Lachst du mich an oder aus …?

Bringen auch in das SZ Wachtelwinkel Momente des Glücks - die Potsdamer Klinikclowns. Foto: © Brandenburg.de

Werder (Havel), 14. Juli 2017 – Alt werden ist nicht leicht und alt sein kein Spaß, denn mit dem Altern gehen auch die verschiedensten körperlichen Beschwerden einher. Trotzdem lohnt es sich, das Lachen nicht zu verlieren, den Lachen scheint Schmerzen zu mildern.

Spätestens seit dem Film „Honig im Kopf“ ist das Thema Demenz präsent und wir wissen, dass diese Krankheit mit all ihren Facetten auf allen Ebenen in unseren Medien und natürlich in unserer Gesellschaft  angekommen ist.

In den AWO Seniorenzentren in Werder (Havel) ist Demenz seit Jahren ein allgegenwärtiges Thema, eine Krankheit, vor der man sich nicht schützen kann. Wir erkennen am Schicksal der Betroffenen, dass jeder dement werden kann.

Seit September 2013 schaffen wir mit den Potsdamer Klinikclowns für unsere Bewohner Momente des Glücks. Der Besuch der Klinikclowns beginnt stets mit einer Übergabe des Betreuungspersonals. Es wird besprochen, wer besucht werden kann, wie er oder sie sich fühlt und worauf zu achten ist.

Mit der Kostümierung verkleiden sich Nicola Streifler und Noriko Seki nicht nur äußerlich, auch innerlich schlüpfen sie in ihre Rollen als Hella und Nono. Nach einem kurzen Einspielen gehen sie dann als Clownspaar los. Wenn Hella und Nono zur Clownsvisite ein Zimmer betreten, wissen sie nie vorher, was sie erwartet. Meist freuen sich die Bewohner/innen auf ihren Besuch, es gibt aber auch Tage, an denen sie keinen Humor vertragen, dann stellt sich bei der Begrüßung schon mal die Frage: „Lachst du mich an oder aus?“. Oberstes Prinzip der Clowns: Es gibt immer etwas zu verschenken – und das ist ein Lächeln, welches von Herzen kommt. Ihre Besuche in den AWO SZ „Wachtelwinkel“ und „Schwalbenberg“ in Werder (Havel) sind somit niemals Routine. Spielerisch begrüßen sie kranke und alte Menschen; dabei verstehen sie es, sich mit heiterer Gelassenheit auf die jeweilige Situation einzulassen. Sie begegnen den Menschen mit Musik, Poesie, Witz und Spiel. Unsere Klienten erfahren Entspannung und Ablenkung, denn Lachen und Spaß bringen ihnen Zuversicht.

Nach dem Spiel geben die Klinikclowns den Mitarbeiter/innen der Betreuung eine Rückmeldung über die Reaktionen der Bewohner/innen und beschließen die Visite mit einem ausführlichen Feedback zu zweit.

Am 22. Juni 2017 wurde unter dem Titel „Ein Augenblick Leichtigkeit“ eine Ausstellung eröffnet, die bis zum 30. September 2017 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr in der Staatskanzlei Brandenburg, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam zu sehen ist.

Der Fotograf Sebastian Höhn hat die Potsdamer Klinikclowns mehr als ein Jahr lang begleitet. Seine Fotos entstanden u. a.  im AWO SZ „Schwalbenberg“, Menschen, gezeichnet von Alter und Krankheit in berührenden Bildern, in denen sich Tragik, Freude und Glück wundersam verbinden.  (AWO SZ „Wachtelwinkel“, Ingeborg Lauwaßer)