Knapp fünf Millionen für Projekt „Fit für die Zukunft“

"Fit für Zukunft" ist das Motto des ehrgeizigen Investitionprojektes der Stadt Werder (Havel) für Schulen und Kitas. Begeistert zeigte sich die Bürgermeisterin beim Schulrundgang auch von den interaktiven Tafeln, die auch von Lehrern und Schülern freudestrahlend aufgenommen wurden.

Werder (Havel), 2. März 2017 – Mit dem Projekt „FIT FÜR DIE ZUKUNFT“ nimmt die Stadt im 700. Jubiläumsjahr Projekte für Kitas und Schulen in den Fokus, die an sich in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden sollten, nun aber in einer gemeinsamen Kraftanstrengung in den Jahren 2017 und 2018 zusammengezogen werden sollen. 4,779 Millionen Euro werden dafür bereitstehen. „Es ist das schönste Geschenk zur 700-Jahrfeier von der Stadt an die Stadt“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß. Und ihr Beigeordneter Christian Große ergänzt, dass dieses Geld außerplanmäßig eingesetzt wird, alle Instandhaltungsmaßnahmen, die ohnehin im Haushalt eingeplant seien, würden ganz normal abgearbeitet.

So lang der Name der CvO – wie sie im Volksmund kurz genannt wird – so hoch liegt das Lehrerzimmer der „Carl-von-Ossietzky-Oberschule mit angegliederter Primarstufe“ in Werders Zentrum. Die lange ungenutzte linke Seite des Dachgeschosses des 1878/79 errichteten Schulbaus wurde zum riesigen Lehrerzimmer, in dem die Pressekonferenz zur Vorstellung des ehrgeizigen Projektes stattfand.

Ein Lehrerzimmer mit viel Platz für alle Kollegen. Das Projekt „Fit für die Zukunft“ wurde dort bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Von links: der stellvertretende Schulleiter Uwe Mütz, Schulleiterin Ines Lenius, Stadtsprecher Henry Klix, Bürgermeisterin Manuela Saß, der Beigeordnete Christian Große, die Fachbereichsleiterin Ulrike Paniccia sowie die Leiterin der Primarstufe Petra Amelung.

Festgestellt wurde beim Aufstieg zum Lehrerzimmer aber auch, dass das Treppenhaus ebenso einer dringenden Renovierung bedarf. Im Ergebnishaushalt sind dafür 2017 und 2018 insgesamt 250.000 Euro eingeplant, um das Haupthaus zu renovieren und dort den Schallschutz zu verbessern. Die Ausschreibung für die Investition der Viertelmillion Euro, sei bereits in Vorbereitung. „Ich hoffe, dass sich viele Firmen aus der Region bewerben“, so Christian Große. „Alle Menschen, die Kinder haben, waren wohl schon mal bei einer Schulrenovierung dabei“, stellt Ines Lenius fest. „Wir haben da eine überaus rührige Elternschaft“. Das habe sie jetzt jedoch angesichts der Renovierungspläne der Stadt gestoppt. „Wir sind sehr dankbar, dass die Stadt sich so für die Schule einsetzt“.

Insgesamt 50.000 Euro sollen zudem in die Vervollständigung der Internetanbindung des  Haupthauses der CvO investiert werden, um die Möglichkeiten des Internets in das Unterrichtsgeschehen besser einbeziehen zu können.  Das Haupthaus soll zukünftig WLAN-fähig sein, in den meisten Räumen soll es Kabel-Internetanschlüsse, also LAN, geben. Wichtig sei das grundsätzlich, für die Vermittlung einer soliden zukunftsorientierten Allgemeinbildung, aber auch für die Profilierung der Schule im naturwissenschaftlichen Bereich.

Der stellvertretende Schulleiter der CvO Uwe Mütz, die Leiterin der Primarstufe Petra Amelung, CvO-Leiterin Ines Lenius und Bürgermeisterin Manuela Saß.

Die wichtigste Maßname des Projektes „Fit für die Zukunft“ ist jedoch die Erweiterung des Grundschulbereichs der Carl-von-Ossietzky-Schule. Hier werden in den kommenden beiden Jahren 2.240.000 Euro im Investitionshaushalt bereitgestellt. Darin enthalten sind vor allem Kosten für einen neuen Modular-Bau, in dem ab dem Schuljahr 2017/2018 ein Klassenzug unterrichtet werden kann. „Der Vorteil der Modul-Bauweise, den wir ja auch für die Kita in der Adolf-Damaschke-Straße nutzen werden, liegt in der Schnelligkeit“, erläutert Christian Große, der davon überzeugt ist, dass der Zeitplan der HGW eingehalten wird. „Gleichzeitig wird zudem der Flachbau saniert und erhält Schallschutz“, informiert Bürgermeisterin Saß. Die insgesamt 600 Schüler des Campus werden staunen, wie schnell die Arbeiten voran gehen, kündigt sie an. Der Unterricht solle so wenig wie möglich gestört werden, die Lehrer bekommen einen Plan, wann mit Lärm zu rechnen ist. Zudem werde am 5. April 2017 bei der Elternkonferenz detailliert auch die Elternschaft informiert, was wann auf dem Campus passiere.

An der Rückseite des Flachbaus der Primarstufe der CvO: Hier wird demnächst gebaut und auch die Außenanlagen werden erneuert.

Entstehen werden in dem Neubau sechs Klassenräume, zwei Fachräume, zwei Räume für die Sonderpädagogik sowie ein Lehrerzimmer, so Petra Amelung, die die dort beheimatete Primarstufe leitet. Sie kündigt zum neuen Schuljahr drei neue erste Klassen an, 13 Grundschulklassen sind es dann insgesamt. Der Neubau, der auch behindertengerecht sein wird, ist also hoch willkommen.

 

Außerdem soll die Außenanlage mit dem Sportbereich erneuert werden. Die Errichtung des Modular-Baus und die damit verbunden Erneuerung der Außenanlage / Sportbereich werden durch die kommunale Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (Havel) (HGW) umgesetzt. Die Anpassung des Flachbaus wird durch die Mitarbeiter des Fachbereiches begleitet. „Das ist ein ordentliches Maß an koordinierenden Arbeiten“, stellt Fachbereichsleiterin Ulrike Paniccia fest, die sich aber auf die Herausforderung freut. „Ich freue mich sehr darauf, zu sehen, wie sich die Schule entwickelt. Werder wächst – und wir wollen gute Lernbedingungen für die Kinder schaffen“, so die Bürgermeisterin, die gleichzeitig die Dauer der Genehmigungsverfahren bemängelt. Runde zehn Monate musste die Stadt auf die Bewilligung des Bauantrages warten.

Fast fünf Millionen Euro – wo kommt denn das viele Geld her? „Ordentlich“ und „sparsam“ hat die Stadt in den vergangenen Jahren gewirtschaftet und ihre Hausaufgaben in Sachen kommunales Haushaltsrecht gemacht. So hätte man Rücklagen gut bedient, ein „Sparbuch“ angelegt und gehe „in die Qualität“.

Schüler der CvO hätten übrigens die besten Abschlüsse landesweit, lobt Bürgermeisterin Manuela Saß die Schule. Ines Lenius freut sich besonders darüber, dass viele Schülerinnen und Schüler ihrer Schule in Werder weiter lernen: „Viele gehen für das Abitur dann zum Oberstufenzentrum hier in unserer Stadt“. Ihr Stellvertreter Uwe Mütz ergänzt: „Unsere Abgänger bilden dann am OSZ eine ganze Klasse“.

Weitere wichtige Projekte aus dem Programm
„FIT FÜR DIE ZUKUNFT“

Kita/Hort Stadtstrolche: 150.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt sind in 2017 für Restarbeiten des Aus- und Umbaus der Einrichtung eingeplant, hier muss unter anderem die Heizungsanlage angepasst werden. Aus dem Investitionshaushalt wird im Jahr 2018 mit 50.000 Euro ein Spielplatz finanziert. Im Jahr 2018 werden 20.000 Euro für die Planung der energetischen Sanierung aus dem Investitionshaushalt eingestellt. Für die Jahre 2018 bis 2019 ist die Umsetzung der energetischen Sanierung und ein Sonnenschutz in der Einrichtung geplant, Kosten: 300.000 Euro.

Hort Sunshine Kids: In 2017 und 2018 sollen für 20.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt diverse Umbaumaßnahmen im Bereich der Essensausgabe und der Toiletten durchgeführt werden. Der Schallschutz soll im Jahr 2018 mit neuen Schallschutzdecken für 20.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt weiter verbessert werden.

Kita Anne Frank: In 2017 soll der Spielplatz für 18.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt noch zu Ende gestaltet werden. Für den Schallschutz in allen Gruppenräumen werden in den Jahren 2017 und 2018 jeweils 60.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt bereitgestellt.

Kita Regenbogen: Hier sind für 20.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt die Erneuerung des Eingangsbereiches (Zaun, Gehweg) und Renovierungsarbeiten im Haus geplant. Für die Jahre 2018 bis 2019 ist die energetische Sanierung der Einrichtung für 300.000 Euro aus dem Investitionshaushalt geplant (Planungsgelder 2017: 20.000 Euro).

Kita Werderaner Früchtchen: Für die energetische Sanierung werden aus dem Investitionshaushalt 270.000 Euro bereitgestellt. Es werden außerdem für 24.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt Maßnahmen zum Schallschutz des Hauses 1 geplant, dann haben hier alle Räume eine Schallschutzdecke.
Außerdem sind für 24.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt Renovierungsmaßnahmen im Haus 1 geplant.

Grundschule mit Hort Glindow: In die Neugestaltung der Außensportanlagen inklusive Regenwasserversickerung sowie in die Umgestaltung des Hort und Sportplatzbereiches zur Mehrfachnutzung sollen in den kommenden Jahren aus dem Investitionshaushalt erhebliche Mittel fließen: 98.000 Euro in 2017, 145.000 Euro in 2018 und 180.000 Euro in 2019. Außerdem sind 25.000 Euro aus dem Investitionshaushalt im Jahr 2017 zur Schaffung von kleinen Räumen für Elterngespräche, für den  sonderpädagogischen Bedarf oder als Rückzugsmöglichkeiten  geplant. Aus dem Ergebnishaushalt wird 2017 die Renovierung der Flure mit 20.000 Euro finanziert.
Zudem wird auf Vorschlag des Energieberatungsbüros WEN der Heizkessel für 12.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt im Jahr 2018 erneuert.

Karl-Hagemeister-Grundschule: In 2017 und 2018 soll mit jeweils 150.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt der Schulinnenbereich saniert werden, im Jahr 2018 für 30.000 Euro der Lichtschacht im hinteren Gebäudeteil.
Im Jahr 2018 sollen das Lehrzimmer und der Technikraum in der Turnhalle mit 20.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt modernisiert werden. Im Jahr 2018 soll für 20.000 Euro die Schulhofsanierung geplant werden. 420.000 Euro sollen dann 2019 und 2020 aus dem Investitionshaushalt in die Neugestaltung des Schulhofes fließen.

Inselschule Töplitz: 100.000 Euro werden aus dem Investitionshaushalt für die Erneuerung des Sportplatzes benötigt. Die Planungsarbeiten und ersten Ausführungsarbeiten wurden bereits 2016 durchgeführt. Für die Erneuerung der Wege zwischen Sporthalle, Schule und Mittelbruchweg sollen 2017 und 2018 jeweils 60.000 Euro aus dem Investitionshaushalt fließen. Das ist nach der Schaffung des Ganztagsbereiches und der Neugestaltung des Schulhofes in 2016 notwendig geworden. Die Arbeiten sollen in den Schulferien durchgeführt werden, um den Schulbetrieb nicht überzustrapazieren, und müssen deshalb auf zwei Jahre gestreckt werden.
In 2018 werden für umfangreiche Renovierungsmaßnahmen in den Fluren und Räumen 70.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt einkalkuliert.

Ernst-Haeckel-Gymnasium: In 2018 werden umfangreiche Renovierungsmaßnahmen in den Fluren und Räumen und die Einfriedung des Grundstückes durchgeführt, was mit 135.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt zu Buche schlägt. In der Turnhalle werden 2017 Malerarbeiten im Treppenbereich für 10.000 Euro aus dem Ergebnishaushalt durchgeführt. 15.000 Euro aus dem Investitionshaushalt  werden für den Einbau eines Klimagerätes in einem Turnhallenraum benötigt, der durch benachbarte technische Anlagen überhitzt wird. Im Jahr 2018 ist der Bau einer Regenversickerung im Kesselgrund geplant, was sich mit 75.000 Euro im Investitionshaushalt niederschlagen wird.

Sportstätten: 60.000 Euro werden aus dem Investitionshaushalt für die Erneuerung der Stege der Regattastrecke benötigt. Sie  müssen auf Grund vor Verschleiß und Beschädigung durch Anlegen von Fremdbooten erneuert werden. Es wird nach einer Lösung gesucht, um Schäden künftig zu vermeiden.
Für die Erneuerung des Arno-Franz-Sportplatzes werden in den Jahren 2019 bis 2020 insgesamt 520.000 Euro benötigt.  In 2018 soll die Planung für 20.000 Euro aus dem Investitionshaushalt durchgeführt werden. Auf dem Sportplatz gibt es erhebliche Probleme im Bereich der Regenwasser-  und Grundwasserversickerung, die Schulsportanlagen müssen zudem überholt werden. (low/red)

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