Kein zusätzliches Geld für das Brauchwasserwerk

Werder (Havel), 9. März 2018 – Eine freundliche Geste zum Internationalen Frauentag – eine Rose bekamen die anwesenden Frauen vom 1. Beigeordneten Christian Große zu Beginn der jüngsten Stadtverordnetenversammlung und auch Annette Gottschalk, Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, richtete ihre Glückwünsche an die Frauen.
Mehrheitlich abgelehnt wurde der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur aktiven Bauleitplanung. Dem Antrag zufolge sollten vorbereitende Maßnahmen zur Erstellung von flächendeckenden Bebauungsplänen aufgenommen werden. Fraktionschef Markus Altmann begründete den Antrag u.a. damit, dass in einer wachsenden Stadt eine Vielzahl von Infrastrukturmaßnahmen gefordert seien. Um dem gerecht zu werden, sollten bei der Aufstellung von Bauleitplänen insbesondere die Bedürfnisse der Bevölkerung, die Belange des Umweltschutzes und die umweltbezogenen Auswirkungen auf die Menschen berücksichtigt werden. „Städtebaulich unerwünschte Tendenzen und Nachhaltigkeit zugunsten kommender Generationen“, so Markus Altmann, könne man nur erreichen, wenn es eine „gründliche Aufahme der Ist-Situation“ gebe. „Der seitens der Stadtverwaltung und den Fachbereichen vorgebrachte Verweis auf die Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes zielt genau in diese Richtung“, so Altmann, allerdings gebe es hier keine Zeitschiene, die wolle man mit diesem Antrag erreichen. 
„Wir würden damit die Entwicklung der Stadt einfrieren“, so der 1. Beigeordnete Christian Große. Vom personellen und finanziellen Aufwand, den heutzutage ein B-Plan mit sich bringen würde, ganz zu schweigen. Zudem favorisiere er für die Stadt das INSEK – das integrierte Stadtentwicklungskonzept. In den Prozess der INSEK-Erstellung würden wichtige Personen und Akteure des Stadtlebens wie Vereine und Unternehmen, die nichtkommunalen öffentlichen Träger der Infrastruktur sowie Fachbehörden aktiv einbezogen. 
Auch der Antrag der Freien Bürger zur Aufnahme von zusätzlichen Mittel für die Gebäudesanierung des Glindower Brauchwasserwerkes wurde – wenn auch knapp – mehrheitlich abgelehnt. Das seit 2008 im Besitz der Stadt befindliche Gebäude sei in einem, wie Fraktionsvorsitzender Sigmar Wilhelm seinen dringlichen Antrag begründete, „augenscheinlich desaströsen“ Zustand. Mit preiswertem Wasser aus dem Glindower See versorgt werden verschiedene Obst produzierende Betriebe, der Tannenhof und private Gärten. Noch immer nicht vollzogen ist auch die seit Jahren geplante Gründung einer Brauchwasser Werder GmbH mit Stadt, dem Investor Timo Wessels und dem Obst- und Gartenbauverein. Hier sei noch nicht klar, in welcher Konstellation und in welcher Rechtsform die nötige finanzielle Unterstützung durch Fördermittel  zu generieren seien. Nachvollziehbar ist nicht, welche Leitung privat und welche gewerblich genutzt werden. „Wir sind uns bewusst, dass die Glindower Platte ohne das Brauchwasser keine Chance hat“, so Große. „Wir investieren jedes Jahr allein 50 000 Euro in die Erhaltung des Netzes“. Zudem wurden im vergangenen Jahr zusätzlich 40 000 Euro in eine Leitungs-Umverlegung investiert. Das nach den Stürmen des vergangenen Jahres schadhafte Dach und die Regenrinnen würden auf jeden Fall für ca. 30 000 Euro repariert, so Große. Ohne Klarheit über die Zukunft des Gebäudes könne dem Antrag nicht gefolgt werden, so Große.  (wsw)