Leben, Lieben, Lachen

Klappe die Erste!

„Bitte Schuhe ausziehen“. Ich betrete den Probenraum im Ernst-Haeckel-Gymnasium und tauche ab in die Theaterwelt. Blicke richten sich auf mich, aber wenden sich schnell wieder ab. Es ist wenig Zeit. Nur noch sehr wenig Zeit bis nächsten Freitag. Die vorletzte Probenstunde in der Schule steht jetzt bevor. Ich darf hinter die Kulissen blicken. Leise dringt eine instrumentale Version von Max Raabes „Küssen kann man nicht alleine“ durch die Boxen.

Zwei Mädchen des DS-Kurses (Darstellendes Spiel) stehen gebückt vor einem Spiegel. Sie tragen roten Lippenstift und einen schwarzen Lidstrich auf. Heute ist Kostümprobe. Ein rotes Kleid hier, ein bodenlanger Fellmantel da, Hosenträger und Krawatte schmücken die 14 Schüler des Theaterkurses. 11 junge Frauen und 3 junge Männer leben – lieben – lachen.
„Die Idee, noch einmal gemeinsam mit dem Tico Tico Ensemble zu spielen, hatte ich schon lange“, so Silvia Marx, Leiterin des DS-Kurses. An dieser Idee feilt sie nun gemeinsam mit ihren Schülern seit Anfang des Schuljahres. Am kommenden Freitag, 18.03. ist es dann schließlich so weit. Ein Orchester mit 30 Musikern wird die Schüler live in ihren Gedanken, Erzählungen und Handlungen  auf der Bühne begleiten.  Das Tico Tico Ensemble der Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“ unter der Leitung von Gabriele Kwaschik ist eine bunte Mischung aus Schülern und Erwachsenen, die das Musizieren lieben. Nach einer ersten wunderbaren Zusammenarbeit mit dem Gymnasium im Jahr 2014 dringen nun erneut, neben Streich- und Blasinstrumenten, auch Schlagzeug, Klavier- und Gitarrenklänge in unsere Ohren. Gemeinsam mit den Musikern geben die 14 Schüler einen Abend voller Leben, voller Liebe, voller Lachen. Es wird GEKÜSST, GELACHT, GETANZT, GESPIELT, GEBLÄTTERT und vielleicht auch ein Geheimnis ausgetauscht.

In „Leben – Lieben – Lachen“ dreht sich alles um Felicias. Die junge, wohlhabende Frau lädt Sie ein zu einem Abend ganz zu ihrer eigenen Unterhaltung. Alles und jeder tanzt nach ihrer Nase. Es geht allein um ihr Wohl und ihre Belustigung. Von ihr selbst eingeladene Gäste sind Bestandteil des bunten Abends mit Gesang und Komik.  

Klappe die Zweite.

Hinter den Kulissen, im Probenraum, werden die Pläne für kommende Woche noch einmal umgeworfen. Ein Theaterstück oder eine solche Revue zu entwickeln ist immer ein Prozess. Es wird improvisiert, tolle Dinge entstehen, Ideen werden geboren und dann genauso schnell wieder verworfen. Deswegen verzieht niemand die Miene, als Silvia Marx die Änderungen präsentiert. Als aber Karl Viktor – der den Friedrich spielt – mit gequältem Gesicht offenbart, dass er sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt hat, funkt einen kleinen Moment lang Entsetzen in den Augen auf. Schließlich verbringt er am Abend der Vorstellungen einen Großteil hockend auf der Bühne… als Hund. Aber er winkt ab: „Ach, bis nächste Woche ist das wieder in Ordnung“, sagt er und seine Kollegen können nicht anderes tun, als ihm zu glauben.

Klappe die Dritte.

„Ich bin nur gut, wenn keiner guckt, wenn einer zuschaut, mach ich’s gleich verkehrt.“ Die „innere kritische Stimme“, kurz IKS muss draußen bleiben, wenn man den Probenraum oder gar die Bühne betritt. Das Theaterspielen ist ein unglaubliches Mittel, die eigene Person zu überschreiten, sich zu entwickeln und auch einmal selbst auf die Schippe zu nehmen. Für die Revue haben die Schüler ihre Charaktere selbst entwickelt. Ihnen Eigenheiten und Marotten gegeben, sie unverkennbar werden lassen. Und so stehen sie dann auf der Bühne, die IKS ist ausgeschaltet, das Kostüm ist angezogen. Das Orchester beginnt, der Text sitzt und…

…Klappe die Vierte.

Es geht um das Leben und um die Liebe. Denn die Liebe ist schließlich das, was das Leben ausmacht. Und das in allen Dingen. Die Liebe zum Leben, die Liebe zum Lachen, zum Genuss und zu den Menschen um uns herum.

„Heut liegt mir die Welt zu Füßen, doch da stehst du. Ich bin nur wegen dir hier. Wegen dir bin ich hier“

Während der Probe sitze ich mal auf einem schwarzen Papphocker, mal auf dem Boden und stehe dann in einer Ecke, um die einmaligen Choreografien, entwickelt von Sophia Lindenborn und Paul Nabuda (Pirouette Dance Company) mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Mein Gesichtsausdruck wechselt zwischen Entsetzen, einem herzhaften Lachen, Traurigkeit, großer Freude und strahlenden Augen. Ich unterliege vollkommen dem Charme der 14 Schülerinnen und Schüler vom EHG Werder.

Klappe die Fünfte.

Ich ziehe meine Schuhe wieder an. Habe die Kreativität der letzten anderthalb Stunden in mich aufgesaugt und freue mich auf die Premiere am kommenden Freitag. Gleich zwei Mal (18 & 20 Uhr) wird die Revue auf die Bühne gebracht. Sie wollen das auch? Wir haben zwei Freikarten in petto. Schreiben Sie einfach eine Mail mit Ihrem Namen und dem Ihrer Begleitung an info@wirsindwerder.de und welche der beiden Veranstaltungen Sie gern sehen möchten. Es erwartet Sie ein Abend voller Unterhaltung, Witz und Humor am 18. März im SCALA Kulturpalast.

 

Und nun: „Lasst mich rein, ich hör Musik“

Hier geht’s zur Veranstaltung!

Geschrieben von: Anne Schnürpel