„Mein schönes Werder“

Karsten Perenz, Jürgen Raßbach, Achim Prütz und Ellen Fehlow bei den Vorbereitungen für den literarisch-musikalischen Abend. Foto: privat

Werder (Havel), 15. September 2017 – „Wenn in Werder die Kirschen blüh’n, dann ist Frühling in Berlin“: Der Schlager von 1928 von Fred Raymond und Charles Amberg gehört zu den bekanntesten Dichtungen über Werder (Havel). Darüber hinaus haben Musik und Literatur in vielfacher Form ihre Spuren in Werder hinterlassen. Im Rahmen des 700. Stadtjubiläum findet deshalb am 17. September 2017 ab 19 Uhr in der Comédie Soleil, Eisenbahnstraße 210, eine unterhaltsame literarisch-musikalische Soiree statt.

Bei der kleinen Zeitreise sind literarische Texte und Lieder zu hören, in denen unser „schönes Werder“ beschrieben, bedichtet und besungen wird. Der Werder-Barde Achim Prütz und der Leiter des Morgenstern-Museums auf der Bismarckhöhe Jürgen Raßbach haben das Programm erarbeitet. Die Journalistin Ellen Fehlow übernimmt die Moderation, der Werdersänger Karsten Perenz sorgt für den guten Ton. „Mein schönes Werder“, lautet der Veranstaltungstitel.

Der Abend beginnt zeitlich im Jahr 1775, als Anton Friedrich Büsching mit der Postkutsche von Berlin nach Reckahn reist und die Station Werder beschreibt. Jürgen Raßbach wird daraus zitieren und auch andere Autoren zu Gehör bringen. Darunter ist Christoph Friedrich Nicolai, der in seinen Reiseberichten aus der Mark auch Werder erwähnt. Theodor Fontane ist der erste Autor, der Werder und die Bewohner bei seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ausführlich darstellt. „Blaue Havel, gelber Sand, / Schwarzer Hut und braune Hand, / Herzen frisch und Luft gesund/ Und Kirschen wie ein Mädchenmund“, dichtet er darin.

Von Christian Morgenstern werden Galgenlieder vorgetragen, für die Werders Galgenberg bekanntermaßen der Namensgeber war. Nicht zuletzt taucht bei Erich Kästner die Stadt Werder wiederholt in Gedichten auf und wird als Baumblütenstadt gefeiert. Aus jüngerer Zeit wird der Werderaner Schriftsteller Dietrich Hohmann mit einem Bericht über seinen Schriftstellerkollegen Bernhard Kellermann zitiert. Bernhard Kellermann hatte eine zeitlang in Werder gelebt.

Ebenso wird an einen Reportageband von Gabriele Eckart erinnert. Sie war als Kulturarbeiterin im Havelländischen Obstanbaugebiet tätig und interviewte dort 1981 eine Reihe von Erntehelfern. Offenbar  stellte sie die falschen Fragen, die Interviews sind in der DDR jedenfalls nicht veröffentlicht worden. Werder taucht auch in den Berichten von Gisela Heller, der „Frau Fontane“ der DDR, auf. Jürgen Raßbach wird zudem eigene Gedichte vortragen.

Auch musikalisch wird es vielfältig: Als ab Ende des 19. Jahrhunderts der Ausflugstourismus wuchs, sind eine Reihe von Schlagern über Werder entstanden, unter anderem von G. E. Walter, Walter Kollo, Erich Wintermeier und Fred Raymond. Einige wurden recht bekannt. Später sind es die Texter oder Komponisten wie Hartmut Zube, Achim Prütz oder auch Karsten Perenz, die die Stadt, die Gegebenheiten und die Menschen besingen.

Die Gäste werden sich bei dieser Soiree auch an „Sprüchen der Werderschen“ aus der Sammlung von Dr. Baldur Martin erfreuen. Veranstalter ist die Stadt Werder (Havel), die Einnahmen des Abends werden an die Tee- und Wärmestube gespendet. Die Mitwirkenden verzichten auf ein Honorar. (red)


Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 3,50 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information Werder (Havel), Kirchstraße 6 (Inselstadt); bei Uhren und Schmuck Buchwald, im Werderpark und in der Blütenapotheke im Einkaufszentrum Havelauen.

 

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