Lernen in der Natur: „Kids for Kitz“

So erfolgreich war das Projekt im vergangenen Jahr: Aufgereiht an einem Absperrband suchen Werderaner Schüler die Grünflächen am Derwitzer Winkel nach Rehkitzen ab. Silke Byl, die Initiatorin der Aktion, leitet die Kinder an. Foto: LJVB

Werder (Havel), 15. März 2017 – Auch in diesem Jahr wird es in Werder die Aktion „Kids for Kitz“ geben. Dabei sind Eltern, Lehrer und Kinder aufgerufen, vor der Heuernte dafür zu sorgen, dass die Wiesen frei von Jungtieren sind. Jährlich werden bundesweit tausende von Jungtieren von Mähdreschern schwer verletzt oder totgefahren. Rehe setzen ihre Kitze bevorzugt im hohen Gras. Dort abgesetzt, sind die Rehkitze aufgrund des noch fehlenden Flucht-Reflexes gefährdet – sie drücken sich ins Gras und verharren.

„Die Setzzeit der Rehkitze beginnt im Frühjahr. Zwischen Mai und Juni werden sich viele Jungtiere in den Feldern befinden. Leider werden sie meist Opfer der ersten Mahd. Bevor die diesjährige Heuernte beginnt, möchten wir mit Kindern, Eltern und Lehrern dafür sorgen, dass die Wiesen frei von Jungtieren sind“, informiert Silke Byl. Die Werderaner Jägerin, die dieses Projekt mit Unterstützung des Landesjagdverbandes initiierte und mit Werderaner Schülern durchführte, wurde dafür auch mit einem Preis bei dem Wettbewerb „Gemeinsam Jagd erleben 2016“ ausgezeichnet. 

„Drei bis fünf Tage vor den möglichen Terminen wird ein Infomobil des Landesjagdverbandes Brandenburg vor einigen Schulen eine Einführung in unsere heimische Flora und Fauna geben und die Kinder auf den Einsatz vorbereiten“, erläutert Silke Byl den Ablauf. (http://www.ljv-brandenburg.de/lernort-natur/)

Aus der Erfahrung des vergangenen Jahres weiß sie, dass „diese Möglichkeit des naturnahen erweiterten Unterrichts an Hand von Schautafeln, Tierpräparaten, die zusätzlichen Erklärungen eines Jägers über den Lebenszyklus unser Wildtiere in Wald und Flur und zu dem geplanten Ablauf der Kitz-Rettung den üblichen Biologieunterricht erweitert und ihn greifbar und spannend für alle gestaltet“.

Diese schöne Möglichkeit, naturnah zu lernen, sollen auch in diesem Jahr Kinder ab der 5. Klasse in den Werderaner Schulen haben.

„Die Mahd ist vom Wetter abhängig und meist wird überall zur gleichen Zeit gemäht“, erklärt Silke Byl. „Trotzdem haben wir mit den Bauern bereits einige Vorschläge zur Rettung der Jungtiere erarbeitet. Darüber hinaus werden wir in einer WhatsApp alle Teilnehmer über Ort und Zeit der Mahd informieren, Fahrgemeinschaften bilden und zumeist am Abend über die Wiesen gehen“. In den meisten Fällen, so die Jägerin, reiche die Anwesenheit von Menschen vor der Mahd aus, um die Ricken dazu zu animieren, ihre Kitze aus den Feldern zu führen. (red)


Wer mehr über das Projekt wissen oder sich dafür anmelden möchte, erreicht Silke Byl per E-Mail silke.byl@gmail.com oder telefonisch unter 0152 04363306. Auskünfte gibt es auch bei Melanie Schützenberger, E-Mail m.schuetzenberger@t-online.de oder telefonisch unter 0160 97967540.