Mein Werder (78): Isabel Kaufmann

Kurz & knackig

Name: Isabel Kaufmann
Alter: 27 Jahre alt
Wohnort: im schönen Ortsteil Glindow
Seit wann in Werder zu Hause: Schon mein ganzes Leben.
Haben Sie Kinder oder möchten Sie welche haben? Nein noch keine, aber ich möchte irgendwann noch welche haben.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist einfach traumhaft. Hier gibt es alles, was man braucht. Es ist nicht weit bis nach Berlin oder Potsdam, man kann aber auch einfach Urlaub im Ländlichen machen. Und selbst da hat man eine große Auswahl an verschiedenen Seen, kleine Berge mit ihren wundervollen Aussichtspunkten, unterschiedlichsten Wander- und Radwegen, aber auch Kultur und Geschichte kann man hier erleben. Man muss einfach mal hier gewesen sein, um die idyllischen Plätze mit eigenen Augen zu sehen.
Ich kann immer wieder nur sagen. „Wir wohnen hier, wo andere gerne Urlaub machen.“

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns, wo?
Natürlich habe ich einen Lieblingsort, obwohl es davon einige gibt, denn selbst ich lerne immer wieder neue Plätze in Werder und den Ortsteilen kennen und das, obwohl ich hier aufgewachsen bin.
Bei einem Spaziergang am Glindower See kann ich immer wieder neue Energie tanken, daher bevorzuge ich diesen Ort sehr. Auch der Blick von der Inselbrücke zur Kirche und Mühle ist immer wieder atemberaubend. Es gibt hier einfach zu viele schöne Flecken, um sie alle aufzuzählen.

Rummel oder Muckergarten – wo ist Ihr Lieblingsort auf dem Baumblütenfest?
Eigentlich eher den Muckergarten, denn dort findet doch die eigentliche Baumblüte statt. Aber auch der Rummel hat seine Vorteile, man trifft jedes Mal viele Personen, die man schon ganz lange nicht mehr gesehen hat.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite als Physiotherapeutin im „Vitalcenter Naturium“ in Glindow.

Was würden Sie lieber machen?
Nichts, denn mein Beruf ist meine Erfüllung. Ich habe mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun und kann denen in den meisten Fällen auch helfen bzw. unterstützend für sie da sein. Und was gibt es Besseres …?

Sie – ganz speziell

Herzlichen Glückwunsch – Sie sind Glindows neue Kirschkönigin. Sie repräsentieren den Ortsteil für ein Jahr. Wie kam es dazu?
Vielen Dank erst einmal. Wie der Zufall so manchmal will, hatte ich die Frau des Hauptverantwortlichen der Kirschkönigin auf der Behandlungsliege. Irgendwann kam dann das Gespräch über die Hoheiten unserer Region und schwupp war es schon geschehen, dass mein Interesse geweckt wurde. Daraufhin habe ich mich um das Amt beworben und nun bin ich Glindows Kirschkönigin 2017/18.

Wie fühlt man sich – in diesem Kleid, auf Bühnen, vor vielen Menschen?
Ich muss ehrlich sagen, ich hatte etwas Respekt vor dem Kleid, denn ich bin ja eher diejenige, die man in Jeans, Basic-Shirt und Turnschuhe antrifft – und nun soll ich mich in einem Kleid wohlfühlen …
Und ja, ich fühle mich total wohl in meinem Kleid, als hätte es auf mich gewartet und es ist völlig normal, in dieses Kleid zu schlüpfen. Auf der Bühne stand ich schon als Kind. Da hab ich Theater gespielt und getanzt, doch da waren immer noch andere mit dabei und jetzt schauen alle nur auf mich, das ist schon ein ungewohntes Gefühl, macht aber viel Spaß.

Was erwarten Sie von diesem Amt?
Durch die super Übergabe des Amtes  von meiner Vorgängerin Anika, weiß ich einiges, was auf mich zukommt und bei dem Rest lass‘ ich mich einfach überraschen und hab‘ meine Ziele für dieses Jahr vor Augen und versuche, sie zu erreichen.

Ich möchte während meiner Amtszeit Glindow und natürlich auch Werder repräsentieren, die Stadt mit ihren Ortsteilen bekannter machen und den Leuten erzählen, wie wunderschön es hier ist, damit sie uns vielleicht besuchen kommen.

Mir ist in dieser Zeit aber auch wichtig, mein Soziales Projekt, den Brandenburger „Wünschewagen“ bekannt zu machen. Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen, denn es ist so wichtig für uns alle, denn jeder kann selbst in die Situation kommen, noch einmal einen letzten Wunsch erfüllt zu bekommen.
Nicht nur das Projekt soll zur Unterstützung bekannt gemacht werden, da es sich rein aus Spendengeldern finanziert und es alles ehrenamtliche Mitarbeiter sind, sondern alle sollen davon erfahren, dass es einen „Wünschwagen“ gibt und Wünsche Sterbenskranker damit erfüllt werden können. Natürlich wird die Kooperation mit dem „Zuckerbaum e.V.“ weiterhin bestehen, denn auch dieser Verein braucht weiterhin königliche Unterstützung.

Jetzt sind Sie eine nebenberufliche Königin – welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Und was hat sich zu Ihrem heutigen Beruf geändert?
Ich kann es gar nicht so genau sagen, was mein Traumberuf als Kind war. Mal wollte ich bei der Bank arbeiten, dann wollte ich Tierärztin werden und später wollte ich Erzieherin werden. Und das wechselte dann auch hin und her. Aber eins steht fest, es war immer was mit Menschen, und da bin ich doch in meinem jetzigen Beruf genau richtig.

Was sagt Ihr Arbeitgeber und was sagen Ihre Kollegen zu Ihrem neuem Amt?
Meine Arbeitgeber sind natürlich sehr stolz auf mich und unterstützen mich in allen Situationen. Damit erleichtern sie mir sicherlich auch, so viele Termine wie möglich  wahrzunehmen. Für meine Arbeitskolleginnen bin ich immer noch Isabel.

Wie kam es mit der Zusammenarbeit mit Arbeiter-Samariter-Bund?
Ich habe den „Wünschewagen“ durch Zufall bei Facebook entdeckt und verfolge ihn dort eine Weile. Seit September 2016 gibt es auch einen Wagen im Land Brandenburg und dann hat mich das Projekt noch mehr gefesselt und ich wollte selber ehrenamtliche Mitarbeiterin werden. Dazu habe ich dann am Anfang dieses Jahres eine Schulung gemacht. Seitdem bin ich selber Teil des „Wünschewagen-Teams“ und darf Wunschfahrten begleiten, egal ob es die Fahrt zur Ostsee ist, ein Besuch beim Konzert der Lieblingsband oder es nochmal ein Kaffeetrinken bei der Familie ist.

Und durch die Krönung zur Kirschköngin kann ich das Projekt nicht nur als Bordpersonal begleiten, sondern kann es bekannt machen und erreiche viel mehr Leute. Deshalb bin ich in meiner Amtszeit Botschafterin für den Brandenburger „Wünschewagen“.

Haben Sie eine Ausbildung als Make-up Artist oder ist das nur ein selbst beigebrachtes Hobby?
Ja, ich bin gelernte Beauty und Wellness Fachfrau und habe zusätzlich noch eine Weiterbildung zum Make-up Artist gemacht. Also habe ich meinen ersten Beruf zum Hobby gemacht und kann es dadurch immer noch anwenden und vielen anderen eine Freude damit bereiten.

Sie können es ja selbst – werden Sie für ihre Auftritte Ihr Make-up selbst machen?
Mein Make-up werde ich selber machen. Darin bin ich geübt, schwieriger wird es mit den Haaren, da habe ich bei mir selbst nicht so ein Händchen für. Glücklicherweise habe ich da die Unterstützung vom „Inselfriseur“ und legen ihnen meine Frisuren vertrauensvoll in die Profihände.

Außer wirklich sehr gut aussehen, was kann das neue Kirschkönigin-Kleid noch? Wurde es wieder von Manuela Giese entworfen und genäht?
Es ist wieder ein sehr facettenreiches Kleid von Manuela Giese geworden, das es in zwei unterschiedliche Tragevarianten gibt und es durch kleine Details nochmal verändert werden kann. Das Schöne an diesem Kleid ist, dass ich mich selbst ganz viel austoben kann und selbst alles so variieren kann, wie ich es gerne möchte.

Wie sieht Ihr Terminkalender aus? Bleibt da noch Luft zum Atmen?
So genau weiß ich gar nicht, wie mein Terminkalender aussieht. Es ist immer ein kleines Überraschungspaket, da die Termine von Fred Witschel geplant, koordiniert und organisiert werden. Manchmal fallen auch zwei Termine auf denselben Tag und da bin ich froh, diese Aufgabe nicht zu tragen. Ich weiß nur so viel, dass 55-60 Termine in diesem Amtsjahr auf mich zukommen, aber durch die gute Unterstützung meines Partners, meiner Familie und meiner Freunde wird mir die Luft zum Atmen immer freigeschaufelt und wenn es nur auf der Autofahrt zum Termin ist.

Wo kann man Sie überall treffen?
Ich werde natürlich auf den Festen in unserer Region zu sehen sein, wie zum Beispiel auf dem Sanddornfest. Auch werde ich versuchen, so viele Termine wie möglich wahrzunehmen, zu denen ich von den anderen Hoheiten eingeladen worden bin.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Da hab ich mir ehrlich gesagt, noch nie so Gedanken drüber gemacht, denn nur weil sie berühmt sind, sind sie ja keine anderen Menschen.

Welche Fragen würden Sie Ihr stellen?
Von daher gibt es auch keine Frage, die ich unbedingt stellen möchte.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Auf meinem Nachtisch liegen zwei Bücher. Einmal „Glindower Almanach“, mein erstes Geschenk als Kirschkönigin und dann ein Thriller von Sebastian Fitzek „AchtNacht“.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ja, meine Eltern sind meine großen Vorbilder. Sie sind immer für mich und meine Schwester da und unterstützen mich bei allem, egal ob es die zweite Ausbildung war oder jetzt auch im Amt als Kirschkönigin. Sie sind immer stets fleißig, ehrlich, emotional und liebevoll und das nehme ich mir als Vorbild und hat mich auch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder –Serie? Warum?
Meine Lieblingsserie ist „Grey’s Anatomie“. Es ist immer wieder spannend und man lernt immer wieder was Neues dazu und das fesselt mich. Gerne schaue ich auch Tanzfilme, weil es mich an meine Kindheit und Jugend erinnert.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Es ist ja verborgen, daher kenne ich mein Talent wohl selbst noch nicht.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Schwere Frage, wenn man beides hat und beides auch liebt. Tiere sind einfach wundervoll, der treuste Freund ist ein Hund und mit einer schnurrenden Katze auf dem Schoß lässt es sich auch super entspannen. Aber nicht nur Hund und Katz sind tolle Tiere, ich mag auch fast alle anderen, nur Spinnen und Krabbeltiere sind nicht so meins.

Der Wünschewagen - letzte Wünsche wagen

Einmal noch die Ostsee sehen, einmal noch das Konzert der Lieblingsband erleben, einmal noch Familienangehörige oder Freunde in die Arme schließen. Das sind Beispiele für letzte Wünsche von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Das Ehrenamtsprojekt „Der Wünschewagen – Letzte Wünsche wagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) erfüllt solche letzten Herzenswünsche. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Gesundheitsministerin Diana Golze unterstützen das Projekt in Brandenburg und übergaben kürzlich vor der Staatskanzlei in Potsdam symbolisch Fahrzeugpapiere und Kennzeichen für einen neuen Ford Focus Turnier an den Landesvorsitzenden des ASB Brandenburg, Thomas Schmidt.

An der Übergabe nahmen auch Isabel Kaufmann, die amtierende Glindower Kirschkönigin und Botschafterin des Brandenburger Wünschewagens, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Angehörige von einem Fahrgast teil. Die Anschaffung des neuen Pkw haben die Staatskanzlei und das Gesundheitsministerium zusammen mit 18.960 Euro aus Lottomitteln gefördert. Er soll als Begleitwagen die Arbeit der Ehrenamtlichen verbessern und zum Beispiel für Zwischenfahrten vom Wohnort zum Standort des Wünschewagens, der bei der Teltower Feuerwehr untergestellt ist, genutzt werden. Mit dem Wünschewagen fahren Betroffene zu den von ihnen gewünschten Zielorten.

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Der Wünschewagen ist ein großartiges  Projekt.  Es berührt mich sehr, wie selbstlos hier Menschen anderen helfen, die am Ende ihres Lebens stehen. Sie engagieren sich ehrenamtlich, damit  Schwerstkranke noch einmal Momente des Glücks erleben. Dieser Einsatz steht für Mitmenschlichkeit und Herzenswärme und kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Unsere Gesellschaft braucht mehr davon. Ich danke dem Arbeiter-Samariter-Bund für diese wunderbare Initiative und wünsche mir sehr, dass noch mehr Brandenburgerinnen und Brandenburger dieses Engagement unterstützen.“

Gesundheitsministerin Diana Golze sagte: „Es ist wichtig, dass Menschen die letzte Phase ihres Lebens selbstbestimmt und so gut es geht nach den persönlichen Wünschen gestalten können. In Brandenburg haben wir in der Hospiz- und Palliativversorgung sowie in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sehr gute Strukturen. Viele schwerstkranke Menschen haben aber noch persönliche Wünsche, die sie zu Lebzeiten noch erfüllen möchten. Und oft fehlen Angehörigen die Möglichkeiten, einem geliebten Menschen den letzten Wunsch zu erfüllen. Hier leistet der ASB-Wünschewagen einen ganz wichtigen und vor allem würdevollen Beitrag für die Selbstbestimmung von sterbenskranken Menschen bis zu ihrem Lebensende. Und das wirklich Großartige: Das Projekt lebt vom rein bürgerschaftlichen Engagement! Ich danke allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz.“

Das Projekt „Wünschwagen“ ist ein überregionales Projekt, das im Jahr 2014 vom ASB-Regionalverband Ruhr e.V. ins Leben gerufen wurde und mittlerweile in über der Hälfte aller Bundesländer angeboten wird. Im Land Brandenburg startete es am 3. September 2016. Im Rahmen des Brandenburg-Tages in Hoppegarten wurde der Brandenburger Wünschewagen, ein zum medizinisch modernen Krankentransportwagen ausgebauter Sprinter, von Ministerpräsident Woidke offiziell eingeweiht.

Neben der notfallmedizinischen Grundausstattung steht im Wünschewagen vor allem eine angenehme und entspannte Atmosphäre für den Fahrgast im Mittelpunkt. Panoramafenster, eine Hydraulikliege, angenehme Polstersitze, ein Sternenhimmel und eine CD-Anlage sorgen für einen angenehmen Reisekomfort bei den Fahrgästen.

Mittlerweile erfüllen in Brandenburg über 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, darunter sind Ärztinnen und Ärzte, Pfleger, Krankenschwester oder Rettungskräfte, landesweit und kostenfrei sterbenskranken Menschen jeden Alters letzte Herzenswünsche.

Das Ehrenamtsprojekt wird aus ASB-Eigenmitteln, Sponsorenmitteln und Spenden finanziert.
Das Spendenkonto lautet:
Inhaber: ASB-LV Brandenburg e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE49100205000003545401
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Wünschewagen

Weitere Informationen zum Projekt im Internet unter www.brandenburger-wuenschewagen.de