Mein Werder (18): Klaus-Dieter Bartsch

Name: Klaus-Dieter Bartsch

Alter: 57

Wohnort / Ortsteil: Werder Innenstadt


Seit wann bist du in Werder zuhause? – seit 53 Jahren


Hast du Kinder oder möchtest du gerne welche haben? – Ich habe keine Kinder – aber alle Kinder in den Vereinen unseres Stadtsportbundes sind irgendwie „meine Kinder“ …

Übrigens – entgegen allen Gerüchten – ich bin ledig, noch zu haben … 😀

Was arbeitest / machst Du so den lieben langen Tag?

Ich arbeite in der Stadtverwaltung Werder, Fachbereich 3, im Sachgebiet Sport. Außerdem bin ich Vorsitzender des Stadtsportbundes und Präsident des Werderaner FC Viktoria 1920 e.V.

Was würdest lieber machen?

Ich würde nichts anderes lieber machen, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Und zwar dank des Altbürgermeisters Werner Große, der mich kurz nach der Wende gefragt hat, ob ich Platzwart auf dem Arno-Franz-Sportplatz machen möchte. Da habe ich mir gedacht – Fußball, dass ist doch meine Welt – also mache ich das. Und mit der Gründung des Stadtsportbundes 1992 hat er mich gefragt, ob ich mir zutrauen würde, auch teilweise im Büro zu arbeiten. Darauf habe ich geantwortet: „Ich kann nicht lesen und nicht schreiben, macht das Sinn?“ 😉
Aber da Werder schon immer sportlich sehr aktiv war – auch mit dem Wasser rundherum – haben wir gleich tolle Sportveranstaltungen bekommen, und der Job war gerettet.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würdest du Werder einem Fremden beschreiben?

Werder ist die schönste Stadt in Deutschland. Ringsherum das Wasser und die Natur. Wir können das oftmals gar nicht mehr genießen, wie schön wir es eigentlich haben. Werder ist Werder!
Wir können uns glücklich schätzen, dass wir hier leben dürfen. Ich weiß, das klingt nach „Bla bla bla“, denn alle wissen das.

Hast du einen Lieblingsort in Werder? Wo und Warum?

Natürlich ist mein Lieblingsort der Fußballplatz! Um zu entspannen – wo gehe ich da hin? Da fahre ich mal in aller Ruhe in die Ortsteile. Sehr schön ist es auch in den Havelauen, auf der Promenade, da kann man schön spazieren gehen und wunderbar entspannen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist dein Lieblingsort auf der Baumblüte?

Ich liebe natürlich mehr die Ruhe in den Gärten und den Obsthöfen, toll ist auch, wenn die Leute dort der Blütenkönigin zujubeln und sie begrüßen.
Aber auch der Rummel gehört zur Baumblüte. Auch das finden viele Leute toll. Ich darf ja nun mit der Königin überall hin fahren – es ist überall schön. Im Hohen Weg in den Gärten, bei der Familie Rietz beispielsweise – die sind sehr gastfreundlich, oder bei Lindickes. Es ist überall so schön in Werder – und – Wir sind Werder!

Was ist das Besondere an deinem Ortsteil?

Ich wohne in der Brandenburger Straße und da tut es manchmal ganz gut, spazieren zu gehen, alles ist fußläufig erreichbar, da kann man mal ein Gläschen trinken. Zum Fußballplatz, auf die Insel, ins Colonialcafé, zur Bismarckhöhe – alles ist zu Fuß erreichbar und man kommt gut wieder nach Hause.

Was ist Deine Lieblings-Jahreszeit und warum?

Für mich ist es immer schön, wenn es Frühling wird, das Leben tobt, der Wassersport beginnt, überhaupt gibt es wieder viele Sportveranstaltungen, die Sonne über dem Wasser – wunderschön.

Wo muss ein Besucher unserer Stadt unbedingt gewesen sein?

Zwei Standorte soll man sehen. Den Marktplatz auf der Insel, dann natürlich die Havelauen, die sind wirklich wunderschön geworden. Aber auch die Ortsteile haben ihre Reize – jeder Ortsteil auf seine Art und Weise.

Werderaner oder Werderscher?

Ureinwohner (Werderscher) oder Zugezogener (egal wann = Werderaner), das ist hier die Frage! Wie stehst Du dazu?

Ich bin ein Werderaner. Eigentlich könnte man mir nach 53 Jahren ja nun den „Werderschen“ zuteilen – kleiner Scherz. Aber ich kann damit leben …
Ich denke da auch ein bisschen altmodisch, ein Werderscher ist ein Werderscher. Da bin ich voll bei den alten Werderanern – ein Weltmeister ist ja auch Weltmeister, weil er es ist, nicht, weil man einer sein möchte. Das ist ein Gesetz der alten Generation. Ich wäre zwar auch gern Werderscher, aber ich bin in Strausberg geboren.

Was macht den typisch „Werderschen“ für Dich aus?

Wenn ich so richtig überlege, ist er manchmal ganz schön brubbelig. Werdersche Eigenschaften zu definieren, ist schwer, haben alle einen eigenen Charakter. Es gibt lustige, störrische – wir haben auch stöhnende. Aber sie sind alle lieb. Jeder ist Werderscher auf seine Art.

Marmelade oder Wein?

Obstbau ist in Werder Tradition. Hast Du einen Garten? Mit Obstbäumen? Und was machst Du aus den Früchten, die Du erntest?

Leider wohne ich ganz bescheiden in einer anderthalb Zimmer Wohnung mit dem Blick zum Weinberg. Für Marmelade habe ich ganz liebe Kolleginnen, die mir selbstgemachte Marmelade mit zur Arbeit bringen und mir ein Gläschen schenke. Da ich auch immer Weihnachtsmann spiele, bekomme ich dafür für das ganze Jahr einen Vorrat geschenkt.
Bei Wein muss ich sagen, den gibt es bei mir nur zweimal im Jahr. Das erste Mal bei der Grünen Woche – weil wir da neben dem Stand des Werderaner Obst- und Gartenbauvereins stehen. Walter Kassin hatte mal eine sehr leckere Idee: in ein halbes Bier ein halbes Glas Kirschwein zu schütten – sehr lecker. Das zweite Mal trinke ich Wein zur Baumblüte, mit dem letzten Tag ist auch der Wein vorbei.

Was wir sonst noch wissen möchten . . .

Liebst du Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?

Tiere muss man lieben, sie brauchen viel Zuneigung und Aufmerksamkeit – ich bin so viel unterwegs – das wäre nicht gut für ein Tier. Vielleicht habe ich als Rentner mal einen Hund …


Welche berühmte Person würdest du gern einmal treffen? Welche Fragen würdest du ihr stellen?

Ich habe ja schon einige berühmte Menschen getroffen. Maradona in Leipzig 1989, das war schon toll.
Michael Preetz treffe ich wegen der Partnerschaft Hertha – WFC ja öfter. Messi wäre toll. Den würde ich gern mal treffen. Mich würde interessieren, wie Fußballer leben – die sind ja irgendwie in ihrer eigenen Welt, wissen die noch, wie es in der Normalität zugeht? Fußballern wird schon viel Arbeit abgenommen. Aber das würde ich auch jeden anderen Fußballer fragen.

Aber man könnte ja die Frage auch anders herum stellen – vielleicht will mich mal jemand treffen? 😉

Welches Buch liegt auf deinem Nachttisch?

Ich bin nicht so der große Leser. Ich hätte auch viel zu wenig Zeit dazu.


Hast du Vorbilder? Welche und warum?

Unser Altbürgermeister Werner Große ist schon ein Vorbild. Wir sind beide Skorpione. Wie er sich für die Stadt eingesetzt hat, das ist schon sehr bemerkenswert.
Aber – was ist ein Vorbild? Mein absolutes Vorbild war meine Mutti, die es nicht einfach hatte, vier Kinder allein großzuziehen. Aus allen ist etwas geworden. Sie hat immer zu uns gehalten. Bei mir war das manchmal nicht leicht, da gab es einige Vorfälle. Aber sie stand immer zu mir. Wie sie das Leben gemeistert hat, kann man nur mit allergrößtem Respekt betrachten.

Hast du einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?

Auch hier fehlt die Zeit …
Aber Sonntag ist der „Tatort“ Pflicht! Und „Das Beet“ – da kann man so schön ablachen.


Hast Du ein verborgenes Talent?

Ich glaube, die Moderation liegt mir – ich würde gern mal eine große Veranstaltung moderieren. Mit Informationen, Witz und Sarkasmus – gern in Richtung karnevalistische Ader.
Außerdem schreibe ich unwahrscheinlich gern Gedichte. Jubiläumsgedichte, Abschiedsgedichte für Kollegen – eine poetische Ader habe ich auf jeden Fall. Die Gedichte schreibe ich meistens unter Druck. Dann werden sie am besten. Dazu muss ich aber den Menschen gut kennen, für die Inspiration beim Schreiben. Auch meiner Mama habe ich ein Gedicht geschrieben.

Was dürfen wir noch von dir wissen?

Natürlich habe ich auch noch Träume und Visionen. Ich neige ein wenig zum Perfektionismus. Ich bin so viel unterwegs, kenne so viele Menschen hier in der Stadt. Und die meisten in Werder kennen mich, denken, ich habe eine große Klappe, immer gut gelaunt. Dabei kennen die meisten Leute aber nur die eine Seite von mir. Ich bin auch ein bescheidener Mensch – und will auf dem Teppich bleiben. Das hat meine Mutter schon gesagt: „Immer auf dem Teppich bleiben“. Diesen Rat beherzige ich. Ich will, dass die Leute Freude haben. Manchmal sehne ich mich auch nach Ruhe.

Mein Wunsch: Alle Vereine sollen sportliche Erfolge haben und die Sportstadt Werder soll weiter wachsen. Ja, mein Herz schlägt für den Fußball – aber ich bin Vereinsvorsitzender – natürlich schlägt mein Herz für den Fußball. Aber immer werde ich alle Vereine fördern, besonders im Kinder- und Jugendbereich. Obwohl ich keine habe – Kinder sind das Schönste, was es gibt. Man muss ihnen eine Perspektive geben. Im Sport und im Leben.

Hier findet Ihr die Homepage des Werderaner Stadtsportbundes und die Homepage des Werderaner FC 1920 e.V.