Mein Werder (25): Mike Grunewald

Kurz & knackig:

Name: Mike Grunewald
Alter: 38 Jahre
Wohnort/Ortsteil: Werder (Havel), OT Glindow
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? – Schon immer, ich bin gebürtiger Werderaner

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gern welche haben? – Keine Kinder

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite bei der Fleischerei Joppe.

Was würden Sie lieber machen?
Mich um meine Papageienzucht in Glindow kümmern.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Beschreiben??? Man muss einfach mal hier gewesen sein.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Die Inselstadt ist mein Lieblingsort … die ist einfach schön …

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Muckergarten – ganz klar! 😉

Was ist das Besondere an Ihrem Ortsteil?
Das dörfliche Flair.

Welche ist Ihre Lieblingsjahreszeit und warum?
Frühling, Sommer … wenn alles grünt und blüht. Ich liebe Pflanzen, der Winter ist nicht mein Freund.

Wo muss ein Besucher unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Ganz klar auf der Insel.

Werderaner oder Werderscher?

Was macht den typisch „Werderschen“ für Sie aus?
Typischer Werderaner … hmmm, das sind für mich die Obstbauern oder die Fischer auf der Insel.

Selbst Werderaner?
Mit Leib und Seele!!!

Wie sind Sie nach Werder gekommen?
Oma, Opa, Mutti – alle haben hier schon immer gewohnt.

Marmelade oder Wein?
Wein.

Obstbau ist in Werder Tradition. Haben Sie einen Garten? Mit Obstbäumen?
Na klar! Kirsche, Apfel, Birne, Pfirsich – alles dabei.

Und was machen Sie aus den Früchten, die Sie ernten?
Meist fressen die Papageien das Obst.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Keine Ahnung, hmmm.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Meist irgendwelche Vogellektüre, Fachbücher. 😃

Haben Sie Vorbilder?
Nein.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?
Ich komme kaum zum fernsehen!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Keines von beiden – sondern ganz klar Papageien!

Und die Liebe zu Vögeln begann schon in meiner Kindheit. Eigentlich habe ich mir das gar nicht ausgesucht – denn die Vögel haben quasi mich ausgesucht. Ich war fünf Jahre alt, in meinem Kinderzimmer im Wachtelwinkel stand ein Fenster offen. Da ist ein Wellensittich hereingeflogen, der blieb bei mir – so fing alles an.
Meine Oma hatte noch einen Käfig auf dem Dachboden. Da habe ich Futter reingemacht und Bubi – wie wir den Vogel nannten – ist gleich reingeflogen und hatte richtig Hunger. Später musste er nicht im Käfig leben, er durfte im Zimmer umherfliegen, er wollte nie abhauen. Ich glaube, dem ging es gut bei mir.
In meiner Gruppe im Kindergarten auf der Insel war auch der Sohn von Züchter Burkhardt Polz, der brachte immer bunte Federn mit, die fand ich toll. Von Polz habe ich auch meinen ersten Nymphensittich gekauft. Bubi ist ja auch irgendwann gestorben, dann kamen die größeren Vögel. Nymphensittiche habe ich auch heute noch.

Nymphensittiche sind eigentlich nichts Besonderes, aber eben auch keine kleinen Wellensittiche. Und bei den meisten Züchtern fing es so an – ich kenne ja viele Geschichten.
Und schon in der Schulzeit habe ich angefangen, bei Oma auf dem Grundstück Volieren zu bauen – damals noch aus Holz, abgedeckt mit Karnickeldraht. Darin waren dann Nymphensittiche, Wellensittiche, Zebrafinken, Schwarzköpfchen drin – das Übliche.

Da war ich dann schon im Verein der Ziergeflügel und Exotenzüchter Werder (Havel) e.V., in der Lehrzeit war ich kurz raus, dann bin ich aber wieder eingetreten und heute noch dabei.
Schon in der Kindheit habe ich die Ausstellungen in Werder besucht – Unter den Linden, über dem heutigen Italiener. Später gab es Ausstellungen im „Haus Frühling“, jetzt werden die schon traditionell in der Havelauenhalle veranstaltet. Die nächste ist am 22. und 23. Oktober. Kann man schon mal vormerken. Danke an dieser Stelle mal an die Stadt Werder und Klaus-Dieter Bartsch, die uns die Location kostenlos zur Verfügung stellen. Das ist wirklich eine ganz großartige Geste der Stadt. Denn wir „blockieren“ die Halle ja quasi vier, fünf Tage inklusive Vorbereitung, Aufbau und Abbau.

Aber dann ist es auch eine wirklich sehenswerte Ausstellung. Ohne arrogant klingen zu wollen – wir sind mit unserer Artenvielfalt schon ganz weit vorn. Ich sehe mir ja auch viele Ausstellungen an – wir müssen uns wahrlich nicht verstecken. Wir hatten schon Besuch von Großzüchtern aus Saudi Arabien, von einem Herausgeber einer Fachzeitschrift aus Australien, oder auch von Martin Guth. Martin Guth ist der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung bedrohter Papageien e.V. (ACTP). Der hat beispielsweise Spix Ara in seiner Zuchtanlage – die sind in freier Natur ausgestorben! Lediglich 100 Exemplare existieren heute noch in Zuchten, was den Spix-Ara zum seltensten Papagei der Welt macht. Gemeinsam mit der Brasilianischen Regierung arbeitet ACTP an der Rettung und der Wiederauswilderung dieses Vogels. Beim ACTP habe ich auch mal gearbeitet – aber jetzt konzentriere ich mich ausschließlich auf meine Zuchtanlage zu Hause.

Ich besitze unter anderem ein Pärchen Goldsittiche. Der aufgrund seiner Färbung als Nationalvogel Brasiliens geltende Goldsittich ist auch eine hochgradig vom Aussterben bedrohte Art. Gelistet sind sie  – wie auch die Aras – im Washingtoner Artenschutzabkommen. Dann habe ich sieben Aras: Hellrote und Dunkelrote, insgesamt habe ich momentan rund 30 Vögel. Alle sind natürlich ordnungsgemäß angemeldet, denn in Deutschland besteht Meldepflicht für die Tierarten, die in einem der Anhänge des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet sind. Im Falle der Dunkelroten Aras, einer bedrohten Art, die bis zu 90 Zentimeter groß und 50, 60 Jahre oder noch älter werden können, ist mir als Züchter ein Beitrag zum Erhalt der Art bereits gelungen.

Informationen zum Verein Ziergeflügel- und Exotenzüchter Werder (Havel) e.V. gibt es hier.