Kitaplanung: Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis

Werder (Havel), 10. November 2017 – Die Stadt Werder (Havel) begrüßt, dass der Landkreis eine Unterversorgung an Kitaplätzen in der Stadt anerkennt. Das sagte Werders 1. Beigeordneter Christian Große als Reaktion auf einen PNN-Bericht vom 8. November 2017. Laut der Zeitung sieht das Landratsamt einen „besonders spürbaren Mangel“ an Kitaplätzen in Werder (Havel). „Das ist ein Grund mehr, in einer gemeinsamen Kraftanstrengung des Landratsamtes mit der Stadt an Lösungen zu arbeiten“, so Christian Große weiter.

So würde er sich wünschen, dass Bauanträge für Kitaneubauten in Werder von der Bauaufsicht des Landkreises zügig bearbeitet und der Kitabedarfsplan angepasst wird. „Ich sehe uns da mit dem Landrat mittlerweile auf einem sehr guten gemeinsamen Weg.“

Zusätzlich hilfreich wäre, wenn durch Mitarbeiter des Landrats gegenüber der Presse die problematischen Fakten genau dargestellt werden. Das sei im betreffenden PNN-Bericht nicht durchweg der Fall. So habe sich die Stadt mit der Ausweisung neuer Baugebiete durchaus bemüht, auch eine Änderung der Kitabedarfsplanung des Landkreises zu erreichen. Nur für Kitas, die im Bedarfsplan stehen, ist eine öffentliche Förderung möglich. Die letzte Überarbeitung des Kitabedarfsplans habe auf monatelanges Drängen der Stadt Werder im Jahr 2015 stattgefunden.

Die Einsicht, dass die Stadt neue Kitas braucht, habe zu diesem Zeitpunkt im Landratsamt noch nicht wirklich bestanden. „Vielmehr heißt es in der überarbeiteten Fassung des Kitabedarfsplans 2015 noch, dass durch drei Kitaneubauten erhebliche Überkapazitäten in Werder (Havel) entstehen würden“, so Werders 1. Beigeordneter weiter. Damit dennoch der Bau von drei neuen Kitas in die Bedarfsplanung 2015 aufgenommen wurde, habe sich die Stadt verpflichten müssen, den entstehenden Überhang durch die Schließung kommunaler Kita auszugleichen.

„Letztlich ist es ja tatsächlich unglaublich und sehr erfreulich, in welchem Tempo die Stadt Werder (Havel) wächst“, zeigt Christian Große Verständnis für die damalige Fehleinschätzung. Von Kita-Schließungen könne nicht die Rede sein. In zwei Jahren habe die Stadt und ein Freier Träger mit einer erweiterten und zwei neuen Einrichtungen 183 neue Kitaplätze geschaffen.

Die bisweilen anspruchsvollen und wechselnden Fördermodalitäten und Fristen zu erfüllen, sei bei dieser Konstellation nicht immer möglich gewesen. Nichtsdestotrotz konnten Fördermittel für die neuen Kitaplätze akquiriert werden.

Die neu entstandenen Kitaplätze reichen noch nicht: Im laufenden Kitajahr 2017/2018 (entspricht Schuljahr) können nach aktuellem Stand die Rechtsansprüche von rund 200 Kindern nicht erfüllt werden. Für einen weiteren kommunalen Kitaneubau in Glindow mit 120 Plätzen soll deshalb noch in diesem Jahr der Bauantrag gestellt werden. Zwei weitere Neubauten sind in Planung.

Dass neue Kitas auch in Kooperation mit Freien Trägern entstehen und Kitas Freier Träger erfolgreich in Werder (Havel) betrieben werden zeige, dass die Kita-Finanzierung durch die Stadt bei sparsamer Betriebsführung und zumutbaren Kitabeiträgen auskömmlich ist, so Christian Große. „Wir stellen Grundstücke und Gebäude bereit und finanzieren die Bewirtschaftungskosten, wie es das Kitagesetz verlangt. Zusätzlich bekommt jede Werderaner Kita, die von Freien Trägern betrieben wird, pro Kind und Monat 30 Euro.“ Das Kitagesetz werde damit bereits zugunsten der Freien Träger ausgelegt. (red)

In einem Artikel vom 8.11. 2017 berichtet die PNN wie folgt:

„Die Stadtverwaltung sieht Versäumnisse beim Landkreis. Der beschuldigt das Rathaus, zu spät mit Neubauten begonnen zu haben und freie Träger abzuschrecken. Die Folgen beschäftigen Gerichte. Wie viele Kita-Plätze in anderen Kommunen fehlen, wisse der Landkreis derzeit noch nicht. Zum Jahresende soll es laut Stefan Kowalczyk, dem Teamleiter Kindertagesbetreuung, eine Übersicht geben. „In der Stadt Werder ist dieser Mangel aber besonders spürbar, und dies hat Gründe“, so Kowalczyk. So habe man schon im Sommer 2015 eine gemeinsame Planungsabsprache getroffen, nach der die Stadt und freie Träger gemeinsam 304 neue Betreuungsplätze schaffen sollten. Realisiert wurden bisher nur 169. Eine geplante neue Kita der Awo für 110 Kinder und eine Erweiterung der Kita der Waldorfschule um 25 Plätze sind bisher nicht zustande gekommen. Die Stadt Werder hat wie berichtet im Jahr 2015 die Finanzierungsrichtlinie für Freie Träger geändert.“ pnn