Mein Werder (114): Kathrin Wilk

Für die Fellnasenhilfe Niemegk unermüdlich im Einsatz: Kathrin Wilk. Alle Fotos: privat

Kurz & knackig

Name: Kathrin Wilk
Alter: fast 52 Jahre
Wohnort: 14542 Werder

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?  – Seit 1. Juni 2007

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? – Ich habe eine fast 30 jährige Tochter, die seit 2013 in Niedersachsen als Tierärztin tätig ist.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Eine wunderschöne kleine Stadt an der Havel gelegen. Sehr verkehrsnah zur Landeshauptstadt Potsdam und nicht allzu weit weg von Berlin. Tolle idyllische Ecken zum Verweilen und Entspannen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite als Sachbearbeiterin im Kreditgeschäft bei einer Bausparkasse in Potsdam seit 1992 und bin im Betriebsrat des Unternehmens für die Arbeitnehmer im Einsatz. Nach Feierabend arbeite ich ehrenamtlich für den Tierschutz.

Was würden Sie lieber machen?
Nix. So wie es ist, ist es wunderbar. Der Job macht mir extrem viel Spaß. Ich arbeite gerne bei der Bausparkasse. Die Arbeit für die Tiere ist für mich sehr wichtig und nicht mehr wegzudenken. Sie haben keine Stimme und brauchen unsere Hilfe. Es gibt soviel Elend in Deutschland bei den Straßenkatzen. Da kann und will ich nicht wegschauen.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Der Lieblingsort ist die Havel. Nach Feierabend mal den Kopf frei kriegen und an der Havel in den Havelauen einen Abendspaziergang. Einfach nicht zu toppen. Ruhe und Entspannung pur.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Dafür habe ich gar keine Zeit. Baumblüte ist nix für mich. Dann lieber zu Hause auf der Terrasse einen schönen Blütenwein genießen.

Und welchen Obstwein bevorzugen Sie?
Schwarze Johanna. Oberlecker, aber Vorsicht – der knallt mächtig.

Foto: privat

Sie – ganz speziell

Sie sind nicht nur in Werder seit vielen Jahren dafür bekannt, dass Sie sich unermüdlich ehrenamtlich für den Tierschutz engagieren – beispielsweise bei der Fellnasenhilfe Niemegk. Wie kamen Sie dazu?
Tierschutz hat viele Seiten. Viele ehrenamtliche Helfer und Vereine arbeiten täglich an der Not der Fellnasen in Deutschland und auch im Ausland. Ich selbst habe es immer so gehalten, nach Feierabend vereinsunabhängig für die Tiere Futter und Sachspenden zu sammeln und es vielen Vereinen zukommen zu lassen. Durch meine damalige Arbeit als Tiertafelmitglied habe ich auch viele in Not geratene Tierhalter und deren Fellnasen kennengelernt. Bei einer Kastrations-Aktion in Bad Belzig lief mir Cathleen Pietack über den Weg. Die Chemie stimmte und wir hatten beide das gleiche Ziel: den Straßenkatzen und den in Not geratenen Tierhaltern zu helfen. Also gründeten wir die Fellnasenhilfe Niemegk im Juli 2017 und fingen klein an. Unterdessen ist die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt bestätigt und eine Konto eröffnet worden bei der MBS in Niemegk.

Sie würden kein Tier ohne Hilfe lassen – woher kommt diese grenzenlose Liebe zu Tieren?
Ich bin mit Tieren groß geworden. Selbst habe ich vier Katzen zu Hause. Alles Notfälle von der Straße. Kater Carlo, Kater Merlin, Kater Socke und Madame Puschel. Teils aufgezogen als Kitten, verletzt und vernachlässigte Katzen. Jetzt leben sie bei mir und genießen es. Wenn man den Tieren in die Augen schaut und ihre Not sieht, muss man helfen.

Sie wohnen in Werder – warum engagieren Sie sich für Katzen in Niemegk?
Durch meine damalige Arbeit in der Tiertafel in Bad Belzig habe ich viel Elend auf dem Lande mitbekommen. Da habe ich auch Cathleen Pietack kennengelernt. Unterdessen hat sich aber einiges getan. Die Fellnasenhilfe Niemegk arbeitet mit dem Verein Hilfe für Berliner Straßenkatzen und Umgebung – Michael und Nicola Runschke- , mit den Tierfreunden Genthin & Umgebung- Monika, Stefanie Urbanczik und Peggy Läue-, mit einer Privatperson aus Groß Kreutz – Jeanette Kühne und Mann – sowie mit Privatpersonen aus Brandenburg an der Havel und mit dem Leipziger Straßenkatzen Verein zusammen. Wir helfen auch auf Gnadenhöfen und vielen Fütterern der unzähligen Streunerkatzen. Das Netzwerk wird immer größer und breitflächiger.

Foto: privat

Und wie können die Tiere medizinisch versorgt werden?
Wir versuchen, soviel wie möglich an Streunern zu kastrieren und verletzte medizinisch behandeln zu lassen. Wir arbeiten mit Tierärzten zusammen wie beispielsweise der Tierärztin Nora Wickidal in Bad Belzig, der Mobilen Tierarztpraxis in Geltow, Gordon und Michaela Ebeling, der Tierarztpraxis in den Havelauen Dr. Inga Vetrella und Team. Sie alle unterstützen uns tatkräftig. Für das Frühjahr 2018 sind weitere Kastra-Aktionen in Dahnsdorf, Treuenbrietzen und Umgebung sowie in Groß Kreutz, OT Krielow, geplant. Eine Tierärztin aus Niedersachen wird uns auch wieder unterstützen. Auch die Berliner Michael und Nicola Runschke werden wieder helfen, wie bereits schon 2017 bei unserer 1. Kastrationsaktion. Zur Zeit gehen wir von ca. 40 bekannten Streunerkatzen aus. Auch in Brandenburg an der Havel müssen dringend die Stahlwerkskatzen kastriert werden. Dort laufen auch schon Planungen durch Peggy Läue. Es gibt genug zu tun.

Was brauchen Sie für die Fellnasenhilfe? Wie kann man spenden – ob nun Geld für Kastrationen, Futter, Decken oder anderes Material?
Wir haben bei Facebook eine Seite Namens Fellnasenhilfe Niemegk und eine Amazon-Wunschliste für Futterspenden. Zur Zeit versorgen wir ca. 100 Katzen und fünf Hunde sowie fünf Meerschweinchen.

Alles an Nass- und Trockenfutter für Hunde und Katzen und Nagerfutter ist willkommen. Auch gerne Sachspenden wie Hunde- und Katzenzubehör jeglicher Art. Unsere in Not geratenen Tierhalter nehmen gerne für ihre Tiere Ausstattungen. Unsere Vereinsadresse lautet: Cathleen Piesack, Grabenstraße 26, 14823 Niemegk.

Geldspenden für die Kastrationen und Versorgung von Notfällen werden immer gebraucht.
Konto Mittelbrandenburgische SPK, DE30160500001000791404, WELADED1PMB, Fellnasenhilfe Niemegk.

Die Fellnasenhilfe Niemegk ist inzwischen ein Verein?
Die Gemeinnützigkeit wurde im November 2017 beim Finanzamt Brandenburg beantragt worden und wurde im Februar 2018 bestätigt. Nun können auch Spendenquittungen ausgestellt werden.

In Brandenburg gibt es für Katzen keine Kastrations- oder Kennzeichnungspflicht – haben Sie eine Idee, wie man das Problem mit den immer weiter anwachsenden Katzenpopulationen in den Griff bekommen kann?
Leider ist das Land Brandenburg und auch Berlin noch nicht soweit. In einigen anderen Bundesländern ist dies schon Pflicht. Wir kämpfen also als Verein mit den vielen anderen Vereinen und Organisationen weiterhin allein und organisieren Kastra-Aktionen und führen diese durch. Aber das Übel an der Wurzel packen ist noch lange nicht geschafft. Die Katzenhalter müssen auch mitmachen und ihre Freigänger kastrieren lassen. Gerade in ländlichen Regionen erfolgt dies nicht. Oft fehlt ein Einsehen und die Unvernunft siegt immer noch. Dadurch findet diese unkontrollierte Vermehrung statt. 2017 sprach man von einer Katzenschwemme in ganz Deutschland.

Ich denke auch, die Gemeinden sollten sich finanziell einbringen und die Kastras bezahlen. Einige tun das schon, aber leider viel zu wenige. Die Straßenkatzen leider also still weiter vor sich hin. Krank und kaum Futter, der Kälte ausgesetzt fristen sie ihr Dasein. Dagegen müssen alle etwas tun. Das Elend ist meistens nicht weit entfernt von der Haustür. Hinschauen und helfen, nicht wegsehen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Unsere Bundeskanzlerin.

Welche Fragen würden Sie Ihr stellen?
Warum es immer noch keine grundlegende Änderung zum Tierschutzgesetz gibt.
Tiere sind keine Sache. Härtere Strafen für Tierschänder und Quäler müssen her.
Es ist unfassbar was den Nutz- und Haustieren in Deutschland angetan wird. Ganz zu schweigen vom Tierschutz in der EU.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Simon Beckett – der 5-Teiler von Chemie des Todes.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Stefan Bernhard Eck. Der Mann ist im EU-Parlament und parteilos. Setzt sich für die Tiere ein, ohne Wenn und Aber. Verschönt nix und spricht Klartext. Einfach genial.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
Die Säulen der Erde und Tore der Welt. Ich schaue gern Filme aus dem Mittelalter.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nicht das ich wüsste. Singen und Tanzen geht gar nicht. Tiere versorgen und betütteln ist mein Ding.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Beides, obwohl bei mir nur nur Katzen leben.