Mein Werder (77): Kathrin Zosky

Kathrin Zosky in ihrem Töplitzer Einkaufsmarkt. Alle Bilder: Detlev Huber

Kurz & knackig

Name: Kathrin Zosky
Alter: 50
Wohnort: Töplitz

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause?
Ich bin in Töplitz geboren.

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Ich habe zwei Söhne.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Ich habe zu DDR-Zeiten fünf Jahre lang in Werder bei der BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) gelernt und gearbeitet. Durch meine Tätigkeit habe ich Werder und viele Leute kennengelernt und sehr gemocht. Das Gefühl ist bis heute geblieben und damit lässt sich eine Stadt ganz gut beschreiben. Als Stadt ist sie immer ländlich geblieben, und das macht ihren Charakter aus.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder?
Ja, die Insel. Dort habe ich durch die Arbeit in der damaligen BHG eine sehr schöne Zeit verbracht und habe viele schöne Erinnerungen an diese Zeit und an die Menschen dort.
Heute hat sich viel verändert, aber sie hat trotzdem ihre Reize behalten.

Und wo muss ein Gast unserer Stadt unbedingt gewesen sein?
Ich denke, auch auf der Insel mit den vielen hübschen Häusern, neuen Geschäften, viel Wasser an allen Seiten. Viel Geschichte steckt in diesem Fleckchen Erde.

Rummel oder Muckergarten – wo ist ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?
Am liebsten mag ich die vielen Gärten und die Natur drum herum. Auf dem Rummel finde ich das Riesenrad am schönsten.

Was macht für Sie einen typischen Werderaner aus?
Menschen, die in der Stadt leben, sind meist noch so wie wir auf unserer Insel, keine Großstädter, sie haben noch einen Bezug zur ländlichen Lebensweise, man stellt viel Gemeinsames fest.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Der Laden, der Töplitzer Einkaufsmarkt, hat ja schon sehr viele Stunden geöffnet, so dass mir für andere Dinge wenig Zeit übrigbleibt.
Weiterhin mag ich sehr die Gartenarbeit, freue mich, wenn im Garten Obst und Gemüse wachsen und natürlich die Blumen. Ich mag sehr die Natur. Ich singe gerne in der Gemeinschaft und auch im Töplitzer Kirchenchor.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts anderes, ich habe sehr viel Freude an meiner Arbeit, am Laden, an den Menschen, die dort und überhaupt mit mir unterwegs sind, an meinen Kindern und an meiner Familie.

Sie – ganz speziell

Sie betreiben den Töplitzer Einkaufsmarkt – seit wann denn?
Der Laden existiert seit 1983 als BHG Laden (Bäuerliche Handelsgenossenschaft).
Anfänglich nur mit meiner Mutter, später wurden wir dann durch die Wende zur Raiffeisengenossenschaft Werder/Havel. 1993 nach dem Konkurs der Raiffeisengenossenschaft versuchten meine Mutter und ich auf dem privaten Wege den Laden für den Ort zu erhalten. Wir haben uns über all die Jahre immer wunderbar ergänzt und ausgetauscht, so dass es immer für den Laden, für die Kinder, für die Familie, für unser Zuhause gut passte.

Alleine hätte es keiner geschafft. Und so konnten wir mit unseren Wegbegleitern und Helfern und mit der Treue unserer Kunden über viele Jahre hinweg den Laden so aufbauen, wie er jetzt ist mit einem ganz vielseitigen Warenangebot und vielen Dienstleistungen, um die Einkaufs- bzw. Besorgungswege der Bewohner nach Werder ein wenig zu erleichtern.

Unser Sortiment ist ganz breit gefächert, von Haushaltszubehör über Textilien, Geschenke, Schuhen, Gartenzubehör, Werkzeugen-und Materialien bis hin zu Spielzeugen für die Kleinen und auch Angelsachen, Angelkarten und vor allem Blumen, Schnitt- und Topfblumen, Trauerfloristik, Vieles aus der Natur sowie auch Futtermittel.
In unsere Dienstleistungsangebote haben wir auch Lotto-Betrieb sowie Paketannahmen- und Ausgaben aller Arten und weitere Postdienstleistungen, Hermesversand, Briefmarken mit aufgenommen.

Es ist nicht immer alles an gewünschten Produkten vorrätig, ist aber immer auf schnellstem Wege bestell- und lieferbar. Es scheint auch oft nicht immer so sehr aufgeräumt, manchmal steht viel Ware „im Weg herum“ aber das ist auf diesem begrenzten Raum manchmal nicht anders möglich.
Seit 17 Jahren arbeitet Carla Herrmann aus Töplitz mit bei uns im Team. Mehr sind wir nicht, daher ist es für uns körperlich zum Teil auch sehr schwer. Fürs älter werden haben wir auch noch keine richtige Lösung gefunden. Der Laden ist täglich außer sonntags von morgens bis abends geöffnet. Mittags haben eine kleine Ruhepause. So wird es wohl zeitnah dann einen Ruhetag geben. Eine Sechs-Tage-Woche ist auf die Dauer, trotz Spaß und Freude an der Arbeit, für und mit unseren Kunden nicht möglich.

Haben Sie eine schöne Anekdote in petto?
Es gibt viele herrliche Anekdoten, die man leider immer wieder im Trubel der Zeit vergisst. Man müsste sie aufschreiben, es würde ein herrliches Buch werden. Da heißt es nur, den Augenblick genießen und gemeinsam herzlich Lachen oder auch gemeinsam Trauriges tragen.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Da fällt mir so schnell gar keiner ein … wir freuen uns über die Menschen, die hier sind, die zu uns kommen und denen wir helfen können.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Eine Zeitschrift, Sternzeichen/Horoskope, ein nicht zu schwerer Roman.
Einen Roman bis zum Ende durchzulesen, wie früher, dauert etwas länger, da man manche Seiten mehrmals liest.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Es gibt viele Leute, die mir ein Vorbild sind. Da sie keine berühmten Persönlichkeiten sind, wäre es zu persönlich sie zu nennen … sie haben Seiten, die mir sehr gefallen und die es wert sind, zu versuchen so ähnlich zu sein.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
Da ich die Berge liebe, Filme und Serien, die in den Bergen spielen.
Weiterhin „Vom Winde verweht“, „Pretty Women“ …

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja, ich liebe Tiere. Katzen und Hunde und kleine Ziegen.

Wenn Sie Wünsche frei hätten – für Töplitz – welche wären das?
Es wäre sehr schön, wenn Töplitz immer dieser schöne Ort bleiben könnte, der so ein besonderes und angenehmes Gefühl für Besucher, Urlauber oder nach Hause kommende Menschen ausstrahlt, dass es Menschen gibt, die helfen, dieses Gefühl zu erhalten.
Viele von uns sind hier fröhlich aufgewachsen, hatten eine schöne Kindheit und Schulzeit.
Wir freuen uns, dass wir hier neben schönen Rad- und Wanderwegen, viel Natur und Wasser auch noch eine Schule, eine Kita, Bäcker, Fleischer, Arzt, Zahnarzt, Physiotherapie, Kosmetik- und Fußpflege, weitere Läden, eine Kirche mit Pfarrerin, eine Käserei, Landwirtschaft und vieles mehr haben.
Was haben wir für ein großes Glück auf unserer Insel, es ist schön hier zu leben.