Klaus Töpfer besuchte Werder

An der letzten Spundwand, von rechts Werner Große, Manuela Saß, Klaus Töpfer sowie Klaus-Peter Meißner, Uwe Brühl und Steffen Lehmann von der HPG. Foto: wsw

Werder (Havel), 17. Juli 2017 – Vor 20 Jahren hat der damalige Bundesbauminister Klaus Töpfer die letzte Spundwand des künstlichen Stichhafens in den Havelauen symbolisch eingerammt. Anlässlich dieses Jubiläums und der 700-Jahr-Feier von Werder (Havel) hat Klaus Töpfer am Samstag die Havelauen erneut besucht. Eingeladen hatte die HPG, die das Entwicklungsgebiet vor sieben Jahren nach einer Insolvenz übernommen hatte. Zu dem Termin waren unter anderem auch Vertreter von Investoren wie Antan Recona und MCG und Repräsentanten der Politik wie Bürgermeisterin Manuela Saß, Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Werner Große und die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig eingeladen.

Dr. Klaus-Peter Meißner von der HPG  erinnerte an den ersten Bebauungsplan der Havelauen von 1912 und daran, wie die Pläne nach der jahrzehntelangen militärischen Nutzung nach dem Abzug der russischen Streitkräfte belebt wurden. Gerade in den vergangenen sieben Jahren hätten sich die Havelauen rasant entwickelt, ergänzte HPG-Geschäftsführer Uwe Brühl. Er betonte, dass auch die Herstellung einer offenen und 220.000 Quadratmeter großen Auenlandschaft für die Entwicklungsgesellschaften keine leichte Aufgabe war und deren Erhalt eine Herausforderung für die Stadt, die die Grünfläche im vergangenen Jahr übernommen hat, bleiben wird.

Anderseits werde damit eine sehr hohe Lebensqualität für das Quartier gesichert, das durch den Stichhafen und einen Lärmschutzwall in ein Wohngebiet, ein Gewerbegebiet und ein Sondergebiet mit Geschossbauten im Süden unterteilt sei. Jürgen Scheu von der Antan Recona und Martin Pietsch von der MCG erläuterten das aktuelle und bevorstehende Baugeschehen am Stichhafen in den Havelauen Süd. Die Wohnungen der fast fertigen Riva Maritim sind demnach vollständig verkauft. Die MCG plant nun ein weiteres Gebäude am Stichhafen in Richtung Landesstraße, in dem neben dem Wohnen auch das Thema Gesundheit eine Rolle spielen soll.

Klaus Töpfer zeigte sich an den Darstellungen sehr interessiert und fragte nach, etwa zur Struktur der Zuzügler in den Havelauen, die zu 63 Prozent aus Brandenburg kommen, davon die Hälfte aus Werder (Havel). 11 Prozent kommen aus Berlin, 6 Prozent aus Nordrhein-Westfalen und 4 Prozent aus Niedersachsen. Es sei in hohem Maße bemerkenswert, wie aus einer verantwortungsvollen Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Investoren in den Havelauen ein Bedarf an bezahlbaren Grundstücken und Wohnungen für junge Menschen, an Freizeit-  und Gewerbeflächen im Umfeld von Berlin und Potsdam gedeckt werden kann, sagte Klaus Töpfer abschließend.

Er habe den Eindruck gewonnen, „dass eine gemeinsame Leistung für die Gemeinschaft erbracht worden ist. Die Sanierung von Altlasten, die Sicherung großer Naturflächen, Wohnen, Gewerbe, Tourismus und Erholung werden hier in überraschender Weise in Einklang gebracht. Man spürt, wie sich auch eine politische Beharrlichkeit und Kontinuität im besten Sinne niederschlagen kann.“

Wenn man älter werde, schaue man gern zurück und deshalb sei es interessant für ihn gewesen, an einem Ort zu sein, an dem er vor 20 Jahren als Bundesbauminister die letzte Spundwand eines neuen Stichhafens eingeschlagen habe. „Ich habe mich auch über die alten Fotos gefreut, auf denen ich deutlich jünger war“, sagte der 79-Jährige augenwzinkernd. „Vom schönen Werder an der Havel habe ich seit meiner Kindheit ein gutes Bild, als ich mit meinem Onkel, der eine Bäckerei in Potsdam hatte, mit dem Boot zum Verkauf der Schrippen hierher gefahren bin. Die Stadt wird sich im Berliner Großraum weiter dynamisch entwickeln und ich wünsche den politisch Verantwortlichen, dass das künftig so gut gelingt wie im Auf und Ab der vergangenen 700 Jahre.“

Professor Töpfer war seit seiner Zeit als Bauminister unter anderem für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und für die Welthungerhilfe aktiv. Außerdem ist er Gründungsdirektor des  Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam.