Mein Werder (32): Eddy Benkendorf

Kurz & knackig:

Name: Eddy Benkendorf

Alter: 25 Jahre

Wohnort/Ortsteil: Werder

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? Zu Hause in Werder bin ich leider erst ab dem 1. September, hat ein Weilchen gedauert, eine passende Wohnung zu finden. Aber was lange währt, wird gut ☺.

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? Noch habe ich keine Kinder. Momentan steht die Kinderplanung nicht im Vordergrund. Aber ich denke schon, dass früher oder später mal ein Kind kommt ☺

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine idyllische kleine Stadt, direkt an der Havel gelegen und vom Wald umgeben. Quasi ein kleiner Naherholungsort mit Stadtcharakter.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Da ich bisher überwiegend dienstlich in Werder unterwegs war, ist die Frage nach einem Lieblingsort schwer zu beantworten.
Oftmals fahren wir nach unserem Dienstabend zum Italiener in den Havelauen, um dort den Tag mit einer leckeren Pizza direkt am Wasser ausklingen zu lassen.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Also ehrlich gesagt, kann ich mich zwischen diesen beiden Orten gar nicht entscheiden. Oder soll ich besser sagen – keinen von beiden? Zur Baumblüte bin ich immer an einem Ort und das ist das Sanitätszelt an der Kirche auf der Inselstadt. ☺

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag? Was würden Sie lieber machen?
Fangen wir mal mit der Arbeit an, ich arbeite hauptamtlich im Rettungsdienst auf der Rettungswache in Werder. Wenn ich nicht gerade arbeiten oder bei der DLRG bin, fotografiere ich gern, treffe mich mit Freunden und genieße einfach mal die freie Zeit auf der Couch.
Zu der Frage, was ich lieber machen würde: Gar nichts, denn ich sehe meinen Beruf als Berufung an und ich würde mich immer wieder für ihn entscheiden.

Wie sind Sie zur DLRG gekommen?
Ich habe mich damals schon seit geraumer Zeit für den Katastrophenschutz interessiert, eines Tages habe ich mal gegoogelt, was es in meiner Umgebung so gab. Dabei bin ich auf die „SEG Werder“ gestoßen, diese waren 2008 noch unter der Federführung des Malteser Hilfsdienstes.
2011 entschied man sich dann, den Verein mit allen Mitgliedern der SEG zu wechseln, da viele schon seit Jahren auch bei der DLRG waren und so bin auch ich dann bei der DLRG gelandet.

DLRG: Katastrophenschutz, Wasserrettung, Sanitäter – die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft hat viele Aufgaben – welche sind die wichtigsten?
Die Kernaufgabe der DLRG ist im Wesentlichen die Wasserrettung. Diese ist auch die wichtigste Aufgabe, denn ohne die Wasserrettung würde es weitaus mehr Ertrinkungstote geben. Natürlich kann auch die DLRG dies nicht verhindern. Aber sie kann dazu beitragen, durch Ausbildung und Präsenz das Risiko zu verringern.

Auch ist die Ausbildung bei der DLRG ein wichtiges Thema. Die DLRG bildet unter anderem Sanitäter aus, bietet Erste-Hilfe-Kurse an und nicht zu vergessen auch sämtliche Ausbildung im Bereich Wasser wie „Seepferdchen“ und Rettungsschwimmer.

Eine weitere wichtige Aufgabe der DLRG ist auch der Katastrophenschutz, dieser untergliedert sich in zwei Bereiche. Einmal die Wassergefahren – z.B. Hochwasser – und die allgemeine Gefahrenabwehr, wie z.B. Unterstützung bei Großschadenslagen (Einsätze, bei denen es viele Verletzte/Betroffene gibt) bei denen wir z.B. tätig sind.

Des Weiteren bietet die DLRG auch sanitätsdienstliche Absicherungen am und auf dem Wasser an. Dadurch kann im Notfall schnell geholfen und Schlimmeres verhindert werden.

Sie sind der Leiter der DLRG SEG Werder – welche sind die Aufgaben der DLRG SEG in Werder und Umgebung? Und was machen Sie persönlich?

Die DLRG SEG Werder ist in erster Linie eine Einheit, die sich auf Großschadenslagen im Landkreis Potsdam-Mittelmark wie z.B. Busunfälle oder große Evakuierungen spezialisiert hat. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn es mehr als zehn Verletzte Personen gibt, die behandelt werden müssen. Dafür werden wir rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr über sogenannte Funkmeldeempfänger (Pieper) alarmiert. Man könnte dies mit einer Freiwilligen Feuerwehr vergleichen. Wir bauen zusammen mit anderen Einheiten aus dem Landkreis eine kleine Zeltstadt auf, in der wir pro Stunde 25 Patienten versorgen können. Glücklicherweise kommt die Einheit selbst selten zum Einsatz, dieses Jahr hatten wir zwei Einsätze, das war einmal der Gebäudebrand in der Neujahrsnacht in Beelitz und der große Gefahrgutunfall auf der Autobahn.

Außerdem sichern wir mit unseren Mitgliedern diverse Veranstaltung sanitätsdienstlich ab, z.B. das Havelauenfest, das Werderaner Mühlenfest, die Baumblüte, die Potsdamer Erlebnisnacht, die Potsdamer Schlössernacht uvm.

Meine Aufgaben in der SEG sind u.a. die Koordinierung der ganzen sanitätsdienstlichen Absicherungen, Personaleinteilung und Verwaltung, Ausbildungsorganisation und Ausbildung der Einsatzkräfte, Bestellung des medizinischen Verbrauchsmaterials und der Einsatzkleidung sowie die gesamte Personalverwaltung. Das Ganze mache ich natürlich nicht alleine, mein Stellvertreter unterstützt mich, wo immer er kann.

Im Einsatz bin ich Gruppenführer eines Behandlungszeltes oder in der Einsatzleitung des Behandlungsplatzes tätig.

Jetzt stellen sich bestimmt einige die Frage, warum hier nichts von Wasserrettung steht, oder? Wir arbeiten sehr eng mit der DLRG Ortsgruppe in Potsdam zusammen. Diese hat vom Landkreis Potsdam-Mittelmark den Auftrag, hier die Wasserrettung durchzuführen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, uns voll und ganz auf unsere Aufgaben an Land zu konzentrieren, im Grunde genommen sind wir allerdings sehr miteinander vermischt, denn viele unserer Mitglieder sind auch in der Ortsgruppe Potsdam aktiv.

Wie ist die technische Ausstattung der SEG?
Stationiert sind wir in den Havelauen, dort wurde eine alte Industriehalle für unsere Zwecke umgebaut. Dort haben wir u.a. einen Schulungsraum, Büro, Lager, Sanitäranlagen M/W getrennt, Umkleideräume M/W getrennt und eine riesige Fahrzeughalle, in der aktuell 13 Einsatzfahrzeuge stehen. Diese werden allerdings nicht alle durch uns besetzt.

Wir besetzen von diesen 13 Fahrzeugen sieben Fahrzeuge und betreiben ein achtes in Kooperation mit dem DRK. Zu den sieben Fahrzeuge zählen fünf Notfall-Krankenwagen, die für Großschadenslagen konzipiert wurden. Ein normaler Krankenwagen kann nur einen Patienten liegend transportieren. Wir allerdings können zwei Patienten nebeneinander transportieren, da unsere Fahrzeuge mit zwei Tragen ausgestattet sind.
Des Weiteren verfügen wir noch über einen Mannschaftswagen, der dazu dient, Einsatzkräfte an die Einsatzstelle zu bringen.
Eines unserer neuesten Fahrzeuge ist das Führungsfahrzeug, welches mit einem mobilen Büro verglichen werden kann. Das Fahrzeug besitzt eine festeingebaute Telefonanlage mit einer Festnetznummer, man kann mit einem Laptop über WLAN des Fahrzeuges ins Internet gehen und vor Ort auch sofort wichtige Dokumente ausdrucken.
Wie schon erwähnt, besetzen wir zusammen mit dem DRK ebenfalls ein Einsatzfahrzeug. Den sogenannten Gerätewagen-Rettungsdienst. Auf diesem Auto ist ein Zelt verlastet, in das acht bis zehn liegende Patienten passen. Außerdem noch diverses Equipment wie Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Verbandstoffe und einiges mehr.

Wie viele Mitglieder gibt es in Werder?
Aktuell besteht unsere Einheit aus rund 40 Einsatzkräften, wovon aus Werder selbst rund 15 Einsatzkräfte kommen. Der Rest kommt aus der näheren Umgebung.

Suchen Sie Nachwuchs, wenn ja, in welchen Bereichen?
Wir sind stets auf der Suche nach Nachwuchs für unseren Katastrophenschutz und Sanitätsdienst, da wir – wie bereits erwähnt – jederzeit einsatzbereit sind.
Selbstverständlich sind wir auch auf der Suche nach Interessenten für die Wasserrettung. Wir arbeiten, wie ebenfalls bereits erwähnt, sehr eng mit der DLRG Ortsgruppe Potsdam zusammen. Diese unterstützt uns, wann immer es geht, umgekehrt machen wir dies natürlich auch.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
Die Voraussetzungen sind nicht sehr hoch. Das Mindestalter zum Eintritt in die SEG beträgt 16 Jahre. Jedoch ist Teamfähigkeit sehr wichtig, denn Sanitäts- und Rettungsdienst ist Teamarbeit! Außerdem man muss gern an und mit Menschen arbeiten. Eine Ausbildung zum Sanitäter erhält man bei uns.

Was wir sonst noch wissen wollen . . .

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
So genau habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Aktuell gibt es niemanden.

Welche Fragen würden Sie ihr stellen?
Gute Frage, spontan fällt mir keine ein.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Momentan keins, ich komme auch gar nicht zum Lesen aufgrund des anstehenden Umzugs.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ich habe keine Vorbilder.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Meine aktuelle Lieblingsserie ist „Navy CIS LA“. Hier ist alles vereint, Komödie und Action zusammen, ist manchmal ganz witzig.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich kenne keins … Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag Tiere sehr gerne. Allerdings besitze ich momentan keine. Durch den Schichtdienst habe ich einfach keine Zeit, mich genügend um die Tiere zu kümmern. Wenn ich die Möglichkeit hätte, könnte ich mich ehrlich gesagt nicht zwischen Hund oder Katze entscheiden. Beides sind schöne und dankbare Tiere.