Mein Werder (28): Jessica Derlat

Jessica am herrlichen Meer.

Name: Jessica Derlat
Alter: 34 Jahre jung
Wohnort / Ortsteil: Werder

Seit wann bist Du in Werder zu Hause?
2000 bin ich zum ersten Mal nach Werder gezogen, weil meine Eltern hier ein Haus gebaut hatten. Als ich bei meinen Eltern auszog, nahm ich mir eine Wohnung in Potsdam. 2007 zog ich dann wieder in das schöne Werder – bis heute.

Hast Du Kinder: Ja, zwei Töchter.

Was arbeitest Du?
Gelernt habe ich Immobilienkauffrau. In diesem Beruf habe ich bis Mai 2015 auch gearbeitet.
Momentan bin ich zu Hause und betreue unsere 9-jährige Tochter, da sie seit April 2015 nicht mehr die Schule besuchen darf.

Was würdest Du lieber machen?
Ganz klar: Arbeiten gehen. Aber nicht, weil ich unsere Tochter nicht gerne betreue, sondern weil ich es für sie schöner finden würde, wenn sie regelmäßig Kontakt mit anderen Kindern in ihrem Alter hätte.

Du willst Werder verlassen – auswandern … Warum? Was sind deine Beweggründe für diesen Entschluss?
Auswandern? Ich sage lieber, wir ziehen um. Warum? Es gibt mehrere Gründe. Einer davon ist die Situation um unsere jüngste Tochter, welche die Schule derzeit nicht besuchen darf. Der Grund dafür: Unsere Tochter leidet seit Ende 2012 an häufig auftretenden epileptischen Anfällen. Bei häufig sprechen wir von mehreren Anfällen pro Tag.
Mehrere Therapieversuche wurden ausprobiert und keine davon hat eine Besserung bewirkt, eher der Gegenteil war der Fall. Seit September 2014 geht unsere Tochter zur Schule. Es ist schon eine Schule speziell für besondere Kinder.
Als sich nach ca. einem halben Jahr Schule herausstellte, dass sie die Notfallmedikamente, welche man bei einem epileptischen Anfall gibt, nicht verträgt und wochenlang mit schlimmsten Nebenwirkungen zu kämpfen hat, teilten wir der Schule mit, dass unsere Tochter kein Notfallmedikament mehr bekommen soll. Wir schilderten unsere Beobachtungen.
Seit dieser Zeit ist an einem Schulbesuch nicht mehr zu denken. Die Schule vertritt die Meinung, ohne Notfallmedikament keine Beschulung. Selbst das Angebot, ich als ihre Mutter würde sie im Schulalltag begleiten, wurden seitens der Schule abgelehnt. Eine Einzelfallbetreuung, wie sie unsere Tochter schon in der Kita hatte, wurde von Amtswegen her in Frage gestellt, da eine Schulassistenz, wie sie dann bezeichnet wird, für unsere Tochter nicht ausreichend sei. Ein Antrag auf eine Begleitung durch eine Krankenschwester im Schulalltag wurde seitens der Krankenkasse abgelehnt. Dafür ist unsere Tochter nicht krank genug.

Wir haben viel Ärger mit den Ämtern und Behörden deswegen. Des Öfteren mussten wir schon zum Jugendamt, weil irgendwelche Ärzte unsere Tochter mit Medikamenten vollstopfen und ggf. auch ins künstliche Koma legen wollten, und wir damit jedoch nicht einverstanden waren. Selbst vor Gericht mussten wir schon, weil eine Ärztin, welche unsere Tochter schon mindestens zwei Jahre nicht mehr untersucht hatte, per Gericht beantragte, dass mir das Sorgerecht in medizinischen Fragestellungen entzogen wird. Dabei hatten wir bei der Ärztin uns lediglich eine zweite Meinung nach Aktenlage einholen wollen. Dieser Termin fand ohne unsere Tochter statt.

Wir haben noch mehr Beispiele, wie irrsinnig das Ganze hier ist. Solange man macht, was die Schulmedizin sagt, ist alles gut. Wenn man jedoch anfängt, tiefer nachzufragen, sich selber Informationen einholt und dann seine eigene Meinung zum Thema hat, welche mit der Schulmedizin nicht übereinstimmt, dann kann man echte Probleme bekommen.

Wir wünschen uns für unsere jüngste Tochter nur, dass sie eine Chance auf eine normale Kindheit wieder bekommt. Und ich wünsche mir, wieder regelmäßig arbeiten gehen zu können.

Andere Gründe für unseren Entschluss sind auch, dass wir die Vegetation dort lieben. Es scheint öfter die Sonne, die Menschen sind freundlicher und hilfsbereiter. Da kocht nicht jeder seine eigene Suppe. Und wir fühlen uns dort einfach nur wohl.

Was sagen Deine Eltern, Deine Freunde dazu?
Meine Eltern finden die Idee gut. Sie planen ihren Lebensabend auch dort zu verbringen. Unsere Freunde haben gemischte Gefühle. Einerseits freuen sie sich für uns, wenn es klappt, was wir uns vorgenommen haben. Auf der anderen Seite sind sie traurig, dass wir dann nicht mehr gleich „um die Ecke“ wohnen.

Wo wirst Du mit Deiner Familie künftig leben?
Unter der Sonne, mit einem tollen mediterranen Flair. In Kroatien.

Wie stellst Du Dir Dein Leben dort vor?
Morgens um 6 Uhr aufstehen, arbeiten, ab ca. 11.30 Uhr Ziesta und ab 15 Uhr wieder arbeiten. Zumindest leben die Leute in Kroatien im Sommer so.

Ich hoffe, es wird dann entspannter als hier. Dort sind Therapiemöglichkeiten für unsere Tochter gegeben, über die wir hier nicht einmal nachzudenken brauchen.

Liebst du Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag fast alle Tiere. Alfred und Otto, die Alpakas unserer Tochter, finden wir klasse.

Welche berühmte Person würdest Du gern einmal treffen?
Am liebsten Angela Merkel.

Welche Fragen würdest Du ihr stellen?
Finden Sie es gut, was Sie mit Deutschland machen? Die Deutschen verarmen immer mehr, und die Flüchtlinge werden bevorzugt. Menschen von hier, die wirklich Hilfe und Unterstützung brauchen und diese auch annehmen würden, bekommen keine Hilfe. Menschen mit besonderen Bedürfnisse werden systematisch ausgegrenzt, statt sie zu integrieren. Und Angehörige dieser besonderen Menschen, die ihre Angehörigen und Familienmitglieder liebevoll pflegen, müssen Angst um ihre Existenz haben.

Welches Buch liegt auf Deinem Nachttisch?
Derzeit ist es „Die Weizenwampe“ von William Davis.

Hast Du Vorbilder? Welche und Warum?
Meine Mutter. Sie steht ihren Kindern immer mit Rat und Tat zur Seite und strahlt eine totale Ruhe dabei aus. Außerdem findet sie es toll, wenn sie alle ihre Lieben um sich hat.

Hast Du einen Lieblingsfilm oder –serie? Warum?
„Sturm der Liebe“ … da kann ich schön dabei abschalten, bügeln, nähen … ☺

Hast Du ein verborgenes Talent?
Ein verborgenes Talent? Das wird sich in der Zukunft zeigen. Bis jetzt lasse ich meine Talente frei raus und probiere gerne neue Dinge. Ich bin handwerklich nicht ganz ungeschickt. Und ich liebe es zu nähen. Es ist fordernd und entspannend zu gleich. Ich hatte auch schon ein paar Nähaufträge. Über meine Seite bei Facebook „Passion Atelier – Kreativ aus Leidenschaft“ zeige ich meine Werke.