Knoten endlich geplatzt

Der HV Grün-Weiß Werder um den Trainer Silvio Krause. Weitere Informationen auf https://www.handball-werder.de/news/ Foto: Sylvia Göres

Bad Doberan / Werder (Havel), 25. September 2017 – Mit großen Erwartungen an sich selbst und der neu aufkeimenden Hoffnung, endlich zu punkten, ging es am Samstag zum 3. Ostsee-Gegner nach Bad Doberan. Diese hatten sich zuletzt von zwei verschiedenen Seiten gezeigt: Mit einem Sieg gegen Spandau sowie einer hohen Niederlage in Ludwigsfelde. Werder, das sich trotz drei vergangener Pleiten tendenziell verbessert zeigte, war überzeugt, dass es heute reichen würde. „Der totale Wille war da – von der Hinfahrt, bis zur Erwärmung und im Spiel.“ Am Ende konnte man mit 23:20 „den Bock endlich umstoßen.“

Laut einer Tageszeitung kann Werder zwar Dritte Liga, aber der Kampf gegen Akteure der Ostsee-Spree-Liga soll auch gelernt sein. Erleichtert, finden auch Trainer Krause und Geschäftsführer Hannes Lindt, dass ihre Männer „hochverdient gewonnen haben, wobei sie es am Ende noch einmal unnötig spannend machen.“ Doberan zeigte sich ob kompakter Werderaner sehr limitiert, Zeitstrafen und gelbe Karten fingen sich die Nordlichter am laufenden Band. „Diese Unterzahl-Situation hat Werder trotz einiger Unstimmigkeiten am Anfang gut ausgenutzt.“, stellt Keeper Tom Göres fest. Aber der 20. Minute konnte die Abwehr sich mehr und mehr stabilisieren, so dass Werder die Führung nicht eine Sekunde aus der Hand gegeben und kontinuierlich Druck auf den Gegner aufgebaut hat. „Hier siegt nicht jeder! Unsere Deckung war grandios und auch die Abwehrleistung war enorm.“

Jene Abwehrmauer sollte kurz vor Spielende noch einmal löchrig werden, als die Bad Doberaner bis auf ein 20:21 aufschließen und Durchbrüche parieren konnten. „Wir haben uns das Leben am Ende wirklich schwer gemacht und spielten zu zaghaft auf. Plötzlich konnten wir die freien Würfe einfach nicht mehr unterbringen!“ bewertet Geschäftsführer Hannes Lindt die Endphase, die es in sich hatte. Offensichtlich hatte man hier aber weniger Keeper Tom Göres, der aufgrund des 7. Feldspielers zwei schnelle Tor witterte, und Robert Schütz, der vier 7-Meter solide verwandeln konnte, auf dem Zettel. Im Angriff konnte die Truppe speziell auf Moritz Bruck und Dominik Nehls mit jeweils fünf Buden zählen.

„Wir waren heute alle hellwach. Und auch fuchsig. Denkt man an unser Aufstiegsjahr zurück, dann fällt mir nur eine Niederlage ein: Die in Bad Doberan.“, antwortet Tom Göres zwinkernd auf die Frage, wie er sich seine heutige Bombenquote und die Leidenschaft seiner Mannschaft erklärt.
Krause betrachtet diesen so „richtigen und wichtigen Sieg“ nichtsdestotrotz realistisch. „Nach zwei Niederlagen strotzen wir nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Bei einigen sind noch ein paar mehr Prozent drin. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten.“
Jetzt heißt es, den ersten Saisonsieg in der Ostsee-Spree-Liga zu genießen. Ab Montag legen wir wieder vollen Fokus auf das Topspiel gegen den LHC Cottbus am Samstag, 30. September 2017.

Wir machen ebenfalls aufmerksam auf: Ein 18:18-Unentschieden der 1. Frauen auswärts gegen Pfeffersport in Berlin, die 2. Männermannschaft siegte knapp mit 29:28 zu Hause gegen den Märkischen BSV Belzig und auch das neugeschaffene 2. Damen-Team gewinnt mit 20:10 gegen den HSC Potsdam II in der Kreisliga. (Maria Ulrich)


Es spielten und trafen: Göres (2), Petsch, Pfefferkorn, Lemaitre, Harnge, Frank (1), Dzolic, Bruck (5), Nehls (5/2), Schönebeck (2), Schütz (6/4), Darius (1), Hesselmann (1)