Mein Werder (59): Muwafaq „Mo“ Saeed

Kurz & knackig

Name: Muwafaq Saeed (bekannt als Mo)
Alter: 34
Wohnort / Ortsteil: Werder
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
Naja, zeitlich betrachtet seit 8 Jahren. Seelisch wohne ich hier schon lange, da meine Liebe, meine Ehefrau Christin, in Werder geboren und aufgewachsen ist.
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Meine Tochter Lamis ist 16 Monate alt. Meine Frau und ich möchten Lamis gerne noch ein Brüderlein oder Schwesterlein schenken.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist ein Diamant, der noch nicht von vielen entdeckt worden ist. Es ist ein Erholungsort im wahrsten Sinne des Wortes. Hier bin ich zuhause.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Werder hat sehr viele schöne Ecken zu bieten. Mein Lieblingsort ist daher ein flexibler Ort. Mal am Wasser unter der Brücke in der Nähe vom Bahnhof, mal auf der Insel, mal direkt auf dem Wasser. Mal an den kleinen Stränden am Plessower See. Die Frage nach dem „Warum“ kann ich nur damit beantworten, dass man in Werder viel Ruhe und Entspannung genießen kann.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte? 
Ich bin eher der Mensch, der die Aussicht von den Gärten über die Insel auf dem Hohen Weg genießt.

Was arbeiten / machen Sie so den lieben langen Tag?
Momentan arbeite ich im technischen Support, wo die verschiedensten Anfragen zu Kameras, Drucker, Projektoren aber auch zu Netzwerk-Einrichtungen beantwortet werden.

Was würden Sie lieber machen? 
Meine eigene Firma ausbauen und einfach mal „selbst und ständig“ sein.

Sie – ganz speziell

Sie kommen aus dem Jemen – wie ist die Situation dort?
Der Jemen ist leider, wie der Iraq und Syrien, zu einem Kriegsstadion der großen Weltmächte geworden. Ein Menschenleben hat dort kein Wert mehr. Jeden Tag werden Zivilisten zu Opfern – durch den Bürgerkrieg, Angriffe der amerikanischen und saudischen Luftwaffe. Momentan empfehle ich keinem, dort den Urlaub zu verbringen, es sei denn, man möchte auf die Insel Sokotra.

Wann und wie sind Sie nach Deutschland gekommen?
Na mit dem Flugzeug, wie denn sonst? Ich hasse diese Frage …
Ich beantworte die Frage natürlich trotzdem:
Ende 2002 bin ich zum Studieren nach Deutschland gekommen. Mein Abiturzeugnis im Jemen hat mich dafür qualifiziert.

Sind Sie hier Anfeindungen ausgesetzt? Wie reagieren Sie?
Zwei Mal innerhalb von acht Jahren war ich solchen Situationen ausgesetzt. Meine Reaktion ist nichts weiter als Mitleid. Mitleid aus dem einfachen Grund, weil ich weiß, unter welchen intellektuellen Einschränkungen diese Menschen leiden. Ich weiß ganz genau, dass der Horizont bei solchen Menschen nicht mal bis zum Vorgarten reicht. Ich kann daher nur Mitleid zeigen und bin froh darüber, dass in Werder so zahlreiche offene, gebildete, nette Menschen leben. Und nein, ich werde nicht den Dorn in der Rose beachten, viel mehr die schönen Farben der hübschen, gut riechenden Rose. Mein Werder.

Viele Werderaner kennen Sie bereits, weil Sie im Computergeschäft im Werderpark gearbeitet haben. Wann haben Sie beschlossen, sich selbstständig zu machen?
Der Gedanke war schon lange in meinem Kopf. Die Angst vor den Formalitäten der unübersichtlichen Bürokratie und den ganzen Gesetzen, Regelungen und Gefahren hat mich jedoch davon abgehalten. Jetzt habe ich endlich mal den ersten Schritt gewagt und ein Kleingewerbe als Nebentätigkeit gegründet.

Sie bieten einen mobilen Computerservice in Werder, Potsdam und der Umgebung an. Welche sind Ihre wichtigsten Dienstleistungen?
ich mache alles Mögliche rund um Computer und die Peripheriegeräte, wie beispielsweise Drucker, Monitore oder Scanner. Es kann eine nervige Fehlermeldung, ein Virus, ein langsam arbeitender Computer,  ein defektes Notebook und so weiter sein. Natürlich biete ich auch Hilfe bei der Einrichtung und Bedienung von Smartphones und Tablets an. Am besten ist es, wenn man sich über meine Webseite www.computermo.de informiert. Einfach mal unverbindlich nachfragen, wenn es Probleme oder Fragen gibt.

Was fasziniert Sie besonders am Computerservice?
Es beginnt damit, die Ursachen der Fehler zu finden und das vorhandene Problem zu analysieren. Computerprobleme sind vielfältig und sehr unterschiedlich. Bis ich die Ursache gefunden und den Fehler behoben habe, erlebe ich eine unheimliche Freude, da ich es mehr aus Leidenschaft als alles andere mache. Es ist ein besonderer Kick, diese Freude zum Schluss mit meinen Kunden zu teilen.

Sie sprechen perfekt. Wie wichtig ist Ihnen die deutsche Sprache?
Vielen Dank. Die Persönlichkeit eines Menschen wird zum größten Teil durch seine Aussagen definiert. Für mich ist es sehr wichtig, meine Persönlichkeit klar und deutlich darstellen zu können. Das war der Hauptgrund, warum ich unbedingt die deutsche Sprache beherrschen wollte. Würde ich in einem anderen Land leben, würde ich die jeweilige Sprache genauso beherrschen wollen.

Was wir sonst noch wissen wollen . . .

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Die Person ist leider schon gestorben. Steven Jobs, der Halbsyrer, der die weltbekannte Firma Apple gründete.

Welche Fragen würden Sie ihm stellen?
Ich würde ihm einfach nur mein Respekt zollen.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
„Das Schloss“ von Franz Kafka.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Mein Vater ist mein Vorbild, weil er mein Vater ist.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
„Der Hobbit“. Bei der Filmserie kann ich immer am besten abschalten.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ja, schon. Ich schreibe Gedichte, jedoch nicht auf deutsch. Ich schreibe lieber auf arabisch, da sich die Vielfalt der arabischen Sprache sehr gut für Literatur eignet. Und natürlich weil sie meine Muttersprache ist.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag Tiere. Bin mehr für den Hund, einfach wegen seiner Treue.

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