kommen, hofft, mit seiner Sofie auf ihrem Hausboot auch seelisch endlich  „in ruhige Gewässer“ zu kommen. Außerdem macht er sich auch immer noch Gedanken um seinen Sohn Aaron, der in den spektakulären ersten Fall ja auch verwickelt war. Doch es scheint, als ob der hochbegabte junge Mann jetzt auf dem Weg ist, seinen Platz im Leben und auch eine Begleiterin dafür zu finden.

Doch dann bittet ihn die Potsdamer Staatsanwältin Caren Winter um Hilfe. Eine Bitte, die er ihr nicht abschlagen kann. War sie es doch, die ihm bei den zurückliegenden Ermittlungen in und um Werder geholfen hatte, als sonst keiner mehr an ihn glaubte. Zudem verspricht der Fall spektakulär zu werden. Der Sohn von Caren ist verschwunden, der Freund, mit dem er in der Nacht zuvor unterwegs war, wurde erschossen aufgefunden.

Toni Sanftleben macht sich sofort auf den Weg an seine ehemalige Wirkungsstätte als Hauptkommissar, um die Ermittlungen aufzunehmen. Er trifft auf alte, treue Weggefährten, die wir auch aus „Dunkle Havel“ kennen – das macht das Lesen des neuen Buches auf eine angenehme Art vertraut. Aber er trifft auch auf alte, verbitterte Feinde, die ihm das Leben und die Ermittlungen mit allen möglichen Mitteln erschweren …

Und die Ermittlungen ziehen den Leser vom Epilog an in den Bann, mit Spannung verfolgen wir in den Kapiteln den dynamischen Verlauf der Handlung und begleiten nebenbei den Kommissar, seine Frau und den Sohn in ihren neuen Lebensabschnitt, der am Ende schon wieder Hoffnung auf einen weiteren Krimi von Tim Pieper macht.

Die Zeitsprünge sind so gesetzt, dass sie nicht verwirren, sondern zielstrebig am roten Faden entlang zum doch überraschenden Showdown führen. Die Täter/Opfer-Charaktere und ihr Umfeld sind fein gezeichnet, schwarz-weiße Lösungen wären zu einfach, das bietet uns Tim Pieper nicht an. Ebenso wird die Spurensuche des Lesers durch die Wirrungen und falschen Fährten erschwert – am Ende lehnt man sich mit einem erstaunten „Ach wirklich?“-Eindruck begeistert zurück.

Potsdam, Neu Fahrland, Beelitz Heilstätten, das olympische Dorf in Elsholz, Carinhall, Groß Kreutz – auch dem neuen Buch merkt man wieder an, wie sehr Tim Pieper unsere Region liebt, wie genau er die Orte recherchiert – der Leser hat sofort die entsprechenden Bilder vor dem geistigen Auge und kann so den spannenden Fährten in die Kulisse und der Story folgen. Einsprengsel zu früheren tatsächlichen Vorfällen, aktuellen Vorkommnissen und deren mysteriösen Verflechtungen – besonders in den Beelitzer Heilstätten – lassen den Kriminalroman authentisch wie einen wahren Fall erscheinen. Auch die Musik hat einen feinen, aber folgerichtigen Platz in diesem Buch bekommen. Bands, Songs, Textzitate, Querverweise – der Autor erzählt meisterhaft sowohl aus der Opfer- und Täterperspektive und lässt dabei erahnen, wie tief er sich in seine Figuren einfühlt.

Ein tolles Buch, das wiederum so klare Bilder entstehen lässt, dass sich wie schon beim Vorgängerroman „Dunkle Havel“ die Frage der Verfilmung aufdrängt.
Wir verlosen drei Exemplare des Kriminalromans, der erneut im Emons Verlag erschienen ist (ISBN 978-3-7408-0001-7, 10,90 Euro). Wer sich für das Buch interessiert, schreibt einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Kalte Havel“ an info@wirsindwerder.de, wir versenden die Bücher dann an die Gewinner, die wir auf unserer Facebook-Seite bekannt geben werden. Viel Glück und viel Vergnügen bei der Lektüre! (low)