Keine Geisterjagd in Beelitz

Der Name und auch Aspekte der Handlung des Films „Heilstätten“ verleiten viele zu der Annahme, dass der Streifen in den Beelitzer Heilstätten produziert worden ist. Der Film wurde allerdings nicht in Beelitz gedreht, sondern in der Heilstätte Grabowsee bei Oranienburg. Foto: Thomas Lähns

Beelitz, 4. Januar 2018 – Ende Februar kommt der Horror-Film „Heilstätten“ in die Kinos. Die Werbetrommel wird bereits ordentlich gerührt und auf Facebook verabreden sich schon die ersten, den Gang ins Kino mit einem nächtlichen Besuch des vermeintlichen Drehortes zu verbinden, stellt die Stadt Beelitz in einer Pressemitteilung fest.

„Der Name und auch Aspekte der Handlung verleiten viele zu der Annahme, dass der Streifen in den Beelitzer Heilstätten produziert worden ist. Der Film wurde allerdings nicht in Beelitz gedreht, sondern in der Heilstätte Grabowsee bei Oranienburg. Überdies sind nächtliche Besuche auf dem Gelände der ehemaligen Lungenheilanstalt in Beelitz schon seit Langem nicht mehr möglich, sondern stellen einen Strafbestand dar, der auch geahndet wird“, informiert der Stadtsprecher Thomas Lähns.

„Wir sind heilfroh, dass der Grusel- und Partytourismus, der uns allen bis vor wenigen Jahren noch das Leben schwer gemacht hatte, durch das entschiedene Vorgehen der Polizei und die Entwicklung der Heilstätten beendet werden konnte“, unterstreicht Bürgermeister Bernhard Knuth. Dieses Kapitel sei endgültig abgeschlossen, zumal es jetzt auch für den letzten Quadranten konkrete Pläne für die Sanierung der bestehenden Gebäude und die weitere Bebauung des Areals gibt, die ab diesem Jahr umgesetzt werden sollen.

„Jeder, der sich für die Geschichte und für die Architektur dieses Ortes interessiert, kann diese bei Führungen und bei einem Besuch des Baumkronenpfades erkunden – und das, ohne sich irgendwelchen Gefahren für Leib und Leben auszusetzen.“ Sogar geführte Fototouren durch die Gebäude sind mit Anmeldung möglich.

In dem Film mit dem Untertitel „Traust Du Dich?“ geht es um junge Leute, die mit der Videokamera nachts in den Ruinen einer ehemaligen Heilstätte, wie es sie im frühen 20. Jahrhundert einige rund um Berlin gegeben hatte, auf Geisterjagd gehen – und dabei fündig werden. „Der Streifen ist natürlich darauf angelegt, dass sich das Publikum gruselt – aber niemand sollte sich davon provozieren oder animieren lassen, selbst in solchen Ruinen herum zu klettern“, so der Bürgermeister weiter. Denn die Gefahren, die dort lauern, sind alles andere als übernatürlich, sondern bestehen mitunter in maroden Decken, Stolperfallen und nicht zuletzt in Form von Anzeigen durch die Eigentümer. (red/lä)