Mein Werder (63): Dorothea Slodowy

Kurz & knackig

Name: Dorothea Slodowy
Alter: 69
Wohnort/Ortsteil: Werder/Insel
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? – 2008
Haben Sie Kinder? – 1 Sohn

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Eine wunderschöne Kleinstadt mit einer Insel und viel Wasser, nicht weit entfernt von kulturellen Highlights, die man bequem per Bus und Bahn schnell erreichen kann.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Im Muckergarten und in den Obstplantagen.

Was arbeiten/ machen Sie den lieben langen Tag?
Ich arbeite in meiner Privatpraxis als Heilpraktikerin für Psychotherapie, Trauma-, Musik- und Körpertherapie, mal mehr mal weniger, je nach Nachfrage. Meine Schwerpunkte sind: Traumabearbeitung, Ängste, Depressionen, Schmerzen, Stress, Tinnitus, Beziehungsprobleme und als Gesundheitscoach zu den Themen: Stressreduzierung, Ernährung, Bewegung und Raucherentwöhnung …
Sonntags biete ich einen 90-minütigen Inselwalk an mit Atemübungen, Elementen aus dem Tai-Chi, Qi-Gong und Fitnessübungen. Außerdem bin ich selbst aktives Mitglied im Ruderverein, in einer Kreistanzgruppe und ehrenamtlich engagiert im Seniorenbeirat und im Netzwerk „Neue Nachbarn in Werder“.

Was würden Sie lieber machen?
Ich bin sehr zufrieden mit meinen beruflichen, sportlichen und ehrenamtlichen Aktivitäten.

Sie – ganz speziell

Sie sind seit kurzem SeniorTrainerin im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Erzählen Sie uns, was es damit auf sich hat?
Ich habe im vergangenen Jahr eine Ausbildung zur Seniortrainerin gemacht, gefördert vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit dem Auftrag, ein ehrenamtliches Projekt zu initiieren. Mein Projekt heißt „Impulse für ein herzgesundes Leben“. Ein Präventionsprojekt mit Vorträgen und kostenfreier 1-stündiger Beratung zur Herzgesundheit unter dem Motto „Gesünder-Älter-Werden“ in Potsdam-Mittelmark. Ergänzend zur ärztlichen Behandlung möchte ich Menschen unterstützen, die Risikofaktoren, die zu dem großen Komplex der Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, zu vermeiden oder zu minimieren. Dazu zählen Übergewicht, Bewegungsmangel, übermäßiger Stress und Rauchen.

Sie halten Vorträge zum Thema „herzgesund Leben“, welchen Tipp können Sie jedem mit auf den Weg geben?
Ich möchte Menschen ermutigen und unterstützen, die ein Risiko oder schon eine bestehende Herzerkrankung haben, durch eine Veränderung ihres Lebensstils gesünder und länger zu leben. Gerade beim Thema Übergewicht können langfristig durch eine kluge Ernährungsumstellung, kombiniert mit mehr Bewegung, große Erfolge erzielt werden. Als kleiner Tipp vorneweg: Trinken Sie vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser, dann ist der Magen schon vorgefüllt und das Sättigungsgefühl tritt eher ein. Da wir meistens zu wenig trinken, wird der Wasserhaushalt dadurch besser ausgeglichen.

Wo werden Ihre Vorträge stattfinden? Gibt es schon Termine?
Angefragt und angedacht sind Vorträge bei der AWO, dem Treffpunkt, zum Gesundheitstag bei der Stadtverwaltung Werder und dem Seniorenheim „Zernseehof“. Am 28. Juni 2017 findet um 15 Uhr ein Vortrag im AWO Treff Brandenburgerstraße statt. Andere Termine sind noch nicht benannt.

Auch individuelle Beratungstermine sind möglich? Wie sind die genauen Parameter?
Bei einem telefonischen Vorgespräch wird abgeklärt, zu welchen Problemfeldern der Anrufer Rat sucht. Je nach Problemlage bekommt er einen Fragebogen, beispielsweise zur Stressbelastung oder Rauchverhalten, oder er soll ein Ernährungsprotokoll der letzten Tage erstellen. So kann ich mir im Vorfeld schon Gedanken machen, wo der Schwerpunkt der Beratung liegen soll und entsprechende Empfehlungen und Informationen geben.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gerne einmal treffen und welche Fragen würden Sie ihr stellen?
Ich hätte gerne Viktor Frankl getroffen, der leider schon 1997 verstorben ist. Er war Neurologe und Psychiater und hat als KZ- Häftling überlebt und seine gesamte Familie im Nationalsozialismus verloren. Mich würde es interessieren, wie er es unter extremen Bedingungen geschafft hat, seine furchtbaren Leiderfahrungen in Geduld und Tapferkeit zu ertragen. Sein späteres Leben hat er der Suche nach dem Sinn des Lebens gewidmet, viele Bücher dazu veröffentlich und eine eigene Therapierichtung (Logotherapie und Existenzanalyse) entwickelt.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachtisch?
„Kriegserbe in der Seele“ – Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft, von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Oliver Sacks, ein amerikanischer Neurologe und Schriftsteller, der 2015 verstorben ist. Er hat über neurologische Krankheiten geforscht wie z.B. Parkinson, Autismus und Verletzungen des Gehirns. Darüber hat er viele Bücher veröffentlicht, die allgemein verständlich sind und die veranschaulichen, wie Menschen mit diesen Erkrankungen leben. Besonderes eines seiner letzten Bücher „Der einarmige Pianist“ über Musik und Gehirn hat mich sehr beeindruckt.

Haben Sie einen Lieblingsfilm und warum?
„Manchester by the Sea“
Dieser Film hat mir gefallen, weil er eine Mischung aus Humor und Tragik zeigt. Eine Familie wird durch einen Todesfall gezwungen, sich erneut mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Trotz der Schweigsamkeit des Hauptdarstellers und der Sparsamkeit der Fakten konnten die psychischen Hintergründe wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Tolle schauspielerische Leistungen!

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Ich liebe es, Theater zu spielen und bin dabei, diese Fähigkeiten wieder zu aktivieren.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ich mag Hunde, wir hatten bis 2009 einen Hund, der leider gestorben ist.

Bürgermeisterin begrüßt vier neue Senior-Trainer in Werder (Havel)

Foto (v.l.): Sylvia Wehde, Gabriele Zimmermann, Karl-Heinz Arians, Dorothea Slodowy, Bürgermeisterin Manuela Saß. Foto: hkx

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat vier neue Senior-Trainer aus Werder (Havel) zum Abschluss ihrer Trainerprüfung bei der Akademie 2. Lebenshälfte beglückwünscht. „Es ist schön, dass Leute aus Werder ihre Kompetenzen einsetzen, um Senioren bei der Bewältigung von Problemen zu helfen, ihnen etwas interessantes  beizubringen oder ihren Alltag zu verschönern.“

Senior-Trainer sind ehrenamtlich tätige Menschen in der Lebensphase nach der Erwerbstätigkeit, die in ihren Kommunen an Aufgaben arbeiten, die ihnen wichtig sind. Sie erhalten im Landkreis Potsdam-Mittelmark eine spezielle Ausbildung durch die Akademie 2. Lebenshälfte in Kleinmachnow, um ihre Tätigkeit besser organisieren und sich vernetzen zu können.

Unter den elf Senioren, die im vorigen Jahr den Lehrgang absolvierten, waren vier Werderaner:

Sylvia Wehde wird eine Vortragsreihe für Amputierte und deren Angehörige anbieten. Eine Amputation ist ein traumatisches Ereignis, das man nicht einfach wegsteckt. Gerade Neu-Betroffene fühlen sich alleingelassen, unzureichend informiert und haben Fragen, die ein Gesunder nicht beantworten kann. Ziel soll es sein, den Betroffenen wieder Mut zu machen auf ein selbstbestimmte Leben, Lösungswege aufzuzeigen und bei der Suche für Techniker, Gehschulen und geeigneten Rehaeinrichtungen zu helfen. Kontakt: berlin-brandenburg@amputierten-selbsthilfe.de oder www.amputiertenhilfe-bln-bbg.de

Gabriele Zimmermann
 bietet Trommel-Power für „junge Alte ab 55“. In einem Drum-Circle muszieren die Teilnehmer auf westafrikanischen Bechertrommeln und verschiedenen Rhythmusinstrumenten unter geringfügiger Anleitung eines Moderators. Jeder ist herzlich willkommen, ob Anfänger oder Profi. Neben Stressabbau, Freude und Entspannung erfahren die Mitwirkenden Selbstvertrauen, Teamgeist und die Kraft der Musik. Los geht es im Frühjahr. Kontakt: info@musikinwerder.de

Karl Heinz Arians
 bietet ein Projekt – frei nach dem Liedtext von Lale Andersen „Ein Schiff wird kommen“ – eine natur- und kulturell-bildende Schiffsfahrt auf den wunderschönen Gewässern der Mark. Persönlich angesprochen zur Mitfahrt werden ältere Menschen, die in Heimen und Wohnprojekten leben. Heraus aus der Isolation –  das ist das Anliegen, das in mehreren fröhlichen Schiffsfahrten in den Sommermonaten umgesetzt werden soll.

Dorothea Slodowy
hat sich oben in ihrem Sonntagsfragebogen ja schon selbst vorgestellt.


Seit Beginn des Senior-Trainer-Projektes im Jahr 2006 haben 101 Teilnehmer die Ausbildung erfolgreich absolviert, unter ihnen waren bereits vier weitere Werderaner. Der nächste Senior-Trainer-Lehrgang findet ab Herbst 2017 in drei 3 Modulen à 3 Tage statt. Anmeldungen an spaethe@lebenshaelfte.de oder 0331/200 46 95. Anmeldeschluss ist 28. August 2017. Man sollte sich schnell anmelden, da es nur max. 12 Plätze gibt. Hier gibt es weitere Informationen.