Mein Werder (8): Hermann Bobka

Name: Hermann Bobka
Alter: 68 Jahre
Wohnort/Ortsteil: Werder (Havel) OT Elisabethhöhe
Seit wann sind Sie in Werder zuhause? – seit der Geburt
Haben Sie Kinder? – Eine Tochter
Was arbeiten Sie?
Ich war Berufsfeuerwehrmann in Potsdam und in den letzten sieben Berufsjahren in der Verwaltung der Stadt Potsdam tätig.
Jetzt bin ich Rentner und mit sehr vielen ehrenamtlichen Aufgaben betraut!
Was würden Sie manchmal viel lieber machen?
Zeit für meine Familie haben und die schönen Sachen im Leben genießen.

Wie würden Sie Werder (Havel) einem Fremden beschreiben?

Werder (Havel) ist die Perle des Landkreises Potsdam-Mittelmark und die schönste Gegend im unserm Havelland. Es bietet viele Naherholungsmöglichkeiten – man kann mit dem Rad fahren, wandern, Wassersport in jeglicher Form betreiben, oder für Momente der Ruhe einfach in einem unserer schönen Wälder spazieren gehen.
Werder ist in seiner Infrastruktur wunderbar eingebettet und zentral angebunden an Potsdam und Berlin. Es gibt viele Hotels, Pensionen und Campingplätze, aber auch Marinen und viele kleine Bootsverleihe, sogar ein kleines Theater, Kino und diverse Museen – da ist für alle Bedürfnisse etwas dabei. Rund um das ganze Jahr finden zahlreiche Veranstaltungen statt, wobei natürlich das Werderaner Blütenfest den Höhepunkt darstellt und jedes Jahr tausende Besucher anlockt.
Werder ist auch eine saubere Stadt, im Gegensatz zu manch anderen Städten. Ich finde, gerade das macht sie sehr attraktiv.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und Warum?

Ich liebe die Stadt mit allen Ortsteilen – den Weinberg, die Bismarckhöhe, Petzow mit dem gesamten Schlossareal, Derwitz -als noch vorhandenes kleines Bauerndorf, die Wälder um Bliesendorf, Glindow mit den Glindower Alpen, den Panoramaweg und vor allem meinen Ortsteil Elisabethhöhe.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte?

Ich favorisiere die Obstgärten und natürlich die Insel.

Was ist das Besondere an Ihrem Ortsteil?

Charakteristisch für Elisabethhöhe ist, dass die gute Nachbarschaft noch einen hohen Stellenwert besitzt, dass man sich noch kennt, voneinander Notiz nimmt und sich bei Bedarf gegenseitig hilft. Das ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass die liebenswerte dörfliche Struktur erhalten bleibt. Eine Dorfgemeinschaft lebt vom guten Miteinander.
Nur wenn man sich kennt, kann man sich verstehen und nur wenn man sich versteht, kann man gemeinsam etwas erreichen.
Das Zusammentreffen unterschiedlicher Menschen, bei der Ansiedelung 1927, aus deutschen Regionen mit verschiedenen Charakteren, brachte neue Ideen mit sich. Die sich auf alle Bereichen zum Besten und zum Wohle der Bewohner auswirkten.
Die Bewohner der Elisabethhöhe verstanden es schon immer, sich zusammen zu schließen, ob zur Arbeit oder zum Feiern. Dies können unsere älteren Mitbewohner und ich sehr gut bestätigen.

Was ist Ihre Lieblings-Jahreszeit und warum?

Der Frühling und der Sommer – diese Jahreszeiten will kein Landbewohner missen.

Wo muss ein Besucher unserer Stadt unbedingt gewesen sein?

Ich kann die Bismarckhöhe empfehlen: von hier hat man einen unglaublichen Ausblick auf die von viel Wasser umgebene Stadt und einen herrlichen Fernblick nach Potsdam und bis nach Berlin. Aber auch ein Inselspaziergang ist immer reizvoll.
Wer jedoch mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte unbedingt unseren Panorama-Rad-Wanderweg benutzen. Er führt vorbei an zahlreichen netten Höfen, durch wunderschöne Plantagen auf idyllischen Wegen mit anschaulichen Informationstafeln. Er verbindet viele Ortsteile, die jeweils wiederum jeder ein Geheimtipp für sich sind und individuelle Reize bieten – wie z.B. der Telegrafenberg auf der Glindowerplatte mit seinem faszinierenden Panoramablick.
Mein Geheimtipp ist der Telegrafenberg und Petzow.

Werderaner oder Werderscher?

Heute findet man kaum noch jemanden, der das Wort „Werderscher“ in seinem Sprachschatz benutzt. Ich halte das für einen auslaufenden Begriff.
Ich finde, eine Unterscheidung zwischen „Ureinwohner“ und „Zugezogenem“ völlig unnötig im täglichen Miteinander. Die Hauptsache ist doch, dass sich jeder, der in Werder lebt, hier zu Hause und glücklich fühlt.

Selbst Werderaner? Wie sind Sie nach Werder gekommen?

Ich bin 1948 in Elisabethhöhe geboren und fühle mich seit jeher als Einwohner unser Stadt Werder (Havel).

Marmelade oder Wein?
Obstanbau ist in Werder Tradition. Haben Sie einen Garten? Mit Obstbäumen?

Obstwein schmeckt mir aus Tradition nur zur Baumblüte.
Die Früchte aus dem eigenen Garten werden alle zu Marmelade, Kompott oder sonstigen Speisen in der Küche verarbeitet.

Sie sind Kreistagsmitglied und Vorsitzender der CDU-Fraktion in Werder – wofür kämpfen Sie aktuell?

Ich war von 1993 bis 1998 Bürgermeister in Glindow, darüber hinaus stets aktiv im Ortsbeirat. Nach der Kommunalwahl 2004 wurde ich stellvertretender Fraktionsvorsitzender und ab 2008 Fraktionsvorsitzender der CDU.
Seit inzwischen Jahrzehnten engagiere ich mich sehr aktiv in unterschiedlichen Ehrenämtern, Funktionen und Vereinen stets auf das Wohl der Mitmenschen ausgerichtet und bedacht auf eine immer stetige Verbesserung der äußeren Wohnsituation, der Lebensqualität in unserer Stadt und der ganzen Region.
Was für eine Dorfgemeinschaft gilt, gilt auch für unsere Stadt. Auch hier kommt es auf das Miteinander an und dass alle Bürger unserer Stadt Werder (Havel) an einem Strang ziehen.
Die CDU-Fraktion zeigt in ihrem Leitbild 2030 auf, dass es als vornehmliches Zielt gilt, Vorhandenes behutsam weiterzuentwickeln, das Gewerbe und das Wohnen in der Stadt und in den Ortsteilen noch attraktiver zu machen, den öffentlichen Nahverkehr noch weiter auszubauen, die Landwirtschaft mit dem Obst- und Weinbau zu stärken, den sozialen Bereich in Punkto Kita, Schulen und Vereine entsprechend der demographischen Entwicklung weiter zu verbessern und den Tourismus zu stärken.
Aktuell mache ich mich durch Hartnäckigkeit stark für eine schnellere Internetleitung in der Stadt und in den Ortsteilen. Nach zähen Verhandlungen und unendlich vielen Schreiben mit den Trägern sollen die Maßnahmen zum Ende des 1. Quartals 2016 endlich fruchten.
Den Stillstand beim Bau der Blüten-Therme sehe ich als fast beendet an. Ich hoffe, dass alle Rathausfraktionen mit der Verwaltung das gemeinsame Ziel der Fertigstellung der Therme begleiten und zur Zufriedenheit unserer Bürger und Gäste die Therme bald in Betrieb genommen werden kann.

Was würden Sie als akute Probleme in Werder (Havel) benennen und wo sehen Sie Lösungen?

Ich finde, dass bei manchen unserer Bewohner ein Anspruchsdenken Einzug gehalten hat – was nicht immer auf Verständnis aller Beteiligten trifft. Es können leider nicht alle Wünsche gleichzeitig und sofort erfüllt werden. Ich denke: Vieles ist mit etwas Geduld und Beharrlichkeit machbar, nur geht manches einfach nicht von 0 auf 100.
Es gibt eine alte Weisheit: Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Sie sind zudem Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Glindow Haben Sie schon einen Wolf gesehen? Gibt es Handlungsbedarf in unserer Gegend oder sind ein paar Wölfe eigentlich gar nicht gefährlich?

Bis jetzt habe ich den Wolf nur im Zoo, im Tierpark und auf Fotos gesehen.
Es ergeben sich sehr viele Fragen zum Wolf:
1. Was passiert, wenn der Wolf nicht mehr genug Wildtiere zum fressen findet?
Auch das Wild in unserer Jagdgenossenschaft kommt immer mehr aus dem Wald heraus.
2. Wie viele Wölfe halten sich in unseren Fluren konkret auf? Unsere Landesregierung lässt für dieses Raubtier alles durchgehen; die Wolfspflege wird subventioniert – doch bis zu welchem „Preis“ ist das legitim?
3. Wie entwickelt sich der Wolf in seinem Sozialverhalten, wann legt er die Scheu vor dem Menschen ab?
Bei einem Wolfsplenum in Potsdam war von 100 bis 120 Tieren die Rede gewesen, in der Saison 2013/14 waren es nur 90. In Potsdam-Mittelmark würden inzwischen vier Rudel leben, und ein Rudel auf dem Lehniner Truppenübungsplatz.
Ich lehne die verstärkte Wolfsansiedelung nicht grundsätzlich ab! Es bleibt aber abzuwarten, wie sich der Bestand der Wölfe in der Region verändert und wie sich der Wolf selbst in der Nähe des Menschen verändert. Auf jeden Fall sollte das Ganze unter Kontrolle bleiben!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?

Der Hund ist für mich das treuste Tier und ich liebe Hunde. Seit meiner Kindheit war ich immer von vielen Tieren umgeben – ich mag sie alle. Aber ein kleines bisschen mag ich den Hund am liebsten, weil er ein so treuer Gefährte ist.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

„Der Untergang Preußens“

Haben Sie Vorbilder?

Hatte ich in meiner Kinder- und Jugendzeit. Sie haben sich aber inzwischen verflüchtigt. Mit dem Erwachsenwerden verloren die Vorbilder an Achtung.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie?

Ich mag Filme mit historischem Hintergrund von Preußen bis zur jetzigen Zeit.

Warum?

Nichts lernt man besser, als wenn man die Vergangenheit kennt und die Geschichte dahinter begriffen hat.

Haben Sie ein verborgenes Talent?

Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.